Kurseinbruch bei der MAG IAS-Anleihe

Die Anleihemärkte passen sich derzeit weitestgehend an die Aktienmärkte an und dementsprechend sind die Anleihekurse von einer hohen Unsicherheit geprägt.

Viele Unternehmensanleihen, vor allen diejenigen die der Solarbranche zugeordnet werden können, mussten in den letzten Monaten deutliche Kurseinbußen verkraften. Mit Kursniveaus von teilweise unter 80 % werden gleichzeitig auch Insolvenzszenarien ersichtlich.

Die Märkte reagieren derzeit sehr sensibel auf Nachrichten, die so vorher nicht erwartet wurden. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Anleihe der MAG IAS Gmbh, einer internationalen Unternehmensgruppe und eines der weltweit führenden Werkzeugmaschinenhersteller.

MAG IAS – Anleihe notiert knapp unter 80 %

Noch vor zwei Wochen notierte die Anleihe bei über 92 % und lag damit in etwa im Durchschnitt der Mittelstandsanleihen. Mittlerweile hat der Anleihekurs deutlich nachgegeben und derzeit notiert ein Anteilsschein bei knapp unter 80 %. Parallel dazu ist der Effektivzins auf nahezu 14 % angestiegen.

Kurse dieser Größenordnung deuten in der Regel entweder auf eine schlechte operative Entwicklung oder auf Schwierigkeiten des Unternehmens die Kapitaldienst zu leisten, hin.

Besonders auffällig ist dabei die Tatsache, dass der Kurs der MAG IAS-Anleihe deutlich in der letzten Woche nachgeben musste. Und diese Entwicklung stellte sich trotz der am vergangenen Donnerstag erfolgten Unternehmensmeldung, welche eine positive Geschäftsentwicklung für das abgelaufene erste Halbjahr 2011 beschreibt.

Speziell im Fokus der Unternehmensmeldung lag dabei die Entwicklung der Auftragseingänge, die im Vergleich zum Vorjahr um rund 125 % auf über 300 Mio. Euro zulegen konnten. Gemäß Angaben der Gesellschaft zeichnet sich insbesondere der Automobilbereich durch deutliche Auftragszuwächse aus.

Unternehmen profitieret deutlich von der Autoindustrie

Vor allem der Trend in der Autoindustrie zu sparsamen und leichteren Motoren würde die Nachfrage nach Herstellungsanlagen und neuen Werkzeugmaschinen anheizen. Die MAG IAS GmbH würde als Anbieter von individuellen Produktions- und Technologielösungen hiervon besonders profitieren. So ist die Produktion im Automobilbereich für 2011 und bereits heute für 2012 zu 100 % ausgelastet.

Auf der anderen Seite steht jedoch eine operative Geschäftsentwicklung, welche man mit gemischten Gefühlen aufnehmen kann. Zwar konnten die Umsätze deutlich um über +40 Prozent auf über 105 Millionen Euro gesteigert werden, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag jedoch mit -22,9 Mio. Euro in den roten Zahlen. Ein Grund hierfür lässt sich gemäß Unternehmensangaben in der Bilanzierungsmethode des HGB finden.

Ergebnis für das Gesamtjahr 2011 sollte negativ ausfallen

Denn die langen Realisierungslaufzeiten von bis zu 18 Monaten könnten nach dem Handelsgesetzbuch nicht vor der Endabnahme erfolgswirksam erfasst werden. Damit würden die Kosten, die im Zusammenhang mit den Vorleistungen entstehen den Gewinn belasten, ohne jedoch hieraus Umsätze verbuchen zu können.

Damit hat das Unternehmen auch die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr nach unten hin angepasst und es rechnet mit einem negativen Ergebnis.

Damit wurden die Marktteilnehmer und die Anleiheinvestoren der MAG IAS GmbH zunächst stark verunsichert. Entgegen dieser teilweise negativen Unternehmensnachricht, dürfte sich der Anleihekurs im Zuge einer verbesserten operativen Entwicklung wieder erholen.

Immerhin verfügt das Unternehmen über einen ausreichenden Auftragsbestand. Auch die Ergebnissituation dürfte sich nach dem Wirksamwerden der Umsätze erheblich verbessern.

5. Oktober 2011

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Von: Cosmin Filker. Über den Autor

Der Chefredakteur des Newsletters "Nebenwerte aktuell" kann auf eine jahrelange Börsenerfahrung besonders im Nebenwerte-Bereich zurückblicken und durch seine berufliche Erfahrung beim Researchhaus GBC AG von der täglichen Präsenz am Markt profitieren.

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