Kursmanipulation für Facebook-Aktie?

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Der Börsengang von Facebook rückt näher. Gleichzeitig legt die LinkedIn-Aktie zu. Spurensuche mit Börsen-Profi Rainer Heißmann. (Foto: Ink Drop / shutterstock.com)

„Alle wollen Facebook-Aktien kaufen“, diesen und vergleichbare Titel konnten Sie in den letzten Tagen lesen.

Hintergrund ist der näher rückende Börsengang von Facebook, dem weltgrößten Betreiber eines Sozialen Netzwerks.

Facebook soll einen Börsenwert von 100 Milliarden USD haben. Da wird beim Börsengang viel Geld verdient. Folglich haben viele Leute großes Interesse an einem erfolgreichen Börsengang.

Und deshalb könnte man auch meinen, es handele sich bei eingangs zitierter Meldung um einen Tippfehler. Richtig soll es vielleicht heißen: „Alle sollen Facebook-Aktien kaufen“?

Facebook: Die Überbewertung

Der Börsengang der Facebook-Aktie ist schon geraume Zeit Thema der Medien und ich habe an dieser Stelle mehrfach auf die Überbewertung des Unternehmens aufmerksam gemacht. So z.B. in diesen beiden Kommentaren: „Facebook, Skype &Co.: Vorsicht vor Euphorie“ und „Eine gefährliche Mischung braut sich zusammen“.

LinkedIn als Testballon

Im Frühjahr 2011 ging mit LinkedIn ein anderer Betreiber eines Sozialen Netzwerks an die Börse. Damals hieß es, dieser Börsengang sei gleichzeitig ein Test für den weit größeren Börsengang von Facebook. Also durfte der Test nicht scheitern.

Trotzdem stürzte der Kurs der LinkedIn-Aktie nach anfänglicher Euphorie um etwa 50% ab. Und das, kurz bevor das Jahr des Börsengangs von Facebook startete.

Ach wie schön passt es da, dass sich der Aktienkurs von LinkedIn im laufenden Jahr, sozusagen im Börsenjahr von Facebook, wieder auf über 100 USD hoch geschwungen hat.

LinkedIn-Aktie: Nach Absturz wundersamer Aufstieg

"Chart wurde erstellt mit tradesignal"

Nach dem Börsengang im Mai 2011 schoss der Aktienkurs der LinkedIn-Aktie hin und her. Er pendelte sich oberhalb von 100 USD ein. Danach folgte ein Trend: abwärts. In der Spitze kam es zu einer Kurshalbierung.

Im laufenden Jahr rückt der Börsengang von Facebook näher. Und – welch Wunder – die LinkedIn-Aktie erholt sich rasant und notiert sogar schon wieder mit über 100 USD. Na – das verspricht doch gute Aussichten für die kommende Facebook-Aktie, könnte (oder soll?) man meinen.  

Ein erfreuliches Umfeld für einen Börsengang

Immerhin zeigt die Kursentwicklung der LinkedIn-Aktie, dass sich gutes Geld mit Papieren des Sozialen Netzwerkes verdienen lässt. Und so passt die eingangs zitierte Überschrift „Alle wollen Facebook-Aktien kaufen“ wieder.

Treiben „interessierte Kreise“ den Kurs der LinkedIn-Aktie durch gezielte Käufe hoch? Ich halte das für sehr gut möglich. Immerhin schafft das ein gutes Umfeld, um den milliardenschweren Börsengang von Facebook erfolgreich zu gestalten.

Ich pack das Zeugs nicht an

Mag sein, eine Zeit lässt sich mit diesen Papieren wirklich Geld verdienen. Das gelang ja in den 90-er Jahren mit den seinerzeit aufkommenden Aktien von Internet-Unternehmen auch. Das Ende ist bekannt. Ein Kursabsturz von über 90% im damaligen Börsensegment „Neuer Markt“.

Auf lange Sicht werden auch im jetzt aufkommenden Boom der Sozialen Netzwerke nur wenige Gewinner überbleiben, wenn überhaupt.

Ich pack das Zeugs (LinkedIn-Aktie und Facebook-Aktie) nicht an. Es gibt genug andere Möglichkeiten, um an der Börse Geld zu verdienen.

Zum guten Schluss: Heute vor 82 Jahren, also am 03.04.1930, kam Dr. Helmut Kohl, der sechste Bundeskanzler der BRD, zur Welt. Er sagte:

„Mehrheiten können sich, wie die Geschichte lehrt, sehr wohl irren.“

Ein Zitat, wie gemacht für die Börse. Passend auch zum Börsengang von Facebook? Ich wünsche Ihnen möglichst wenige Irrtümer und jetzt erstmal eine schöne vorösterliche Woche

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

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Rainer Heißmann
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen. Mit Heißmanns Börsenkommentar bringt er wochentäglich die Börse auf den Punkt. Seine Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie jedem verständlich und nachvollziehbar werden.

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