Kuka-Aktie: Roboter-Hersteller schraubt Jahresziele nach oben

Das starke Wachstum in China und den USA sorgt für Rückenwind beim Augsburger Roboter-Hersteller Kuka. Hier erfahren Sie alles Weitere: (Foto: Andrei Kholmov / Shutterstock.com)

Erst wenige Monate ist es her, da hat der chinesische Elektrogeräte-Hersteller Midea knapp 95% aller Kuka-Aktien für den stolzen Preis von 4,5 Mrd. € übernommen.

Warum der chinesische Konzern den deutschen Roboterbauer geschluckt hat, liegt auf der Hand: Der chinesische Markt für Haushalts-Geräte ist stark gesättigt.

Auf der Suche nach neuen Wachstums-Chancen ist der Konzern beim Augsburger Roboterh-Hersteller Kuka fündig geworden:

Der chinesische Markt hat einen enormen Nachholbedarf an Automatisierungs-Lösungen.

Denn die Lohnkosten in China sind seit der Jahrtausendwende um sage und schreibe 700% gestiegen.

Von vielen Marktteilnehmern wurde der gezahlte Übernahmepreis als extrem teuer eingestuft.

Daher wird es jetzt ausgesprochen spannend zu sein, wie es bei den Augsburgern nach dem Deal operativ weitergeht.

Kuka im Porträt

KUKA konzentriert sich auf Lösungen zur Automation industrieller Produktions-Prozesse.

Nach der Übernahme von Swisslog liegt der Anteil der Automobil-Industrie am Konzern-Umsatz bei etwa 50%.

Der Bereich Robotics entwickelt und produziert Industrie-Roboter, roboternahe Dienstleistungen und Steuerungen.

Strategisches Ziel ist der Ausbau des Geschäfts in Non-Automotive Sektoren mit geringem Automatisierungsgrad.

Hohe Wettbewerbs-Qualität

Kuka ist eine starke Marke im Bereich der Industrie-Roboter.

Das Unternehmen unterhält sehr gute Geschäfts-Beziehungen zu führenden Automobil-Herstellern wie VW, Daimler, BMW und Ford.

Die Wettbewerbs-Position von Kuka in Deutschland und Europa sowie in Nordamerika (für Systems) ist gut.

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Der Anteil von China am Konzern-Umsatz hat sich nach der Werks-Eröffnung in Shanghai kräftig erhöht (2015: >14%).

Kuka hat bei fast allen Geschäfts-Aktivitäten marktführende Positionen inne (i. d. R. unter den Top 5), agiert aber in Märkten mit hoher Wettbewerbs-Intensität.

Umsatz klettert um 1/3 nach oben

Über die jüngsten Zahlen dürfte sich der neue chinesische Eigentümer Midea wohl kaum beschweren.

Immerhin kletterten die Umsätze im 1. Halbjahr um mehr als 1/3 auf 1,8 Mrd. € nach oben.

Insbesondere vor dem Hintergrund des starken Geschäfts in China und Nordamerika zeigt sich die Konzernführung ausgesprochen optimistisch und hebt die Jahresziele an:

Jahresziele werden deutlich nach oben geschraubt

Beim Umsatz erwartet Kuka jetzt für das Jahr 2017 nun 3,3 Mrd. € – und damit rund 200 Mio. mehr als bisher.

Gegenüber dem Vorjahr entspricht die neue Planung einem Umsatz-Zuwachs um 12%.

Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) peilt Kuka ein Plus von mehr als 5,5% an; mind. etwa 182 Mio. €.

Allerdings müssen davon noch Kosten für die Übernahme der Schweizer Tochter Swisslog (knapp 9 Mio. €) sowie noch nicht bezifferbare Wachstums-Investitionen (max. 45 Mio. €) abgezogen werden.

Für Sie zum Vergleich: Im vergangenen Jahr erzielte Kuka ein Vorsteuer-Ergebnis von rund 127 Mio. €.

Arbeitsplätze nicht in Gefahr

Im Zuge der Übernahme machten sich viele Politiker Sorgen, dass hier deutsche Hochtechnologie ins Ausland wandern und es zu einem Abbau von Arbeitsplätzen kommen könnte.

Bislang scheint sich dieses Horror-Szenario allerdings nicht zu bewahrheiten. Ohnehin hatte Midea im Zuge der Übernahme eine Standort- und Arbeitsplatz-Garantie bis 2023 zugesichert.

Zusätzlich hatte Kuka vor wenigen Tagen ein mehr als 100 Mio. € umfassendes Investitions-Programm für seine Zentrale angekündigt:

So sollen in Augsburg bis 2025 eine neue Werkshalle, ein Bürohochhaus und ein Ausbildungs-Zentrum entstehen.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.