K+S-Aktie: Darum raten Analysten zur Vorsicht

Leerverkäufer wetteten zuletzt gegen die K+S Aktie – doch es gibt auch Argumente für steigende Kurse. Hier lesen Sie, welche das sind: (Foto: hyebrink / shutterstock.com)

Erst hat man kein Glück, und dann kommt auch noch Pech dazu…

Die etlichen Debakel, die K+S und seine Aktie in den vergangenen Jahren bewältigen mussten, prasselten ziemlich geballt auf den einstigen DAX-Konzern ein.

Dabei kamen zu hausgemachten Problemen auch noch nicht selbst verschuldete Schwierigkeiten hinzu.

Konkurrenzkampf mit Potash

Begonnen hat der Niedergang mit milliardenschweren Investitionen ins Legacy-Projekt in Kanada.

In direkter Nachbarschaft des starken Konkurrenten Potash wollte K+S eine eigene Kalimine in Betrieb nehmen.

Das Projekt verschlang immense Summen, der Produktionsstart – eigentlich für Sommer 2016 angedacht – verzögerte sich immer weiter.

Doch damit nicht genug:

Potash zögerte nicht lang und versuchte sich an einer feindlichen Übernahme von K+S. Das Angebot von 41 € je Aktie erschien den Konzernlenkern jedoch als zu niedrig.

Doch bald darauf begann der Absturz des Kalipreises, befeuert durch den erbitterten Konkurrenzkampf zwischen dem russischen Ural-Kali und dem weißrussischen Wettbewerber Belarus-Kali.

K+S Aktie rauscht mit Kalipreis nach unten

Mit dem Kalipreis rauschte auch die Aktie von K+S in den Keller, es folgte der Abstieg aus dem DAX in den MDax. Doch auch dort kommt das Papier nicht zur Ruhe.

Bis zum Herbst vergangenen Jahres rutschte der Kurs unter die Marke von 16 €, konnte danach aber wieder kräftig aufholen und erreichte im Januar sein derzeitiges Jahreshoch von knapp unter 25 €.

Inzwischen ist das Papier für rund 23 € zu haben und kostet damit immerhin 10% mehr als noch vor 1 Jahr.

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Doch Leerverkäufer wetteten erst kürzlich im großen Stil auf einen weiteren Absturz der K+S-Aktie.

Analysten raten zur Vorsicht

Analysten raten derzeit ebenfalls zur Vorsicht, die Mehrheit der aktuellen Studien rät zum Verkauf und rechnet mit einem Kursrückgang auf etwa 18 – 20 €.

Trotz der soliden Bilanz für das 1. Quartal, die die Markterwartungen weitgehend getroffen hat, warnen Experten vor Risiken, zumal die Jahresziele trotz des starken Auftakts bislang kaum erhöht wurden.

Moderatere Stimmen, die zum Halten der K+S-Aktie raten, sehen das Kursziel mit rund 21 – 24 € etwa auf dem aktuellen Niveau.

Optimisten hingegen sind nur vereinzelt anzutreffen.

Das höchste Maß an Zuversicht verbreiteten zuletzt die Experten der Commerzbank, die einen Kurs-Anstieg auf 30 € für realistisch halten und die K+S-Aktie zum Kauf empfehlen.

Stichhaltige Gegenargumente

Zur Begründung verweist diese Studie auf Optimierungs-Potenziale sowie ansteigende Kalipreise.

Hinzu kommt, dass die Hiobsbotschaften der Vergangenheit bereits eingepreist sind und K+S durchaus gute Chancen hat, sich künftig zu stabilisieren – und an der Börse wird ja bekanntlich die Zukunft gehandelt, nicht die Vergangenheit.

Neben steigenden Kalipreisen ist außerdem zu berücksichtigen, dass die kanadische Problem-Mine nun mit einjähriger Verzögerung doch noch die Produktion aufnehmen kann.

Wer das Risiko nicht scheut, könnte also womöglich gerade eine gute Einstiegsgelegenheit wittern.

Denn wenn sich das Geschäft so gut entwickelt wie erhofft, könnte das auch der K+S-Aktie zu neuem Schwung verhelfen. Wie gesagt: könnte.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.