Was der Kupferverbrauch über den Entwicklungsstand eines Landes sagt

Kupfer ist das Metall der Infrastruktur schlechthin, deshalb gab man ihm auch den Beinamen „Dr. Kupfer“, denn wie ein feiner […] (Foto: Djelen / Shutterstock.com)

Kupfer ist das Metall der Infrastruktur schlechthin, deshalb gab man ihm auch den Beinamen „Dr. Kupfer“, denn wie ein feiner Seismograph deutet die weltweite Nachfrage nach Kupfer an, wie gut oder aber auch wie schlecht es um die Weltwirtschaft gestellt ist. Sein Verbrauch zeigt aber auch an, auf welchem Entwicklungsniveau sich ein Land befindet. Hier gilt die Faustregel, dass ein höherer Kupferverbrauch mit einem höheren Entwicklungsstand einhergeht.

Ein Vergleich des Kupfer pro Kopf-Verbrauchs zwischen Afrika, Indien, China und Russland spricht Bände. Am geringsten ist der Verbrauch in Indien und Afrika. Gerade mal 1 Kg Kupfer wird pro Kopf und Jahr dort verbraucht. Verglichen mit dem westeuropäischen Niveau von etwa 9,5 Kg pro Einwohner und Jahr ist das fast nichts. Japan und die USA verbrauchen etwa die gleiche Menge Kupfer wie wir Westeuropäer, die Japaner geringfügig mehr, die Amerikaner etwas weniger Kupfer als wir.

Doch zurück zu den sich entwickelnden Ländern. Während die Kupfernachfrage in Indien und auf dem afrikanischen Kontinent noch sehr gering ist, liegt sie in China mit einem pro Kopf Verbrauch von fast 4 Kg nicht nur deutlich höher. Sie liegt sogar über dem Niveau der osteuropäischen Staaten. Hätten Sie das gedacht? Hätten Sie vermutet, dass ein Chinese inzwischen mehr Kupfer verbraucht als ein Bulgare, Rumäne oder Slowake?

Die Kupfernachfrage in Osteuropa sollte nicht unterschätzt werden

Lange Zeit dachte man in erster Linie an China, wenn es um eine steigende Nachfrage nach Rohstoffen in der Zukunft ging. Später gelangte auch Indien in den Blick. Sträflich vergessen wurde zumeist der osteuropäische Raum. Dabei schlummert hier – gerade für das Kupfer – ein Potential, dass Sie nicht unterschätzen sollten.

Ein Vergleich mit dem großen Nachbarn Russland zeigt, wohin die Reise schon bald gehen könnte. Russen und Osteuropäer erwirtschaften pro Kopf bereits ein etwa gleich hohes BIP (Bruttoinlandsprodukt). Es liegt mit ca. 10.000 US Dollar deutlich über dem chinesischen, das nicht einmal den halben Wert erreicht. Doch im Kupferverbrauch unterscheiden sich die drei Regionen vollkommen.

China erwirtschaftet pro Kopf weniger und verbraucht dabei mehr Kupfer als Osteuropa, während die russische Wirtschaftsleistung etwa gleich hoch ist, aber einen deutlich höheren Kupferverbrauch nach sich zieht. In Osteuropa werden nicht einmal 3 Kg pro Kopf und Jahr verbraucht, in Russland sind es bereits 5 Kg. Das bedeutet im Umkehrschluss: Ziehen die osteuropäischen Staaten, deren Mehrheit nun immerhin zur EU gehört, nur mit dem russischen Kupferverbrauch gleich, ergeben sich für sie Steigerungsraten von 70 bis 100% je nach Land.

Deshalb setzt man bei Kupferproduzenten wie der Norddeutschen Affinerie klar auf ein weiteres Aufschließen der Osteuropäer. Für 2009 rechnen die Hamburger für West- und Mitteleuropa mit seinen 406 Mio. Einwohnern mit einem durchschnittlichen BIP Anstieg von 0,2% und einer Kupfernachfrage von 3,5 Mio. Tonnen. In den osteuropäischen Staaten wird hingegen ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 3,5% erwartet und man prognostiziert für die dort lebenden 193 Mio. Menschen einen Anstieg des Kupferverbrauchs auf 500.000 Tonnen.

Diese nüchternen Zahlen zeigen deutlich welches ungehobene Potential im östlichen Europa immer noch schlummert. Mit Rohstoffinvestments werden Sie als Anleger auch weiterhin davon profitieren können.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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