K+S Aktie: Kursanstieg trotz schwacher Zahlen

Die aktuelle Bilanz bei K+S fällt schwach aus. Zudem ist auch die Jahresprognose pessimistisch – dennoch legt die Aktie zu. Was steckt dahinter? (Foto: hyebrink / shutterstock.com)

Selbst bei schwachen Zahlen können Aktien steigen. Das passiert oft in dem Fall, wenn die Investoren im Vorfeld noch schlechtere Ergebnisse erwarten. Das ist heute bei K+S zu beobachten.

Der Kali und Salz Wert aus Kassel hat jetzt die Bilanz zum ersten Quartal 2016 präsentiert. Beim Umsatz ging es um 20 % nach unten. Das operative Ergebnis brach sogar um 31 % auf jetzt nur noch 218 Mio. Euro. Der Konzerngewinn verringerte sich um 25 % auf jetzt nur noch knapp 150 Mio. Euro.

Auf dieser Basis zum ersten Quartal hat K+S nun die schwache Prognose zum laufenden Geschäftsjahr bestätigt. Das Management erwartet nun einen klaren Rückgang beim operativen Ergebnis und auch beim bereinigten Konzerngewinn. Gleichzeitig soll der Umsatz jedoch nur moderat fallen.

Durch die niedrigen Preise im Kaligeschäft erwartet K+S, dass es auch im laufenden Geschäftsjahr eher schwach weitergeht. So hat K+S jetzt im ersten Quartal nur noch einen Durchschnittspreis bei den Kalium- und Magnesiumprodukten von 272 Euro je Tonne erzielt. Vor einem Jahr lag der Vergleichswert noch um 15 % höher.

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Noch in diesem Jahr wird K+S eine neue Mine in Kanada eröffnen

Aber 2016 bedeutet auch ein Wendepunkt bei K+S. So wird das deutsche Unternehmen in Kanada eine neue Kaliummine eröffnen. Das Legacy Projekt in der kanadischen Provinz Saskatchewan soll im Sommer dieses Jahres in die Produktion gehen. Bis jetzt sind schon 90 % des geplanten Investitionsvolumens von 4,1 Mrd. Dollar verbaut worden.

Die Umsetzung dieses Projekts ist tatsächlich sehr hoch anzusetzen, denn K+S hat die Mine innerhalb der vergangenen Jahre aufgebaut, in denen das Preisniveau beim Kalium stark unter Druck stand. Durch das zweite Standbein im Salzgeschäft hält sich K+S deutlich besser als andere Werte aus der Branche – wenn auch der milde Winter in vielen Teilen Europas den Salzabsatz gebremst hat.

Der kanadische Konkurrent Potash Corp., der im vergangenen Jahr K+S übernehmen wollte, hat für das erste Quartal extrem schwache Zahlen präsentiert. Beim Umsatz ging es um 25 % auf 1,2 Mrd. Dollar nach unten. Der Gewinn brach aber sogar um 80 % auf 75 Mio. Dollar ein. Potash Corp. war daher jetzt gezwungen, die Gewinnprognose für das laufende Jahr um ein Drittel zu senken.

Dennoch bleiben die langfristigen Aussichten für den Kalisektor weiterhin positiv. Die steigende Weltbevölkerung wird weiterhin für eine ordentliche Nachfrage bei Düngemitteln sorgen.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.