Langsam wird Bijou Brigitte wieder attraktiv

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Die Ertragslage ist zwar noch von Einmalaufwendungen belastet, doch Dividendenjäger sollten sich die Aktie von Bijou Brigitte wieder ansehen. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

In Zeiten wie diesen sollte man als Anleger seine Ansprüche zurückschrauben und sich auch mal mit Kleinigkeiten zufriedengeben. Zum Beispiel mit einem 2,5%igen Umsatzwachstum, das Bijou Brigitte in der vergangenen Woche bekannt gegeben hat. Angesichts der Fülle an Umsatz- und Gewinnwarnungen, die den Kapitalmarkt in den letzten Monaten überschwemmt haben, wahrlich ein positives Signal, das der Hamburger Modeschmuckkonzern da abgegeben hat.

Rückkehr auf den Wachstumspfad

Dabei fielen die Vorgaben aus dem Vorjahr eher mau aus. Verringerten sich doch die Erlöse im ersten Halbjahr 2018 um 2,1% auf 145,6 Millionen Euro, insbesondere weil der Konzern die Zahl der Filialen um 30 Standorte auf 1.044 verringerte. Vor allem in Spanien, Italien und Skandinavien wurden damals vornehmlich defizitäre Standorte geschlossen.

In diesem Jahr scheint Bijou Brigitte von der Filialbereinigung zu profitieren. Der Vorabmeldung zum Halbjahresbericht zufolge hat sich der Aufwärtstrend im volumenmäßig deutlich wichtigeren zweiten Quartal mit einem Zuwachs von knapp 2,7% gegenüber dem Auftaktviertel (+2,2%) sogar noch etwas beschleunigt.

Gesamtjahresprognose bestätigt

Trotz dieser guten Vorgaben hält der Vorstand an dem im Geschäftsbericht formulierten Ausblick fest. Umsatzseitig rechnet der Modeschmuckkonzern für das Gesamtjahr 2019 mit einer Bandbreite zwischen 320 und 330 Millionen Euro, was im optimistischen Szenario einem Wachstum von 2,6% entspricht.

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Ergebnisseitig strebt Bijou Brigitte weiterhin einen Wert in der Spanne zwischen 20 und 30 Millionen Euro an. Gegenüber dem Jahr 2018, als ein Vorsteuergewinn von 31,7 Millionen Euro erwirtschaftet werden konnte, würde diese eine Verschlechterung darstellen. Was auf den ersten Blick nicht wirklich zusammenpasst, wird nachvollziehbar, wenn man in der 2019er Prognose eine Einmalbelastung von rund 3 Millionen Euro berücksichtigt, die infolge einer geänderten Rechnungslegungsvorschrift für dieses Jahr anfällt.

Für Dividendenjäger attraktiv

Basierend auf den Gewinnschätzungen der Analysten wird die Aktie von Bijou Brigitte derzeit mit dem 16-fachen der 2019er Gewinne gehandelt. Für eine kaum wachsende Value-Aktie wie Bijou Brigitte ist dies ein Wert im Niemandsland: Weder ist die Aktie damit besonders günstig noch besonders hoch bewertet.

Ermutigend ist jedoch die erwartete Dividendenrendite. Auf der letzten Hauptversammlung im Juni wurde eine unveränderte Dividende in Höhe von 3,00 Euro je Aktie beschlossen. Eine Dividende in vergleichbarer Größenordnung dürfte auch für das laufende Geschäftsjahr zu erwarten sein. In diesem Fall errechnet sich für Bijou Brigitte eine Dividendenrendite von 7,7% – womit die Aktie zu einer der renditestärksten Titel auf dem heimischen Kurszettel wird. Angesichts einer sich verbessernden operativen Lage können Dividendenjäger die Aktie von Bijou Brigitte auf dem aktuellen Kursniveau damit wieder auf den Radarschirm nehmen.


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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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