Kuka: Roboterriese meldet Gewinnsprung bei rückläufigem Umsatz

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Kuka-Gewinn springt durch Einmaleffekt nach oben. Operativ ist die Rückkehr auf den Wachstumspfad noch nicht gelungen. Neue Großaufträge sorgen aber für einen Hoffnungsschimmer. (Foto: PopTika/Shutterstock)

Seit der Übernahme durch den chinesischen Haushaltsgerätehersteller Midea vor zwei Jahren kommt bei den Kuka-Anlegern keine rechte Freude auf. Damals legten die Chinesen 115 Euro je Aktie auf den Tisch, im Zuge von Squeeze Out-Spekulationen schossen die Papiere im Nachgang sogar bis auf 250 Euro in die Höhe. Mittlerweile notiert die Aktie wieder bei 56 Euro.

Während der Robotik-Sektor in den letzten Jahren von einem Hoch zum nächsten eilte, ist die Kuka-Aktie damit wieder auf dem Niveau von 2015 angelangt. Der Squeeze Out hat sich nicht realisiert (Midea hält unverändert 94,6% aller Aktien) und operativ ist ordentlich Sand im Getriebe.

Im letzten Jahr wurde gleich zweimal die Prognose zurechtgestutzt, die Personalrotation ist in vollem Gange und zugleich soll ein deftiges Sparprogramm wieder für mehr Effizienz im Konzern sorgen. Die gerade vorgelegten Zahlen zum ersten Quartal zeigen, dass Kuka die Rückkehr auf den Wachstumspfad noch nicht gelungen ist.

Kuka im Portrait

Die Kuka AG mit Sitz in Augsburg entwickelt, produziert und vermarktet industrielle Roboter und automatisierten Fertigungsanlagen sowie entsprechende Steuerungen und Software.

Im Bereich Robotics umfasst das Produktportfolio von Kuka sämtliche Roboterformate vom Kleinroboter über Sechsachsroboter, Hitze- und schmutzbeständige Roboter, Reinraum-Varianten, Palettier- und Schweißroboter bis hin zu MRK-fähigen Leichtrobotern für die direkte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine.

Gesteuert werden die Roboter über eine PC-basierte  und frei programmierbare Steuerungsplattform. Darüber hinaus offeriert Kuka entsprechende Software, darunter Standard-Software, Applikationssoftware, Software zur Vernetzung mehrerer Roboter sowie Software für die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter.

Im Bereich Dienstleistungen bietet Kuka zudem Services wie Planung, Inbetriebnahme und Instandhaltung sowie technischen Support.

Umsatz unter Vorjahresniveau

Im Startquartal sank der Umsatz auf 737,7 Millionen Euro und lag damit knapp 1% unter dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Die Umsätze verteilten sich dabei wie folgt auf die seit dem 01. Januar 2019 neu geordneten fünf Geschäftsbereiche:

  • Systems: 216,9 Mio. Euro (-13,4%)
  • Robotics: 274,4 Mio. Euro (+6,8%)
  • Logistics Automation 142 Mio. Euro (unverändert)
  • Healthcare 50,9 Mio. Euro (+1,2%)
  • China 94,2 Mio. Euro (-8,8%)

Wie Sie sehen, zeigte sich insbesondere die Sparte Systems ausgesprochen schwach. Hier liefert Kuka maßgeschneiderte Automatisierungslösungen vor allem für die Automobilindustrie. Besonders Automobilkunden aus den USA haben sich laut Unternehmensangaben mit Investitionen zurückgehalten.

Gewinn springt in die Höhe

Zeitglich verbesserte sich der operative Gewinn (EBIT) deutlich um 45,1% auf 22,2 Millionen Euro. Die EBIT-Marge erhöhte sich entsprechend auf 3%. Allerdings sollten Sie den Gewinnsprung nicht überbewerten. Die starke Ergebnisverbesserung resultiert nämlich zu einem Teil auf einem Bilanzeffekt. Eine veränderte Konsolidierungsmethodik nach der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Midea hat hier für einen einmaligen positiven Ertrag gesorgt.

Großaufträge machen Hoffnung

Neben den durchwachsenen Zahlen gab es zuletzt aber auch operative Lichtblicke. So konnte Kuka gleich zahlreiche Neuaufträge in trockene Tücher bringen. Für den Weltmarktführer für roboterbasierte Haartransplantationen liefert Kuka zukünftig Leichtbauroboter mit sieben Achsen. Zugleich ergatterte der Konzern Aufträge von einem skandinavischen Handelsunternehmen und einer Logistikfirma aus Singapur über mehr als 20 Millionen Euro. Für Ikea Malaysia liefert Kuka zukünftig Lagerlogistiklösungen in Höhe von rund 43 Millionen Euro.

Verbesserung im weiteren Jahresverlauf erwartet

Für das zweite Halbjahr zeigt sich Firmenboss Peter Mohnen zuversichtlich. Auf Grund einer prognostizierten Belebung des Geschäfts hält Mohnen an der Jahresprognose fest. So soll der Umsatz leicht auf 3,3 Milliarden Euro ansteigen (+3,1%). Ergebnisseitig soll, nicht zuletzt auf Grund des massiven Effizienzprogrammes, die Marge (EBIT) um 0,5 Prozentpunkte auf 3,5% nach oben klettern.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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