K+S: Übernahme wird wahrscheinlicher

Der deutsche Aktienmarkt stand heute erneut unter Verkaufsdruck.

Für Nervosität sorgen 2 Ereignisse:

  1. der große Verfallstag an den Terminmärkten am kommenden Freitag (auch Hexensabbat genannt)
  2. und die nächste Sitzung der US-Notenbank Fed, in der darüber diskutiert wird, ob und wann die Zinsen leicht erhöht werden können.

Die Reaktion an der Börse: Der deutsche Leitindex DAX sackte auf 10.386 Punkte ab (-0,43%).

Für bessere Stimmung könnten Unternehmens-Nachrichten sorgen; z. B. eine Übernahme-Meldung:

Vor gut 1 Jahr wollte der kanadische Düngemittel-Hersteller Potash den deutschen Konkurrenten K+S übernehmen.

Damals sperrte sich die Führungsriege von K+S – zu dem Zeitpunkt noch im DAX notiert – jedoch gegen die Übernahme.

Auch die Politik äußerte Bedenken und brachte zum Ausdruck, dass man gegen die Übernahme kämpfen wolle.

Schließlich gaben die Kanadier entnervt auf und suchten sich ein anderes Zielobjekt:

Nun machen Potash und der kanadische Konkurrent Agrium ernst: Beide wollen sich per Aktientausch zum größten börsennotierten Düngemittel-Hersteller der Welt zusammenschließen.

Nachdem Potash und Agrium im August Fusions-Gespräche bekanntgaben, sind sie jetzt handelseinig geworden.

Der neue Konzern, für den noch ein Name gesucht wird, kommt aktuell auf einen Börsenwert (Summe aller Aktien multipliziert mit dem derzeitigen Aktienkurs) von rund 36 Mrd. US-Dollar.

Nach dem Zusammenschluss steigen Potash und Agrium zum weltweit größten Kali-Produzenten vor dem russischen Unternehmen Uralkali auf.

Weitere Details zur Fusion von Potash und Agrium

Potash und Agrium wollen durch Optimierungen in den Bereichen Einkauf, Verwaltung, Produktion und Vertrieb künftig bis zu 500 Mio. US-Dollar einsparen.

Nach Abschluss der Fusion wird Potash rund 52% und Agrium den Rest am neuen Konzern halten. Die neue Düngemittel-Firma käme dann auf einen Jahres-Umsatz von knapp 21 Mrd. US-Dollar bei etwa 20.000 Beschäftigten.

Was die Fusion für K+S bedeutet

Meine Einschätzung:  Die Fusion der beiden kanadischen Düngemittel-Riesen Potash und Agrium dürfte die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme von K+S erhöhen.

Denn oftmals ist es so, dass eine Übernahme-Lawine folgt, wenn erst einmal der erste Stein ins Rollen gekommen ist.

Konkret: Andere Düngemittel-Hersteller werden die durch die Fusion zwischen Potash und Agrium entstehende neue Hackordnung in der Branche nicht tatenlos hinnehmen.

Und um die alte Ordnung wieder herzustellen, müssten Konkurrenten des neuen kanadischen Düngemittel-Riesen ihrerseits ebenfalls Übernahmen tätigen.

Da K+S in der Branche nicht zuletzt wegen des aussichtsreichen Minen-Projekts in Kanada als attraktives Übernahmeziel gilt, ist die Übernahme-Wahrscheinlichkeit bei K+S durch den jüngsten Deal gestiegen.

Hinzu kommt, dass K+S ab Mai 2017 mit Dr. Burkhard Lohr einen neuen Vorstands-Vorsitzenden erhält, der dann den derzeitigen K+S-Chef Nobert Steiner ablösen wird.

Steiner lehnte im vergangenen Jahr die Übernahme-Offerte von Potash ab. Der Chefwechsel im kommenden Jahr ist ein weiterer Faktor, der eine potenzielle Übernahme von K+S eher begünstigen als verhindern dürfte.

Ich werde Sie hier darüber informieren, wie es bei K+S weitergeht.

13. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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