K+S verkauft US-Tochter für 3,2 Mrd. Dollar

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Der Aktienkurs der K+S-Papiere ging gestern durch die Decke. Grund hierfür war der erfolgreiche Verkaufsabschluss der K+S-Tochter Morton Salt. (Foto: hyebrink / shutterstock.com)

Wenn Sie sich gestern die deutschen Aktiencharts angeschaut haben, werden Sie sich sicher über den massiven Kursgewinn des Kasseler MDax-Konzerns K+S AG gewundert haben. Der Grund, warum die K+S-Aktie zeitweise um mehr als +20% durch die Decke ging, war offensichtlich:

Die Salzgewinner aus dem Nordhessischen haben ihr Amerika-Geschäft für einen lukrativen Preis verkauft und können mit dem Erlös die hohe Schuldenlast deutlich senken. Diese Nachricht kam bei den Investoren gut an und löste einen kleinen Kaufrausch aus.

Verkaufsgerüchte wurden zunächst bestätigt

Bereits am gestrigen Morgen hatte K+S in einer Pressemitteilung aufkommende Gerüchte über einen möglichen Verkauf ihrer in Chicago/Illinois ansässigen Tochter Morton Salt bestätigt. Das Unternehmen teilte mit, dass es sich „in sehr fortgeschrittenen Verhandlungen mit Stone Canyon Industries Holdings LLC über einen möglichen Verkauf der Operativen Einheit Americas“ befinde.

Wenige Stunden später wurde Vollzug gemeldet

Nur wenige Stunden später meldete der hessische Salzkonzern Vollzug. So gab K+S in einer zweiten Mitteilung bekannt, dass der Kaufvertrag jetzt unterzeichnet sei. Für einen respektablen Preis von 3,2 Mrd. US-Dollar (USD) konnten die Kasseler ihre US-Tochter Morton Salt (bzw. die Operative Einheit Americas) an Stone Canyon Industries Holdings LLC, Mark Demetree, dem CEO der Kissner Group, und Partner verkaufen.

Unter dem Strich war der Verkauf ein erfolgreiches Geschäft für das Kasseler Unternehmen.

Denn K+S selbst hatte Morton Salt im Oktober 2009 für 1,6 Mrd. USD vom US-amerikanischen Chemieunternehmen Rohm and Haas übernommen. Durch diesen Deal stiegen die Kasseler seinerzeit zum weltweit führenden Salzanbieter auf.

Für eine angemessene Bezahlung spricht auch, dass der Verkaufspreis dem 12,5-fachen des 2019 erzielten EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 257 Mio. USD entspricht.

Bloomberg schürte die Gerüchteküche

Die US-Nachrichtenagentur Bloomberg hatte als erstes von einer möglichen Übernahme von Morton Salt durch die im kanadischen Kitchener/Ontario ansässige Kissner Group berichtet.

Ursprünglich teilte die Nachrichtenagentur mit, dass es bei den Verhandlungen um einen Kaufpreis von etwa 3 Mrd. USD ginge. Laut Bloomberg-News vom Wochenende könne die Transaktion bereits in dieser Woche besiegelt und bekannt gegeben werden.

Verkauf an Beteiligungsgesellschaft

Die Verkaufsverhandlungen führten die Kasseler allerdings nicht mit dem von Bloomberg genannten Mitbewerber Kissner Group, sondern mit deren Muttergesellschaft Stone Canyon Industries Holdings. Dabei handelt es sich um eine in Los Angeles/Kalifornien ansässige Beteiligungsgesellschaft.

Zu den Beteiligungen von Stone Canyon gehören u. a. auch diverse Unternehmen aus der Salzgewinnung bzw. dem Salzhandel. Einer dieser Salzproduzenten ist die von Bloomberg als Verhandlungspartner genannte Kissner Group, die allerdings im März 2020 von Stone Canyon für 2 Mrd. USD übernommen wurde.

Verkaufserlös soll Schulden senken

Bereits im März dieses Jahres kündigte K+S an, dass das Unternehmen ihre „Operative Einheit Americas“, in der das nord- und südamerikanische Salzgeschäft des Konzerns gebündelt ist, vollständig verkaufen zu wollen. Der Erlös aus dem Verkauf solle für den Abbau der Verschuldung um deutlich mehr als 2 Mrd. Euro genutzt werden.

K+S steht aufgrund des hohen Verschuldungsgrades gewaltig unter Druck. Insbesondere die milliardenschweren Investitionen in den Neubau eines Kaliwerks in Kanada hinterließen einen großen Schuldenberg.

Der Abschluss bzw. das Closing der Transaktion sollen im Sommer 2021 erfolgen. Vorher müssen noch die üblichen Abschlussbedingungen, einschließlich der kartellrechtlichen Genehmigungen, realisiert werden. Die Kaufpreiszahlung erfolgt zu diesem Zeitpunkt in bar.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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