K+S-Aktie: Hedgefonds-Einstieg haucht gebeutelter Aktie wieder Lebensenergie ein

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K+S-Aktie: Hedgefonds-Einstieg haucht gebeutelter Aktie wieder Lebensenergie ein (Foto: hyebrink / shutterstock.com)

Satz mit x, das war wohl nix. Treffender dürften langfristig engagierte K+S-Anleger die Situation wohl kaum zusammenfassen können. Gut drei Jahre ist es her, als der Rivale Potash ein Übernahmeangebot für den Kasseler Düngemittel- und Salzproduzenten präsentierte. Immerhin 41 Euro je Aktie wollten die Kanadier für die Hessen auf den Tisch legen. Doch das K+S Management wehrte sich mit aller Kraft und lehnte das Angebot ab.

Die Kasseler hatten stets behauptet, dass die Offerte von 41 Euro je Aktie dem Wert des Unternehmens nicht angemessen sei. Das Argument stützen sie auf das Minenprojekt „Legacy“, das damals in Kanada entstand. K+S-Chef Norbert Steiner sagte, allein der Buchwert belaufe sich auf 11 Euro je Aktie, mit Blick auf künftige Erträge käme man auf bis zu 21 Euro je Aktie.

Rückblickend hat sich die Analyse der Konzernführung als komplette Fehleinschätzung herausgestellt. Der Aktienkurs purzelte vor dem Hintergrund operativer Probleme bis auf 14,66 Euro in den Keller, bevor eine Meldung in der vergangenen Woche wieder für einen Hoffnungsschimmer sorgte. Der Hedgefonds Citadel nutzte das ermäßigte Kursniveau, um sich bei dem Rohstoffkonzern einzukaufen. Der Großanleger sammelte 3,09% aller K+S-Firmenanteile auf. Die Aktie reagierte mit einem satten Kursplus von zwischenzeitlich 10% auf die Nachricht.

Einer der größten Salzproduzenten der Welt

Die K+S AG, früher Kali und Salz AG, mit Sitz in Kassel ist ein deutsches Bergbauunternehmen mit den Schwerpunkten Kali- und Salzförderung. K+S ist der einer der größten Salzproduzenten weltweit und gehört zur Spitzengruppe der internationalen Anbieter von kali- und magnesiumhaltigen Produkten für landwirtschaftliche und industrielle Anwendungen.

K+S ist vorwiegend in Europa, Nord- und Südamerika tätig und beschäftigt weltweit mehr als 14.700 Mitarbeiter. Durch Fusionen und Übernahmen integrierten die K+S und ihre Vorgängerunternehmen seit den 1890er Jahren die gesamte deutsche Kalibranche. Zwischen 1971 und 1993 gehörte das Unternehmen mehrheitlich zum BASF-Konzern, der bis 2011 an der Gesellschaft beteiligt war. Die Tochtergesellschaften der K+S sind vornehmlich mit der Vermarktung der eigenen Produkte befasst, aber auch im Dienstleistungsbereich, hier insbesondere in den Geschäftsbereichen Entsorgung und Wiederverwertung tätig.

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Kurs auf 12-Jahrestief

Zuletzt erreichte der K+S Aktienkurs das tiefste Niveau seit 12 Jahren. Und das nicht ohne Grund. Denn operativ konnte K+S seine Anleger schon länger nicht mehr überzeugen. Seit 2008 sanken die Umsätze von 6,47 Milliarden Euro auf 4,29 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr. Parallel erodierte die Gewinnmarge von 18,17% auf 5,09%.

Niedrigwasser sorgt für Gegenwind – Jahresprognose gesenkt

Auch im laufenden Geschäftsjahr läuft es alles andere als rund. Der trockene Sommer hat auch dem Dünger- und Salzkonzern kräftig zugesetzt. Die Kasseler litten unter dem Niedrigwasser der Werra, was die Einleitung von Produktionsrückständen im Sommer erschwert hat. Die Folgen waren Produktionsausfälle, was die Konzernführung veranlasste, bei der Jahresprognose zurückzurudern.

Zugleich drücken gestiegene Logistikkosten auf den Gewinn in der Salzsparte. Für 2018 erwartet K+S deshalb nur noch ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 570 bis 630 Millionen Euro. Für Sie zum Vergleich: Bislang war das Unternehmen noch von 660 bis 740 Millionen Euro ausgegangen (Vorjahr: 577 Millionen Euro).

Hedgefonds-Einstieg macht Anlegern Mut

Da dürfte den Anlegern der Einstieg des renommierten US-Hedgefonds Citadel gerade recht kommen. Zwar ist Citadel bislang nicht als aktivistischer Investor in Erscheinung getreten, kann aber mit einer herausragenden Bilanz glänzen. Seit 1990 ist der Großinvestor tätig und soll laut Medienberichten mit seinem Flaggschifffonds eine jährliche Rendite von 19% nach Gebühren abgeliefert haben.

Zuvor war Citadel übrigens als Leerverkäufer in der K+S-Aktie aufgefallen, hatte also auf einen fallenden Kurs der Papiere spekuliert. Offenbar mit Erfolg. Die genauen Absichten hinter der Position sind bislang nicht bekannt. Ob eine Aufstockung geplant ist oder der Anleger strategische Ziele verfolgt, ist also ungewiss. Jedenfalls ist Citadel mit seinem knapp 100 Millionen Euro schweren Aktienpaket der zweitgrößte Investor in der K+S-Aktie. Ob andere Hedgefonds nachziehen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.


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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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