Kurssturz am Aktienmarkt – Beginnt jetzt die Jahrhundertbaisse?

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Der Dow Jones erreichte am 3.10.2018 bei knapp 27.000 Punkten den Kursgipfel. Nur wenige Tage später kam der Absturz. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Jetzt ist es also – endlich werden viele Bären sagen – soweit. Die Aktienmärkte, allen voran auch der US-Markt, kommen urplötzlich massiv unter Druck. Noch am 3.10. dieses Jahres erreichte der berühmte Dow Jones Index bei knapp 27.000 ein Rekordhoch. Wenig später, genauer gesagt am 11.10. standen beim Tagestief nur noch 24.899 Zähler auf der Tafel. So schnell, ja so rasant kann es nach unten gehen.

Amazon-Aktie gerät unter Druck

Wir hatten ja schon im Februar dieses Jahres einen Flash-Crash am Markt erlebt. In den letzten Monaten setzte aber eine Erholung ein und Anfang Oktober wurden ja neue Hochs erreicht. Spannend war, dass die Erholung rein markttechnisch betrachtet nur von einigen wenigen hochkapitalisierten Aktien getragen wurde. Anders gesagt, einmal mehr waren es eine ausgewählte hochkapitalisierte Tech-Aktien, die die Indizes nach oben zogen. Kein Wunder also, dass nun selbst diese Überflieger unter die Räder kamen.

Sie erinnern sich? Noch Anfang September wurde massenmedial der Anstieg der Amazon-Aktie auf über 2.050 Dollar bzw. eine Billion Dollar an Marktkapitalisierung gefeiert. Wenige Wochen später erfolgte nun der Absturz. Am 11.10. fiel die Amazon-Aktie zwischenzeitlich unter 1.700 Dollar. Sicherlich, nach dem irren Anstieg ist das für die Bullen noch nicht wirklich tragisch. Aber, ein Rückgang von um die 18 Prozent allein bei Amazon ist für viele schon ein Warnschuss.

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Deutsche Aktien leiden stärker

Sehr schön zu sehen war in der vergangenen Handelswoche auch wieder, dass der deutsche Aktienmarkt im Sog der Verwerfungen an der Wall Street ebenfalls stark nachgab. Der alte Spruch „Wenn die Wall Street hustet, bekommt der deutsche Markt die Grippe“ erwies sich einmal mehr als goldrichtig. In der vergangenen Woche gab der deutsche Leitindex knapp fünf Prozent nach.

Das ist schon ein Wort, insbesondere vor dem Hintergrund, dass der deutsche Markt ja die jüngsten Aufwärtsexzesse der Wall Street nicht mehr nachvollzog. Im Gegenteil, das Gros der Dax-Werte ist mittlerweile in der Baisse angekommen. Und wir reden hier schon über brachiale Abstürze, allen voran bei Werten wie Bayer, Continental oder Daimler.

Ja, liebe Leser, an den Märkten ist es sehr stürmisch geworden. Und die Zeichen stehen weiter eindeutig auf Sturm. Wohl gemerkt, der US-Markt ist nach wie vor ultra-teuer. Wir reden von einem Shiller-KGV von 31 und einer extrem tiefen Dividendenrendite von nur 1,8 Prozent beim S&P 500. Das ist lächerlich wenig in Relation zu den enormen Risiken, die an allen Ecken und Enden des Systems lauern. Selbst wenn sich der US-Markt „nur“ halbieren würde, wäre er immer noch nicht wirklich günstig. Bleiben Sie weiter extrem vorsichtig!


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.