Kühne & Nagel: Logistik-Konzern als Corona-Profiteur

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Der Schweizer Logistik-Konzern Kühne & Nagel litt zeitweise unter den negativen Folgen der Corona-Pandemie – wird aber zukünftig auch von der Pandemie profitieren. (Foto: Alexander Mak / shutterstock.com)

Immer mehr Unternehmen bereiten sich in diesen Tagen auf den Durchbruch in der Corona-Impfstoff-Forschung und die anschließende Verteilung des Impfstoffs vor. Ein Beispiel aus dem Nachbarland: Der Schweizer Logistik-Konzern Kühne & Nagel hat jüngst je ein Pharma-Luftfrachthub in der belgischen Hauptstadt Brüssel und in der südafrikanischen Großstadt Johannesburg eröffnet. Damit erweitert der Konzern das weltweite Netzwerk für den temperaturgeführten Transport und die Distribution von Impfstoffen und anderen Pharma- und Healthcare-Produkten.

Kühne & Nagel betreibt weltweit mehrere auf temperaturgeführte Logistik spezialisierte Hubs (Hub steht im Logistikbereich für Hauptumschlagsbasis). So unter anderem in den USA, Großbritannien, Dänemark, Spanien, Luxemburg, Italien, Frankreich, Singapur, Indien, Panama, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Australien.

Damit wird Kühne & Nagel, sobald ein Impfstoff zugelassen ist und verteilt werden muss, zum Profiteur der Corona-Pandemie. Denn der Schweizer Logistik-Konzern wird mit seinen Hubs dabei helfen, den Impfstoff weltweit zu verteilen und damit die negativen Folgen der Pandemie zu beenden bzw. im ersten Schritt zumindest einzudämmen.

Allerdings litt auch Kühne & Nagel im ersten Halbjahr unter den Folgen der Pandemie. Das zeigt sich in den jüngsten Zahlen und das zeigte sich auch zwischenzeitlich im Kurs der Kühne & Nagel-Aktie. Blicken wir zuerst kurz auf die Aktie.

Die aktuellen Zahlen in der Übersicht

Die Aktie des Schweizer Logistik-Spezialisten Kühne & Nagel liegt trotz Corona-Pandemie im laufenden Jahr im Plus. Ebenfalls positiv: Nachdem es Anfang April zunächst hieß, dass die Ausschüttung einer Dividende für dieses Jahr zur Sicherung der Liquidität ausgesetzt sei, wurde nun doch eine Dividende in Höhe von 4 Schweizer Franken (CHF) je Aktie ausgeschüttet.

Die Basis dafür war das unerwartet gute Abschneiden im 1. Halbjahr 2020: Der Umsatz ging in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres nur um 7,5% auf 9,8 Mrd. CHF zurück. Der operative Gewinn (EBIT) fiel 18% zurück und erreichte 419 Mio. CHF. Es waren jedoch wesentlich schlimmere Zahlen erwartet worden. Hinzu kommt: Die Lage hat sich zuletzt deutlich gebessert und Kühne & Nagel profitiert als Logistik-Spezialist zunehmend vom boomenden Online-Handel.

Fazit: Kühne & Nagel gut aufgestellt

Das Unternehmen hat wieder einmal in einer schwierigen Phase unter Beweis gestellt, dass man sich auch in Krisenzeiten nicht aus dem Gleichgewicht bringen lässt. Für das 2. Halbjahr 2020 rechnet das Kühne & Nagel-Management aber zunächst weiter mit einigen Corona-bedingten Unsicherheiten.

Längerfristig orientierten Anlegern bieten Rücksetzer aus meiner Sicht durchaus interessante Einstiegsgelegenheiten bei dem soliden Schweizer Logistik-Konzern. Wie bereits geschrieben, liegt die Aktie trotz Corona-Pandemie seit Jahresbeginn im Plus.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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