K+S-Aktie: Salz- und Düngemittel-Konzern mit Total-Umbau

Die schwierigen Zeiten sind für die K+S-Anleger noch nicht vorbei.

Vor gut 2 Jahren hatte der Salz- und Düngemittel-Spezialist ein Übernahme-Angebot des kanadischen Konkurrenten Potash abgelehnt.

Der gebotene Preis von 41 € pro Aktie hatte dem Kasseler Konzern damals nicht gereicht.

Nachdem Potash sein Angebot zurückgezogen hatte, war der Aktienkurs von K+S eingebrochen und liegt mit 20,7 € gerade einmal bei der Hälfte des damaligen Angebots-Preises.

Aber damit nicht genug – einen weiteren Rückschlag mussten die gebeutelten Aktionäre nach der Vorstellung der neuen Strategie verkraften:

Immerhin rauschte die Aktie am Tag der Bekanntgabe (Montag) um über 8% in die Tiefe.

Shape 2030 soll es richten

K+S gibt seine traditionellen Unternehmens-Bereiche „Salz“ und „Kali und Magnesium“ auf.

Bis 2020 werden 4 neue Konzernsparten geschaffen, die sich an den Kundengruppen von K+S orientieren:

  1. Landwirtschaft,
  2. Industrie,
  3. Konsumenten,
  4. Allgemeinheit.

Durch den Umbau sollen ab 2020 pro Jahr 150 Mio. € eingespart werden.

Auf dieser Basis will K+S v. a. in Asien und Afrika sowie im Spezialitäten-Geschäft wachsen.

Die Ziele sind ambitioniert: Ab 2030 peilt der Konzern einen Betriebsgewinn (EBITDA) von 3 Mrd. € an. Für Sie zum Vergleich: Das entspricht fast dem 6-Fachen von 2016.

Konzernführung verweist auf Nachhaltigkeit der Strategie

Warum die Kehrtwende in der Strategie? – Das Management gesteht ein, die Entwicklung der Kali-Preise zu optimistisch eingeschätzt zu haben.

Zugleich sank der Salz-Absatz in den vergangenen Wintern auf Grund der verhältnismäßig hohen Temperaturen.

Darüber hinaus sieht sich die Kasseler Firma vermehrt mit Problemen des Umweltschutzes konfrontiert.

Kein Börsengang der Salz-Sparte

Damit müssen auch die Anleger ihre Hoffnungen auf einen Börsengang der Salzsparte begraben. Hier war in den zurückliegenden Monaten viel spekuliert worden.

Fest steht, dass die Verschuldung massiv reduziert werden soll. Sie müssen wissen: Alleine in den vergangenen 3 Jahren hat sich die Netto-Verschuldung auf 3,6 Mrd. € fast verdoppelt.

Jetzt legen die Kasseler den Fokus auf den Abbau der Verbindlichkeiten, die immerhin um 50% heruntergefahren werden sollen.

Zahlreiche Belastungen drücken auf die Zahlen

Im vergangenen Jahr hat der Düngemittel- und Salzproduzent unter Produktions-Problemen und dem anhaltenden Preisdruck im Kali-Geschäft gelitten.

Der Umsatz schmolz um 17% auf 3,5 Mrd. € zusammen. Beim bereinigten Gewinn blieb mit 131 Mio. € satte 75% weniger übrig als im Jahr zuvor.

K+S musste die Produktion in Deutschland drosseln, weil die Entsorgungs-Kapazitäten nicht ausreichten.

Das Abwasser aus der Kali-Produktion wird in die Werra oder den Boden geleitet. Umweltschützer befürchten negative Folgen für das Trink- und Grundwasser.

K+S-Anleger zeigen sich enttäuscht – Der große Wurf bleibt aus

Keine Frage, die vorgelegten Pläne sind ambitioniert. Dennoch waren die Aktionäre enttäuscht, da der erwartete große Wurf ausblieb.

Der freie Cash Flow soll nun erst in 2019 – und damit 1 Jahr später – ins Plus drehen.

So hätten manche Investoren auf ein tiefgreifendes Umbauprogramm, die Schließung nicht konkurrenzfähiger Produktionsstätten in Deutschland oder eine Trennung vom Salzgeschäft gesetzt.

Dies alles ist nicht eingetreten. Immerhin kam es gestern zu einer kleinen Gegenbewegung von 2%.

Bis sich der Blick auf die Entwicklung nach 2020 durchsetzt, dürfte es aber noch eine Weile dauern.


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11. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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