Kuka-Aktie: Roboter-Hersteller mit Rekord-Aufträgen nach Übernahme

Mit Spannung haben die Anleger auf die jüngsten Zahlen des deutschen Roboter-Spezialisten Kuka geschaut.

Denn nach der Übernahme durch den chinesischen Haushaltsgeräte-Hersteller Midea im vergangenen Sommer wird langsam klar, ob der strategische Investor wirklich einen guten Riecher hatte.

Immerhin hat Midea 4,6 Mrd. € für Kuka auf den Tisch gelegt – klar, dass sich die Investition bald rechnen soll.

Kuka – Weiterhin hohe Abhängigkeit vom der Autoindustrie

Kuka konzentriert sich auf Lösungen zur Automation industrieller Produktions-Prozesse.

Nach der Übernahme von Swisslog liegt der Anteil der Automobil-Industrie am Konzern-Umsatz bei etwa 50%.

Der Bereich Robotics entwickelt und produziert Industrie-Roboter, roboternahe Dienstleistungen und Steuerungen.

Das strategische Ziel ist der Ausbau des Geschäfts in Automobil-fernen Sektoren mit geringem Automatisierungsgrad.

Kuka Systems bietet automatisierte Produktions- und Montage-Lösungen (Module sowie schlüsselfertige Fertigungslinien) für die Automobil- und allgemeine Industrie sowie den Flugzeugbau an.

Kuka montiert v. a. vorgefertigte Teile, die von einer breitgestreuten Zulieferer-Basis eingekauft werden.

  • Eine teilweise Verlagerung der Produktion von Augsburg nach Shanghai,
  • ein optimiertes und verjüngtes Produkt-Portfolio
  • und ein verstärkter Fokus auf die allgemeine Industrie

sollten sich positiv auf die Profitabilität auswirken.

Gewinnmarge zeigt nach unten

Die gerade gemeldeten Geschäfts-Ergebnisse zeigten aber ein gemischtes Bild: Der Umsatz lag 2016 mit 2,95 Mrd. € knapp unter dem Vorjahreswert (2,97 Mrd. €).

Von den ursprünglichen Zielen (> 3 Mrd. €) hatten sich die Augsburger bereits im Jahresverlauf verabschiedet. Beim Vorsteuer-Ergebnis ging es auf 127 Mio. € spürbar nach unten (-34%).

Das Management verweist auf Extrakosten für Rechtsanwälte und Spezialisten in Höhe von 28 Mio. € für den Midea-Deal.

Zugleich belastete die auf 11 Mio. € gesunkene Kaufpreis-Allokation für den übernommenen Logistik-Spezialisten Swisslog.

Aber auch wenn Sie diese Einmal-Belastungen herausrechnen, verbleibt immer noch ein satter Rückgang von 14%.

Auftrags-Eingänge wecken Zuversicht

Ein Lichtblick lieferte allerdings das 4. Quartal: Denn hier verbesserte sich die operative Gewinnmarge um einen ganzen Prozentpunkt auf 4,9%.

Auch für die Zukunft macht Kuka-Chef Till Reuter Mut: Die Auftrags-Eingänge stiegen zum 1. Mal in der Firmengeschichte auf über 3 Mrd. €.

Hierfür verantwortlich war der sprunghafte Anstieg des Auto-Segments in der Roboter-Sparte; hier schossen die Bestellungen nämlich ausgesprochen kräftig um 30% nach oben.

Wachstum bei Industrie-Robotern dürfte weiter anhalten

Beim genauen Blick auf die Zahlen wird deutlich, wo das Potenzial des Konzerns liegt:

Denn als einziges der 3 Geschäftsfelder steigerten die Roboter den Umsatz um 9% auf 947 Mio. €.

Mit einer Vorsteuermarge von 10,1% war die Roboter-Sparte zugleich das gewinnträchtigste Segment. Hier dürfte auch zukünftig die Musik spielen.

V. a. der chinesische Markt sorgt für hohes Absatz-Potenzial; alleine im Geschäftsjahr 2015 kletterten die Verkaufszahlen industrieller Roboter um 19%.

China macht als weltweit größter Absatzmarkt für Industrie-Roboter alleine 43% der gesamten Verkäufe in der Asien-Region aus – einschließlich Australien und Neuseeland.

Das Reich der Mitte wird auch in Zukunft größter Wachstumstreiber sein und seine führende Rolle weiter ausbauen.

Bis 2019 rechnen Experten damit, dass in China rund 40% des weltweiten Roboter-Angebots installiert sind.

20. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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