Kuka Aktie nach Gewinnsprung: Wie lange hält der Boom noch an?

Der Roboterhersteller Kuka hat zum Abschluss des ersten Halbjahres mit einer Anhebung seiner Prognose für das Gesamtjahr überrascht. Die erste Jahreshälfte verlief vielversprechend: Bereits jetzt konnte ein Auftragseingang in einem Volumen von 1,44 Milliarden Euro verzeichnet werden. Im Gesamtjahr 2014 belief sich das Auftragsvolumen auf 2,2 Milliarden Euro. Der Umsatz belief sich in den ersten sechs Monaten auf knapp 1,48 Milliarden Euro.

Basierend auf diesen guten Zwischenergebnissen hat Kuka seine Prognose für das Geschäftsjahr 2015 nun von 2,8 auf 2,9 Milliarden Euro angehoben. Zudem peilt das im MDax gelistete Unternehmen eine Ebitmarge von 6,5 bis 7 Prozent an, nachdem man zuvor von 5,5 Prozent ausgegangen war. Anleger reagierten erfreut auf die Nachricht und ließen den Aktienkurs im Anschluss um rund 5 Prozent steigen.

2015-08-07 Kuka

Kuka präsentiert solide Quartalszahlen

In dieser Woche wurden zudem die endgültigen Zahlen für das zweite Quartal vorgestellt. Demnach hat Kuka seinen Gewinn in diesem Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt von 10,3 Millionen Euro 2014 auf 26,2 Millionen Euro im abgelaufenen Vierteljahr.

Auch die Auftragslage sieht rosig aus. Der Auftragseingang kletterte im zweiten Quartal um 22 Prozent auf 696 Millionen Euro.

Der Umsatz konnte um die Hälfte gesteigert werden auf 758 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg um knapp 18 Prozent auf gut 40 Millionen Euro. Das sieht auf den ersten Blick zwar gut aus, doch hier lag ein kleiner Wermutstropfen aus Sicht der Anleger: Denn gemessen am Umsatz waren es nur 5,3 Prozent und damit 1,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Das ließ nicht nur die Aktie am Tag der Bilanzpräsentation um 1,5 Prozent absacken, sondern alarmierte auch die Analysten. Trotz der guten Zwischenbilanz und der positiven Jahresprognose hält sich ihre Euphorie in Grenzen.

Analysten warnen vor Überhitzung – und China-Risiken

Die meisten Studien empfehlen, die Aktie zu halten oder zu verkaufen. Hintergrund ist vor allem die jüngste Kursrally, die den Wert des Papiers allein im laufenden Jahr um mehr als 30 Prozent in die Höhe getrieben hat auf zuletzt gut 77 Euro. Damit gilt die Aktie auch im Vergleich zu Konkurrenzunternehmen der gleichen Branche als tendenziell überbewertet.

Optimistische Analysten sehen das Kursziel zwischen 70 und 80 Euro, eine einsame Kaufempfehlung der UBS-Experten geht von 92 Euro aus. Die meisten aktuellen Analysen rechnen jedoch mit einem Kursrückschlag und sehen das Papier bei gut 60 Euro fair bewertet.

Neben dem heißgelaufenen Kurs liegen die Bedenken der Beobachter vor allem in der Zielgruppe der Kuka-Roboter begründet: Vor allem die Automobilbranche sorgt für einen Großteil der Aufträge – und die hat aktuell mit starkem Gegenwind zu kämpfen.

Die chinesische Konjunktur schwächelt spürbar und mit ihr einer der wichtigsten Absatzmärkte der Autobauer. Brechen ihre Verkäufe im Reich der Mitte ein, dürfte sich das früher oder später auch in den Büchern von Kuka niederschlagen.

7. August 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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