Länderfavoriten Schweiz: Bell, Bossard und Interroll

Bell hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr hervorragend entwickelt.

Trotz schwankender Konjunktur und Wechselkurseffekten legte der Umsatz um 8,3% auf 2,9 Mrd SFr zu. Der Gewinn stieg dabei um 8% auf 95 Mio SFr. Der Bruttogewinn knackte hierbei erstmals die Marke von 1 Mrd SFr.

Fast alle strategischen Geschäftsbereiche waren erfolgreich. Kleinere Rückschläge gab es nur im internationalen Geschäft. Hier ist Bell einer immensen Konkurrenz ausgesetzt und muss sich erst im hart umkämpften Marktumfeld behaupten.

Bell konnte seine führende Marktposition weiter ausbauen

Dazu haben vor allem zwei richtungsweisende Akquisitionen beigetragen. Bell hat die Huber- und Eisenberg-Gruppe übernommen. Mit den Übernahmen sollen weitere strategische Wachstumsfelder erobert werden. Die Huber-Gruppe hat sich vollends auf Geflügelfleisch spezialisiert. Mit der Akquisition sichert sich Bell den Zugang zu qualitativ hochwertigem Fleisch.

Dadurch kann in Österreich und Deutschland eine neue Produktgruppe gebildet, und neue Marken beworben werden. Die Eisenberg-Gruppe kann dagegen mit ganz anderen Kompetenzen punkten. Geplant ist die Unterstützung der Konzerntochter Hilcona im Bereich der frischen Convenience-Salate.

Es geht also um vorgefertigte Lebensmittel. Was einfach klingt, ist eine echte Kernkompetenz. Das Essen muss frisch und lecker schmecken; soll aber gleichzeitig lange haltbar und einfach zubereitbar sein. Ein echter Wachstumsmarkt!

Unternehmensporträt

Die Bell AG wurde 1869 in Basel gegründet. Der Konzern stellt Fleischwaren fast aller Art her und ist auf seinem Heimatmarkt Marktführer. Seit einiger Zeit ist Bell auch in Deutschland und auf den internationalen Märkten vertreten. In der Vergangenheit wurde der Konzern schon öfters wegen illegaler Preisabsprachen bestraft.

Bossard befindet sich auf Wachstumskurs

2015 stieg der Umsatz um 6,2% auf den neuen Rekordwert von 656 Mio SFr. Das Ergebnis wurde durch die Frankenaufwertung geschmälert und betrug 54 Mio SFr. In der Schweiz war die Nachfrage rückläufig. In Amerika ist Bossard in eine neue Dimension vorgestoßen. Der Umsatz erhöhte sich dank der Übernahme von Aero-Space Southwest um 36% auf 164 Mio SFr. Der Zulieferer von Verbindungselementen und elektronischen Komponenten ist vorrangig in Kalifornien, Arizona und Mexiko tätig.

Die Zusammenarbeit mit dem Elektroauto-Pionier Tesla läuft ebenfalls zur Zufriedenheit von Bossard. Ein langfristiger Liefervertrag sichert das Geschäftsvolumen ab. Tesla hat mit der Präsentation des Models 3 den Massenmarkt ins Blickfeld genommen und plant in den kommenden Jahren eine Verzehnfachung der Produktion auf mehr als eine halbe Million Autos pro Jahr.

Bossard profitiert als Zulieferer wichtiger Verbindungselemente. Der zweite US-Großkunde, John Deere, hat dagegen weiterhin mit einer schwachen Nachfrage zu kämpfen. Das Geschäft mit Landwirtschaftsmaschinen verläuft hochgradig zyklisch. Wenn die Nachfrage wieder anzieht, erwartet Bossard eine Sonderkonjunktur.

In Asien verfolgt Bossard ebenfalls eine ambitionierte Wachstumsstrategie

Im Februar wurde ein neues Technologie- und Logistikzentrum in unmittelbarer Nähe zum Flughafen Suvarnabhumi in Thailand eröffnet. 2017 folgt ein weiteres in Schanghai. Damit ist Bossard auf die weitere Expansion in Asien bestens vorbereitet.

Unternehmensporträt

Bossard ist in der Beschaffung und im Vertrieb von industriellen Verbindungslösungen tätig. Das Angebot umfasst Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben und Dübel. Durch die Zusammenarbeit mit dem US-Anbieter Penn Engineering kann Bossard eines der breitesten Sortimente in Europa anbieten und beliefert sowohl lokale als auch internationale Industriekunden. Bossard ist in mehr als 60 Ländern weltweit aktiv.

Interroll lag mit seinen Jahreszahlen über unseren Erwartungen

Der Umsatz stieg um 7,8%, der Gewinn um mehr als die Hälfte und der Auftragseingang um 9,8% auf 385,1 Mio SFr. Geholfen haben Produktivitätssteigerungen sowie der Wegfall von Sonderaufwendungen, die 2014 die Ergebnisentwicklung belastet hatten. Die Aktionäre sollen mit einer Dividende von 12 SFr pro Aktie am Geschäftserfolg beteiligt werden.

Interroll ist in allen Regionen gewachsen

In Asien und Amerika sogar zweistellig, und hat Marktanteile gewonnen. Der Konzern ist auch seinem Ziel näher gekommen, mittelfristig mindestens 50% des Umsatzes außerhalb von Europa zu erwirtschaften. Innerhalb der Sparten gab es jedoch unterschiedliche Entwicklungen. Wachstumstreiber Nummer 1 war die Sparte Conveyors & Sorters. Verantwortlich war ein Folgeauftrag der brasilianischen Post über die Lieferung von vier weiteren Quergurtsortern.

Dies belegt, dass dieses Produkt bei den Kunden gut ankommt. Auch die Sparte Rollers mit ihren Förderrollen konnte mit 16% Wachstum überzeugen. In der Sparte Pallet & Carton Flow kam es zu Verzögerungen. Ein Großprojekt konnte erst Anfang 2016 fertig gestellt und damit abgerechnet werden. Die Sparte Drivers hat dagegen nur wegen der Frankenaufwertung etwas schlechter abgeschnitten.

Das Management hat zwar noch keine konkreten Ziele für das laufende Jahr genannt. Das stärkere Engagement in Amerika und Asien, erfolgreich eingeführte neue Produkte, sowie Verbesserungen in der internen Logistik sind aber die Basis für eine Fortsetzung des profitablen Wachstumskurses.

Unternehmensporträt

Die 1959 gegründete Interroll AG ist auf Komponenten und Dienstleistungen für die innerbetriebliche Logistik spezialisiert. Der Konzern bedient mehr als 10.000 Kunden, darunter UPS, Amazon, Red Bull, Procter & Gamble, Modeketten, Flughäfen und Postunternehmen. Das Angebot umfasst Trommelmotoren, Bandantriebssysteme, Förderrollen, Sortieranlagen und Fliesslager.

25. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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