KWS Saat-Aktie: Mais und Soja-Absatz treiben Umsatz in die Höhe

Seit mehr als 4 Jahren pendelt der Aktienkurs des Saatgut-Hersteller KWS Saat in einer engen Handels-Spanne zwischen 250 und 300 €.

Jetzt hat der Konzern sein Zahlenwerk präsentiert und überzeugende Ergebnisse abgeliefert:

Die Papiere reagierten in einem schwachen Marktumfeld mit leichten Gewinnen (+1,36% auf 290,8 €).

Ob die zukünftige Geschäfts-Entwicklung allerdings ausreicht, um den Aktienkurs über die technisch wichtige 300-€-Marke zu hieven, wird sich erst noch zeigen müssen.

KWS – Europas zweitgrößter Saatgut-Konzern

Aber bevor ich auf die Zahlen näher eingehe, möchte ich Ihnen das deutsche Unternehmen im Detail vorstellen:

Die Firma aus Einbeck züchtet seit mehr als 150 Jahren Saaten für die gemäßigte Klimazone und verkauft diese an Agrar-Unternehmen und Bauern.

Insbesondere geht es dabei um Mais (rd. 60%), Zuckerrüben und Kartoffeln (30%) und Getreide (10%).

Die KWS-Gruppe hat über 60 verbundene und Tochter-Unternehmen weltweit mit insgesamt über 4.800 Beschäftigten, davon über 1,900 in Deutschland.

KWS liefert in mehr als 70 Länder weltweit.

Dabei beruht der Erfolg der KWS maßgeblich auf dessen Forschungs-Anstrengungen; pro Jahr werden ca. 17% des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert.

Dies ermöglicht es pro Jahr ca. 300 neue, ertragssteigernde Sorten zu vermarkten.

Weltweit an 5. Stelle

Auch weltweit spielt KWS Saat in der obersten Liga mit. Die Firma steht nach Monsanto, DuPont/Pioneer, Syngenta und Dow an 5. Stelle.

Weltweit ist KWS mit 26% Marktanteil sogar Marktführer bei Zuckerrüben-Saaten.

Hier hat die Firma in der Vergangenheit stark von der Markt-Liberalisierung von Zuckerrüben in Europa profitiert.

Im Getreide-Segment ist der Saatgut-Spezialist hingegen nur eine kleine Nummer; lediglich im Roggen-Segment erzielt das Unternehmen deutliche Umsätze.

Starkes 1. Halbjahr

Im 1. Halbjahr hat insbesondere das starke Geschäft mit Mais und Soja in Südamerika die Geschäfte beflügelt. Entsprechend kletterten die Erlöse auf 280 Mio. € in die Höhe (+28%).

Besonders stark lief es in Brasilie; hier konnten die Umsätze mit Mais mehr als verdoppelt werden.

Aber auch der argentinische Markt zeigte sich durch den deutlichen Anstieg der Anbaufläche ausgesprochen stark.

Im Gegenzug konnte der operative Verlust um 33,9% auf 70,3 Mio. € reduziert werden.

Der Verlust muss aber relativiert werden. Denn Sie müssen wissen: Das Geschäft ist stark saisonal.

Traditionell erzielt KWS im 1. Halbjahr nur etwa 20% der Jahres-Erlöse und schreibt in diesem Zeitraum naturgemäß rote Zahlen.

Konzern-Führung zeigt sich zuversichtlich

Auch für den weiteren Verlauf ist der Konzern zuversichtlich und hat seine Prognose konkretisiert:

Auf Grund der Ausweitung des Zuckerrüben-Geschäfts soll der Umsatz im Gesamtjahr um knapp 5% zulegen.

Die Vorsteuer-Gewinnmarge (EBIT) soll voraussichtlich mindestens 10,5% erreichen.

Damit dürfte KWS weiter von Langfristtrends profitieren.

Die Anbaufläche pro Kopf geht weltweit sukzessive zurück. Das bedeutet nichts anderes als dass die bestehenden Flächen effizienter bewirtschaftet werden müssen.

Um dieses Problem zu lösen, wird auch in Zukunft innovatives Saatgut eine zentrale Rolle spielen.

Analysten sehen moderates Kurs-Potenzial

Die Analysten erwarten für das laufende Geschäftsjahr einen Gewinn je Aktie von 13,48 €. Im nächsten Jahr gehen die Experten von einer Steigerung auf 15,19 € aus.

Damit ergibt sich ein aktuelles Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 21 für 2017. Das durchschnittliche Preisziel liegt mit 317 € gut 9% über dem aktuellen Kursniveau.

8. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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