Kuka-Übernahme: Chinesen wollen Zukunftstechnologie

An einem sonst eher ruhigen Handelstag explodierte gestern die Kuka-Aktie, nachdem ein Übernahmeangebot aus China bekannt wurde. Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea hatte sich bereits vor einigen Monaten 10% der Kuka-Anteile gesichert.

Jetzt wollen die Chinesen mehr und bieten 115 Euro pro Kuka-Aktie, ein Aufpreis von 36% gegenüber dem Aktienkurs vor Bekanntgabe des Angebots.

Chinesen streben freundliche Übernahme an

Midea kommt dabei nicht als feindlicher, sondern als freundlicher Investor daher. Schon seit einiger Zeit befinden sich die Chinesen im Dialog mit dem KUKA-Management, über eine Zusammenarbeit bei Logistik- und Service-Robotern und das Geschäft in China.

Midea will an der Strategie von Kuka nichts ändern, das Management soll im Amt und Kuka unabhängig und in Deutschland bleiben. In den Aufsichtsrat einziehen wollen die Chinesen aber schon.

Midea strebt nach eigener Aussage keine Komplettübernahme an. Mindestens 30% der Kuka-Anteile will man allerdings einsammeln, an diese Bedingung ist die Offerte gebunden.

Wie verhalten sich die Kuka-Großinvestoren?

Interessant ist jetzt natürlich, wie die bisherigen Großaktionäre von Kuka auf das Angebot reagieren werden. Mit rund 25% der Anteile ist der deutsche Maschinenbauer Voith derzeit größter Kuka-Aktionär. Er besitzt damit eine Sperrminorität und könnte wesentliche Änderungen der Kuka-Strategie verhindern, falls der chinesische Einfluss zu groß werden sollte.

Rund 10% der Kuka-Anteile gehören einem Unternehmen des hessischen Milliardärs Friedhelm Loh, der bei Kuka im Aufsichtsrat sitzt.

Beide haben sich bislang nicht geäußert, wie sie zu dem Angebot von Midea stehen. 115 Euro pro Aktie sind sicherlich ein sehr guter Preis. Wenn Voith und Loh auf Gewinne aus wären, würde ein Verkauf an Midea sicherlich Sinn machen.

Allerdings sieht gerade Voith seine Kuka-Beteiligung wahrscheinlich eher als strategisches Investment an und hat möglicherweise selbst mit einem Aufstocken seiner Anteile geliebäugelt. Ein Wettbieten von Midea und Voith halte ich allerdings für unwahrscheinlich.

Was macht Kuka so attraktiv?

Das Interesse von Midea an Kuka ist nachvollziehbar. Kuka besitzt in einem wachstumsstarken Schlüsselmarkt in der Industrie eine hervorragende Marktposition. Nachdem Industrieroboter aus der Automobilbranche längst nicht mehr wegzudenken sind, kommen sie auch in anderen Branchen immer mehr zum Einsatz.

Beispielsweise werden Servicerobotern – in Anbetracht einer immer älter werdenden Bevölkerung – ein großes Marktpotenzial vorausgesagt. Midea besitzt mit einem gut ausgebauten Vertriebsnetz gute Voraussetzungen, diese im Riesenreich China zu vermarkten.

Wie geht es mit der Kuka-Aktie weiter?

So ganz scheint der Markt dem Deal mit Midea anscheinend nicht über dem Weg zu trauen. Zwar konnte die Kuka-Aktie gestern 23% zulegen, mit einem Schlusskurs von 104 Euro bleibt die Kuka-Aktie jedoch ein ganzes Stück unter den angebotenen 115 Euro zurück.

Dies mag daran liegen, dass der Deal von der Erteilung der erforderlichen kartellrechtlichen sowie sonstiger regulatorischer Genehmigungen abhängig ist. Und das Angebot nur dann gilt, wenn Midea 30% der Anteile angeboten werden. Falls Sie der Meinung sind, dass dies nur eine Formsache ist, macht es durchaus Sinn, über einen Einstieg nachzudenken, aber ganz ausblenden sollten Sie das Restrisiko nicht.

So steigen Sie frühzeitig in Highflyer wie Kuka ein

+211% Gewinn haben die Leser meines Börsendienstes „Innovation-Investor“ mit der Kuka-Aktie bislang gemacht, die ich dort vor drei Jahren zum Kauf empfohlen hatte. Und das ist nur einer von vielen Gewinnern im dreistelligen Prozentbereich.

Denn im „Innovation-Investor“ suche und finde ich für meine Leser die Aktien, die von den Trends und Technologien der Zukunft profitieren – genau wie Kuka.

19. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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