Langfristiger Vermögensaufbau: Zertifikate oder ETFs?

Zertifikate sind immer noch ein beliebtes Anlagepapier.

Nach neueren, uns vorliegenden Zahlen sind die Papiere bestens am Markt angekommen.

Obwohl ETFs immer beliebter werden, bleiben Zertifikate hoch im Kurs. Fast 1 Mio. unterschiedlicher Papiere haben den Weg in die Märkte, oder zumindest auf die Angebotsunterlagen, der Banken geschafft.

Diese müssen Zertifikate inzwischen täglich fast industriegleich herstellen. Ausgetauscht werden nur die Zahlen.

Hier unser Urteil, welche Anlagepapiere sich für den Vermögensaufbau am besten eignen:

Kapitalschutz bleibt wichtig

Gleich bei den ersten Analysen stellt sich heraus, dass v. a. strukturierte „Anleihen“, also Zertifikate – wie etwa besondere Anlagestrategien – beliebt sind.

Zudem wollen die Märkte Kapitalschutz-Zertifikate. Der Anteil dieser besonderen Schutzpapiere liegt bei ungefähr knapp 20%. Dabei ist deren Prinzip vergleichsweise einfach – und nicht erfolgversprechend.

Denn: Die Investments werden schlicht durch Zinspapiere abgesichert. So kann ein Garantieprodukt zu 90% aus Zinspapieren bestehen und beispielsweise jährlich 5% Ertrag erwirtschaften.

Mit dem restlichen Kapital können dann riskantere Papiere gekauft werden, die dann z. B. komplett verlieren könnten. Eine 2-jährige Laufzeit bringt hier – grob kalkuliert – einen kompletten Kapitalschutz (2*5% Ertrag).

So stellen Sie sich Ihren Kapitalschutz selbst zusammen

Solche Kapitalschutz- oder Garantieprodukte können Sie auch selbst zusammenstellen.

Dafür reicht es, wenn Sie Discount-Zertifikate oder den hier oft empfohlenen Genussschein von Bertelsmann wählen und die Zinsen auf konservative Aktien mit hoher Dividendenrendite einsetzen.

Die Totalverlust-Gefahr ist dabei fast „0“. Achtung:

  • Gerade mit ETFs können Sie noch wesentlich einfacher Schutz-Produkte zusammenstellen. Denn diese Fonds – börsengehandelt  und oft auf Indizes zugeschnitten – enthalten tatsächlich die Werte, die abgebildet werden.
  • Der Schutz ist damit sogar dann aufrechterhalten, wenn der Emittent Insolvenz anmeldet. Das hat zur Folge, dass Sie noch sicherer als mit Zertifikaten sind, die rechtlich Anleihen darstellen und damit von der Zahlungsfähigkeit der Emittenten abhängen. Zudem sind Zertifikate oft mit einer Laufzeit ausgestattet, die wiederum ETFs nicht haben.
  • Ohne Laufzeiten erhöht sich die Sicherheit noch einmal, weil Sie weniger hohe laufende Erträge wie Zinsen brauchen, sondern einfach die Konstruktion länger laufen lassen können.
  • Ein Beispiel: Sie wollen langfristig Vermögen aufbauen und wählen ETF. Sie könnten einen ETF Anleihen oder Aktien mit hohen Dividenden-Ausschüttungen wählen. Diese Ausschüttungen verwenden Sie, indem Sie damit beispielsweise 15% auflaufen lassen. Diese 15% des ursprünglichen Vermögens können Sie verwenden, um langlaufende Optionsscheine zu kaufen.
  • Dabei bieten sich Investitionen auf den DAX an, der langfristig vor einem starken Comeback steht. Denn das Leitbarometer hat über Kennzahlen wie das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) ein Aufwärtspotenzial von mindestens 30%. Über einen Optionsschein gehebelt sind damit Gewinne von 60% bis 100% möglich.
  • ETFs sichern Ihr Investment daher im Zweifelsfall zu 100% ab und sind ähnlich gut handelbar wie Zertifikate. Deshalb sind ETFs für den langfristigen Vermögensaufbau aktuell noch interessanter als etwa Zertifikate.

Unsere Empfehlungen

Wir empfehlen als ETF allerdings keine Investition auf Anleihen oder etwa Mischfonds, sondern ebenso einen ETF auf den DAX.

Die Sicherheit ist vergleichsweise hoch und die Ausschüttung – bezogen auf die Dividende – beträgt knapp 4%.

Wir empfehlen dabei, einen ETF zu wählen, der reinvestiert und damit thesauriert. So nutzen Sie auch die Ausschüttungen faktisch für Neuinvestitionen und damit Wertsteigerungen.

30. August 2012

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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