Kuka-Aktie: Roboter-Hersteller kommt mit Verkauf des US-Rüstungsgeschäfts der Midea-Übernahme näher

Im Sommer machte der Augsburger Roboter-Bauer Kuka mit der geplanten Übernahme durch den chinesischen Haushaltsgeräte-Hersteller Midea auf sich aufmerksam:

Der gebotene Preis von 115 € je Aktie war höchst attraktiv und wurde von vielen Anlegern zum Ausstieg genutzt.

Seither laufen die Verhandlungen; nachdem die Aktie bis auf 70 € abgetaucht ist, haben sich die Papiere jetzt wieder bei über 84 € stabilisiert.

Für die gedrückte Stimmung sorgte insbesondere die benötigte Zustimmung der Behörden in den USA (CFIUS: Commitee on Foreign Investment in the United States und DDTC: Directorate of Defense Trade Controls).

Was es damit auf sich hat und warum die Übernahme jetzt deutlich wahrscheinlicher geworden ist, erfahren Sie jetzt.

Kukas Geschäft tangiert sicherheitsrelevanten Bereich

Sie erinnern sich vielleicht an die gerade abgeblasene Aixtron-Übernahme durch einen chinesischen Investor:

Hier blockierte letzten Endes die US-Regierung den Deal, da das US-Geschäft von Aixtron in einem für die Sicherheit relevanten Bereich angesiedelt war, so auch bei Kuka:

Die beiden Behörden haben Kukas Aktivitäten im militärischen und sicherheits-relevanten Bereich in den USA genau unter die Lupe genommen. Die Genehmigung stand bis zuletzt noch aus.

Mit dem Verkauf nimmt Kuka die Sache selbst in die Hand

Jetzt entschied sich Firmenchef Till Reuter aber offenbar dafür, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und zieht den Verkauf des Geschäftsbereichs „Kuka Systems Aerospace“ vor.

In diesem Segment entwickelten die Augsburger roboterbasierte Fertigungs-Lösungen für die Luft- und Raumfahrt-Industrie.

Die hohe Brisanz des Geschäftsbereichs entstand, da sich dort die zivilen und militärischen Aktivitäten schwer trennen lassen.

Führender, aber ertragsschwacher Robotik-Konzern

Damit rückt die Übernahme durch Midea immer näher. Mehr als 95% der Anleger hatten bereits das Übernahme-Angebot angenommen.

Das ist mehr als verständlich, denn der gebotene Preis von 115 € war äußerst sportlich.

Zwar ist Kuka mit einem Marktanteil von 11% einer der weltweit führenden Hersteller von Industrie-Robotern und Automatisierungs-Systemen.

Aber die Geschäfts-Entwicklung ist deutlich schwächer als bei der Konkurrenz:

Seit 2002 verbesserten sich die Umsätze gerade einmal um 36% auf 3,2 Mrd. €. Zugleich lag bei einem Gewinn von 95 Mio. € die Gewinnmarge bei mehr als überschaubaren 2,93%.

Weltmarktführer Fanuc spielt in einer komplett anderen Liga

Die Ertragsschwäche wird besonders deutlich, wenn Sie sich den japanischen Weltmarktführer Fanuc ansehen:

Der Konzern vereint mit 16% Marktanteil das größte Stück des Kuchens auf sich. Seit 2002 kletterten die Erlöse zuletzt um mehr als 250% auf umgerechnet 6,08 Mrd. Dollar.

Die Gewinne stiegen sogar um über 400% auf 1,72 Mrd. Dollar im vergangenen Geschäftsjahr. Das entspricht immerhin einer beeindruckenden Gewinn-Marge von 28%.

Damit ist klar, dass die 115 € je Aktie für Kuka ein absoluter Liebhaberpreis sind – immerhin bot der chinesische Midea-Konzern damit das 40-Fache des erwarteten Jahresgewinns.

Ob dieser Preis durch zusätzliches Wachstum und Synergien schnell wieder reingeholt werden kann, wird sich erst noch zeigen müssen.

20. Dezember 2016

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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