KWS Saat: Globales Familienunternehmen mit langer Geschichte

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Der mittelständische Saatgut-Spezialist KWS Saat hat eine spannende Geschichte hinter sich. Die Aktie läuft jedoch seit Jahren unter dem Strich seitwärts. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Das mittelständische Familienunternehmen KWS Saat ist der weltweit viertgrößte Saatguthersteller. Es beschäftigt über 5.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von etwas mehr als 1 Mrd. Euro. KWS ist weltweit in 70 Ländern mit Zuchtstationen und Versuchsstandorten vertreten.

Trotz seiner Größe ist KWS ein Familienunternehmen, das auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Der Startschuss: Im Jahre 1856 erwarb der Landwirt Matthias Christian Rabbethge die Anteilsmehrheit an der Zuckerfabrik Klein Wanzleben.

Umwandlung in Aktiengesellschaft

Nach dem Tod der Gesellschafter Matthias Christian Rabbethge und Julius Giesecke reorganisiert Carl Rabbethge 1885 das Unternehmen unter dem neuen Namen Zuckerfabrik Kleinwanzleben vormals Rabbethge & Giesecke AG.

Der Zuckermarkt boomte und 1900 gründet KWS sein erstes Tochterunternehmen in Winniza, Ukraine. Im Jahre 1910 produzierte KWS rund ein Drittel des Weltbedarfs an Rübensamen.

Nach dem 1. Weltkrieg und der Enteignung des Tochterunternehmens in der Ukraine suchte KWS neue Einnahmequellen und erweiterte sein Produktportfolio. Ab dem Jahr 1920 wurde das Sortiment durch die Aufnahme der Getreide-, Futterrüben- und Kartoffelzüchtung verbreitert.

Neustart in Einbeck/Niedersachsen und Expansion

Kurz nach Ende des 2. Weltkriegs wurden die Familien Rabbethge und Giesecke und einige der wichtigsten Mitarbeiter in einer Nacht- und Nebelaktion durch das britische Militär von Klein Wanzleben ins niedersächsische Einbeck gebracht.

Im Gepäck waren 60 Tonnen Elitesaatgut und die hauseigene Saatgutbibliothek, mit deren Hilfe die Saatgutproduktion am neuen Standort Einbeck aufgenommen werden konnte. Ab den 1950er Jahren wurde das Zuchtprogramm durch Aufnahme von Mais-, Futter-, Öl- und Eiweißpflanzen, darunter auch Raps und Sonnenblumen, laufend erweitert.

Mitte der 1950er Jahre begann KWS damit, Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in Europa und Übersee zu gründen. In den folgenden Jahrzehnten baut das Unternehmen systematisch seine Präsenz in der gemäßigten Klimazone aus.

Internationalisierung

Im Jahr 1989 setzt KWS einen Meilenstein außerhalb Europas. Es übernimmt den Saatgutproduzenten Betaseed Inc. in den USA. Betaseed wird in den Folgejahren zum führenden Zuckerrübensaatgut-Hersteller in den USA.

2012 steigt KWS mit einem Joint-Venture auch in das brasilianische Saatgutgeschäft ein. Drei Jahre später gründet KWS das Joint Venture KENGFENG – KWS SEEDS CO., LTD, das seinen Schwerpunkt im Maisgeschäft hat.

Zahlen und Perspektiven

Die jüngsten 9-Monats-Zahlen zum Geschäftsjahr 2018/2019 sehen wie folgt aus: Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht von 862,5 auf 857,7 Mio. Euro zurück. Der operative Gewinn (EBIT) stieg dagegen von 169,0 auf 173,1 Mio. Euro. Der Gewinn je Aktie legte von 3,76 auf 3,88 Euro zu.

Die Aktie von KWS Saat bewegt sich seit 2013 unter dem Strich seitwärts. Trader mögen mit dem Papier zwischenzeitlich Geld verdient haben, langfristig orientierte Investoren jedoch eher weniger. Ob sich das ändert bleibt abzuwarten.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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