K+S Aktie vor Übernahmeschlacht: Schnallen Sie sich an (da ist noch mehr drin)!

Das Drama um Griechenland schüttelt seit einigen Wochen die Börsenkurse durch. Besonders rasant verlief die Berg-und-Tal-Fahrt für den Dax in den letzten Handelstagen. Doch ein Wert aus den Dax-30 konnte sich dem Trend zumindest zeitweise entziehen und schoss zuletzt förmlich durch die Decke. Die Rede ist von K+S.

Die Aktie des Düngemittelherstellers verteuerte sich am vergangenen Freitag schlagartig um bis zu 40 Prozent. Ein Großteil des gesamten Dax-Handelsvolumens entfiel auf diesen Titel.

Übernahmeangebot von Potash

Auslöser für die sprunghafte Kauflaune der Anleger war ein Übernahmeangebot des kanadischen Konkurrenten Potash. Dieser will zum weltgrößten Düngemittelkonzern werden und hat ein erhebliches Interesse daran, auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen.

Während Potash hier bislang noch nicht engagiert ist, verfügt K+S über eine gefestigte Position. Offiziell wollten beide Unternehmen noch keine Details bekanntgeben. Doch das Angebot scheint übereinstimmenden Medienberichten zufolge bei gut 40 Euro je Aktie zu liegen.

Diesen Wert hat das Papier durch den Run am vergangenen Freitag allerdings schon zeitweise geknackt. Auch zahlreiche Analysten sehen die Aktie mit 38 bis 40 Euro fair bewertet. Das entspricht in etwa dem jüngsten Kursniveau nach dem sprunghaften Anstieg.

2015-07-02 K+S

Einzelne Studien gehen allerdings noch deutlich darüber hinaus und setzen das Kursziel bei rund 45 Euro an. Besonders optimistisch zeigten sich zuletzt die Experten von der equinet AG, die die K+S-Aktie bei 55 Euro sehen.

Den Grund für diese zuversichtlichen Einschätzungen hat das Kasseler Unternehmen selbst erarbeitet. Nach dem tiefen Kurssturz im Jahr 2013, als das russisch-weißrussische Kali-Exportbündnis zusammenbrach und die weltweiten Kali-Preise in den Keller schickten, hatte K+S lange zu knabbern.

K+S kämpft sich zurück

2014 konnten sich weder die Geschäftszahlen noch der Aktienkurs nachhaltig von diesem Schock erholen. Erst seit Anfang dieses Jahres geht es wieder aufwärts, und das nicht zu knapp. Bereits vor Bekanntwerden der Übernahmegerüchte hatte die Aktie in der ersten Jahreshälfte um rund 30 Prozent zugelegt. Rechnet man das aktuelle Kursplus mit ein, liegt die Steigerung sogar bei mehr als 60 Prozent seit Jahresbeginn.

Überzeugen konnte auch die Bilanz für das erste Quartal, in dem Umsatz und Ergebnis zweistellig zulegten. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde daraufhin angehoben und könnte das Interesse von Potash zusätzlich angefacht haben.

Kritik aus der Politik

Angesichts des vergleichsweise niedrigen Gebots gilt es allerdings als wahrscheinlich, dass K+S die Offerte ablehnen wird. In diesem Fall scheint auch eine feindliche Übernahme nicht ausgeschlossen. Allerdings müsste ein solcher Schritt wohl einige Hürden nehmen, denn von politischer Seite wurde bereits Kritik laut.

Thorsten Schäfer-Gümbel, Landesvorsitzender der SPD Hessen, äußerte sich besorgt um die Zukunft der Arbeitsplätze, die K+S hierzulande sichert und womöglich durch eine Übernahme gefährdet werden könnten. Insofern ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen.

3. Juli 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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