Kupferpreis 2012: Renditesprung wieder möglich – China sei Dank

Die Ausblicke auf das kommende Jahr 2012 sind nahezu allesamt geschrieben. Aber:

Von Kupfer konnten Sie bis dato in verschiedenen Medien kaum noch Analysen lesen.

Denn: es ist immer schwieriger geworden, den Preis für den Rohstoff zu korrekt zu schätzen. Kupfer ist in Strukturen geraten, die Analysen wie in früheren Jahrzehnten kaum möglich machen.

Es war über lange Zeit ein so genannter Frühindikator für die Konjunktur. Zog die Nachfrage nach Kupfer an, würde die Konjunktur wachsen.

Damit aber zogen auch die Börsen voran und entwickelten den legendären Ruf, der Konjunktur um Monate voraus zu sein. Basis dafür aber war eine weltweite Nachfrage nach Kupfer, die den Preis auf breite Schultern stellte. Jetzt sind die Vorzeichen andere.

China kauft Kupfer

Inzwischen verleibt sich China einen großen Teil der weltweiten Kupferproduktion ein. Rund 40% sollen es inzwischen sein, die das Reich der Mitte vom Markt nimmt.

Das hat mehrere Folgen für den Preis und seine Aussagekraft bezüglich der Weltkonjunktur.

  • Kupfer ist durch die starke Nachfrage aus China künstlich nach oben getrieben worden – denn: die Nachfrage beruht auch auf der Lagerung von Kupfer, die das Riesenreich plante.
  • Kupfer ist damit in der „Produktion“ deutlich teurer. Heute beuten die Produzenten Erzminen aus, die früher als unwirtschaftlich galten. Das aber bedeutet: die Förder- und Verarbeitungskosten steigen an, so dass die Gewinne sacken würden.
  • Um die Gewinne mit Kupfer zu stabilisieren, verlangen Minenkonzerne höhere Preise – und China zahlt(e).
  • Aber: der Preis ist damit nur vergleichsweise schlecht abgesichert. Solange die chinesische Konjunktur intakt ist, kann sich Kupfer auf vergleichsweise hohem Niveau halten. Sobald aber die Wirtschaftsentwicklung nachließe, würde es um den Kupferpreis vergleichsweise schnell geschehen sein.
  • Daher ist Kupfer deutlich riskanter geworden als es das früher war. Auch seine Rolle als Frühindikator für die Aktienbörsen hat es verloren. Deshalb reduzieren sich zudem die Berichte.

GeVestor meint: Kupfer wird damit im neuen Jahr steigende Preise erleben können – vorausgesetzt, China kauft weiter kräftig.

Je nachdem, wie sich die Konjunktur im Westen entwickelt, ist der Preis aber stabil oder weniger stabil.

Konkret müssen wir daher für 2012 davon abraten, auf Kupfer zu setzen. Vor allem Hebel-Produkte auf den Preis sind gefährlich, auch wenn deren Rendite auf den ersten Blick attraktiver zu sein scheint.

Schnell sind bei Investitionen die so genannten K.O.-Schwellen erreicht, die zur Wertlosigkeit führen.

Eine Investitionsalternative sind wegen des geringeren Risikos die Minenunternehmen. Rio Tinto ist ein Beispiel für die recht günstig bewerteten Konzerne. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) 2012 liegt bei deutlich unter 9.

3. Januar 2012

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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