K+S Aktie: Neues Werk in Kanada belastet erst einmal die Bilanz

Die hohen Investitionen in ein neues Werk in Kanada belasten erst einmal die Bilanz von K+S. Immerhin legt der Umsatz klar zu. (Foto: hyebrink / shutterstock.com)

In den deutschen Indizes sind nur wenige Rohstoffaktien gelistet. Da ist es umso spannender einmal genauer hinzuschauen bei einem der großen Rohstoffwerte in Deutschland. Dabei handelt es sich um K+S aus Kassel. Der Dünger- und Salzproduzent hat jetzt die Zahlen zum 2. Quartal 2018 präsentiert – und die fielen vor allen Dingen bei der Ertragsseite eher schwach aus.

Mit einer Vorabmeldung hatte das Unternehmen hier schon etwas Druck herausgenommen. Doch nach der Bekanntgabe der kompletten Bilanz sackt die Aktie weiter ab und notiert jetzt auf dem niedrigsten Niveau seit November 2017. Zwar gelang dem MDAX- Unternehmen ein Umsatzwachstum von 9 % auf 812 Mio. Euro. Unterm Strich blieb jedoch ein Verlust von 9 Mio. Euro. Für Sie zur Verdeutlichung: Vor einem Jahr hatte es hier noch einen Gewinn von knapp 19 Mio. Euro gegeben.

K+S steht bei neuem Werk in Kanada vor vielen Herausforderungen

Nach Angaben des Managements ergibt sich ein Teil der Verluste vor allen Dingen aufgrund der hohen Abschreibungen und auch der Zinsen für die Finanzierung des neuen Kaliwerkes in Kanada. Dort läuft zwar die Produktion schon an, doch ist der Ergebnisbeitrag bislang noch nicht sehr groß. Das liegt auch an einigen internen Herausforderungen bei der Ausweitung der Produktion. Immerhin leistet das neue Kaliwerk schon vom Umsatz her einen ordentlichen Beitrag.

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K+S durchläuft gerade eine herausfordernde Phase. So musste das Unternehmen massive Schulden aufnehmen, um die neue Produktionsstätte in Kanada überhaupt finanzieren zu können. Dadurch sind die Schulden zu einer großen Belastung geworden. So sind die Nettoschulden zum Stichtag 30.6.2018 auf zuletzt 4,1 Mrd. Euro angestiegen.

Durch die langen Zyklen beim Aufbau von neuen Produktionsstätten steht K+S derzeit massiv unter Druck. Sollten die Kalipreise nicht deutlich anziehen, wird das neue Projekt nicht den erhofften Ergebnisbeitrag liefern. Dann dürfte es auch schwierig werden, den angestrebten Abbau der Schulden tatsächlich im geplanten Zeitraum voranzutreiben. Immerhin will das Management schon ab 2023 wieder die Schulden so weit zurückfahren, das dann eine positive Einschätzung der Ratingagenturen zur Bonität wieder möglich wird.

Noch ist das aber Zukunftsmusik. Aktuell kämpft K+S erst mal mit der negativen Marktstimmung. Vom Jahreshoch Mitte Mai hat die Aktie bis jetzt knapp 25 % an Wert verloren und notiert nahe dem 52-Wochen-Tief bei nur noch rund 19 Euro. Hieran sehen Sie schon, wie kritisch die ambitionierten Wachstumspläne von K+S an der Börse gesehen werden. Hinzu kommt noch das aktuell schwierige Marktumfeld im Rohstoffsegment insgesamt.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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