Campbell Soup: Kult-Unternehmen vor Turnaround?

Wenn das alte Geschäft nicht mehr so gut läuft, müssen Unternehmen etwas Neues machen. Campbell Soup ist diesbzgl. auf einem guten Weg: (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Auch wenn es die Wenigsten zugeben wollen: Gerichte aus der Konserve kommen bei vielen Menschen noch immer auf den Tisch.

Wenn es schnell gehen muss, spricht auch nichts gegen einen warmen Snack. Gerade im Winter darf es für viele Menschen ein heißer Eintopf sein.

Da liegt es v. a. für Singles nahe zu Fertig-Produkten zu greifen. Manche dieser Hersteller sind sogar Kult. Wer kennt z. B. nicht das Maggi-Kochstudio oder die Rezept-Ideen von Knorr?

In den USA hat Campbell Soup einen guten Namen, wenn es um Fertig-Gerichte geht. Doch reicht das aus, um gute Gewinne zu erzielen?

Campbell Soup – in den USA Kult

Campbell Soup ist ein führender Produzent qualitativ hochwertiger Marken-Lebensmittel. Die Tomatensuppe in der rotweißen Konservendose erlangte Weltruhm.

Neben Suppen und Saucen (Pace) werden Frucht- und Gemüsesäfte (V8), Kekse und Konditoreiwaren (Pepperidge Farm) hergestellt.

In Deutschland ist die Marke v. a. unter dem Namen Erasco bekannt.

Frische Produkte haben bei Verbrauchern die Nase vorn

Seit Jahren kommt Campbell nicht vom Fleck; insbesondere abgepackte Lebensmittel kommen bei den Verbrauchern nicht mehr an. Sie kaufen eher frische und gesündere Produkte.

Die Probleme werden auch in den Zahlen für die ersten 9 Monate deutlich: Umsatz und Gewinn gingen erneut zurück. Lediglich die Sparte Biscuits and Snacks konnte leicht zulegen.

Um sich dem veränderten Konsum-Verhalten anzupassen, übernimmt der Konzern Pacific Foods, einen Anbieter von Naturprodukten. Für rund 220 Mio. $ Umsatz zahlt Campbell 700 Mio. $.

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Das ist zwar einerseits sicherlich viel Geld, allerdings bewegt sich Pacific Foods andererseits auch in einem 11 Mrd. $ schweren US-Markt mit 2-stelligen Wachstumsraten.

Weitere Akquisitionen in Aussicht

Wir rechnen mit weiteren Zukäufen im Bereich Gesundheits- und Wellness-Produkte. Geplant ist daneben der Ausbau des wachstumsstarken Geschäfts mit Biscuits und Snacks.

Konservendosen haben dagegen keine Zukunft mehr. Die Jahreszahlen werden erst Anfang September erwartet, dürften aber keine positive Überraschung bringen.

Im Juli hatte das Management die revidierte Jahres-Prognose bestätigt: ein bestenfalls stagnierender Umsatz.

Der Gewinn wird dagegen gestiegen sein, wenn auch nicht so stark wie ursprünglich erwartet.

Erste Erfolge machen Hoffnung

Dafür sprechen die erfolgreichen Sparmaßnahmen. Schon im 3. Quartal hatte sich die operative Marge von 14,3 auf 16,1% verbessert.

Die Aktie hat sich seit Jahresbeginn deutlich schlechter entwickelt als der S&P 500. Erste Erfolge der Neuausrichtung der Produkt-Palette sollten die Trendwende einleiten.

Zudem spricht die Übernahme-Fantasie für Campbell; Gerüchten zufolge soll Kraft Heinz Interesse haben.

Mutige Anleger können auch angesichts der Dividendenrendite von 2,3% einen Fuß in die Tür stellen.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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