KSB-Aktie: Steht der Pumpen-Hersteller vor einem Comeback?

KSB, ein traditionsreicher Familien-Betrieb und einer der größten Player der Pumpen-Industrie, befindet sich wieder auf Wachstumskurs. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Die vergangenen Jahre waren beileibe nicht einfach für den pfälzischen Hersteller von Spezialpumpen.

Bei seinen Zielkunden wie Stromkonzernen, Minen-Betreibern und Ölraffinerien gilt das Familien-Unternehmen zwar als gesetzt.

Die Schwäche in den Abnehmer-Märkten bremste aber auch die Geschäfts-Entwicklung von KSB kräftig aus.

Ein leichter Umsatz-Rückgang wurde von dahinschmelzenden Gewinnmargen (von 6,18% im Jahr 2009 auf nur noch 1,52% in 2016) begleitet.

Es ist also kein Wunder, dass sich auch der Aktienkurs von seinen Höchstständen bei knapp 700 € zwischenzeitlich deutlich entfernt hat.

Im vergangenen Jahr notierten die Papiere lange Zeit nur noch knapp über der 300-€-Marke.

Dann löste die Hoffnung auf ein massives Restrukturierungs-Programm eine kräftige Gegenbewegung aus.

Weltweit führendes Familien-Betrieb

Die 1871 von Klein, Schanzlin und Becker gegründete KSB ist bereits seit 1895 börsennotiert.

Der Konzern ist einer der weltweit führenden Hersteller von Pumpen und Armaturen zum Flüssigkeits-Transport.

KSB fertigt in 19 Ländern und vertreibt seine Produkte in über 100 Länder. Die größten außereuropäischen Fertigungsstätten betreibt die Firma in Brasilien, China, Indien und den USA.

KSB verfügt über starke Marktpositionen in Europa, Asien (außer Japan) und Lateinamerika; produktseitig ist das Unternehmen v. a. im Kraftwerks-Geschäft gut positioniert.

Einer der größten Player in der Pumpen-Industrie

KSB ist mit einem geschätzten Marktanteil von rund 5% an der weltweiten Pumpen-Industrie bereits einer der großen Player in einer fragmentierten Branche.

Der Konzern ist Weltmarktführer bei Pumpen für die Energie- und die Verfahrens-Technik.

Industrie-Anwendungen sind der umsatzstärkste Bereich. Dort ist KSB weltweit die Nr. 2.

Mit Ausnahme von Nordamerika und Japan verfügt die Firma weltweit über starke Marktpositionen. Die für KSB relevanten Märkte wachsen im Durchschnitt um 2 – 3% p. a.

Neben KSB sind hier die japanische Ebara, die US-Gesellschaften Ingersoll Rand und ITT Corp. sowie die schweizerische Sulzer als relevante Player zu nennen.

Plus beim Auftrags-Eingang macht Anlegern Hoffnung

Der Pumpen- und Armaturen-Hersteller KSB erwartet im laufenden Jahr „eine deutliche Steigerung“ seines Auftrags-Eingangs.

Im 1. Quartal stieg der Order-Eingang um 15,4% an. Dieser Anstieg auf 603,4 Mio. € ist vornehmlich auf Aufträge aus der Industrie, der Energieversorgung und dem Bergbau zurückzuführen.

Erheblich zugenommen haben laut Firmen-Angaben auch die Bestellungen aus der Wasser- und Abwasser-Wirtschaft.

Der Konzern-Umsatz hat sich von Januar bis März um 3,2 % auf 522,5 Mio. € verbessert.

Stabiler Umsatz und deutlicher Ertragssprung erwartet

Bei der Jahres-Prognose geht die Konzern-Führung davon aus, das Vorjahres-Niveau zu erreichen.

Mehrere neue Projekt-Aufträge werden erst in den kommenden Jahren umsatzwirksam werden.

Das Konzern-Ergebnis vor Ertragsteuern soll sich im laufenden Jahr gegenüber 2016 (74,6 Mio. €) erheblich verbessern.

Dazu beitragen soll auch das massive Restrukturierungs-Programm. Die Maßnahmen sollen die Kosten bis Ende 2018 um 200 Mio. € nach unten drücken.

Bei der Gewinnmarge deutlich Luft nach oben

Die KSB-Aktie ist ein lupenreiner Turnaround-Kandidat.

Für Sie zum Vergleich: im zurückliegenden Geschäftsjahr brach der Umsatz um 7,2% auf 2,16 Mrd. € ein. Im Gegenzug schrumpfte der operative Gewinn um 16,2% auf 88,2 Mio. €.

Allerdings schlugen die Kosten für das Restrukturierungs-Programm mit 50 Mio. € zu Buche. Wenn Sie diesen Einmal-Effekt herausrechnen, erzielte KSB eine operative Marge von 6,3%.

Das liegt sowohl deutlich unter den alten Höchstwerten von 10,5% in 2008 als auch unter den Werten der Wettbewerber, die über 8% erreichen.

Gelingt der Turnaround, dann könnte die Aktie vor einer Neubewertung stehen

Die mageren Jahre könnten nun aber vorbei sein. Spätestens 2019 sollte das Effizienz-Programm voll greifen.

Zugleich sitzt der Familien-Betrieb auf:

  • einem hohen Cash-Bestand (Netto 260 Mio. €),
  • einem immensen Immobilien-Vermögen
  • und einer werthaltigen Aktien-Beteiligung an einem indischen Tochter-Unternehmen, der Analysten alleine einen Wert von 150 Mio. € zubilligen.

Sollte also die Rückkehr zur alten Ertragsstärke gelingen, dürfte dies auch dem Aktienkurs weiteren Rückenwind verleihen.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.