Langweiler-Aktie mit 4,7% Dividendenrendite

Es muss nicht immer hoch hergehen im Depot. Stete Gewinne reichen auch. Wir haben eine solide Aktie für Sie analysiert. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Wann haben Sie zuletzt in Ihren Versicherungsordner geschaut? Wenn ich damit jetzt einen wunden Punkt getroffen habe, entschuldige ich mich. Aber Sie sind nicht allein! Versicherungen gelten als langweilig und öde und werden von vielen Menschen vernachlässigt.

Dabei können Versicherungen auch Spaß machen! Beispielsweise dann, wenn man die richtigen Aktien im Depot hat. Das Geschäft von Versicherungen basiert auf Mathematik. Gesellschaften, die keine Experimente machen, können Ihnen stetige Renditen bescheren. Wir haben mal geschaut, ob die Aktie von Munich Re ein solcher Kandidat ist.

Munich Re punktet mit Kapitalreserven

Die 1880 gegründete Munich Re ist eine der weltweit führenden Rückversicherungs-Gesellschaften. Sie versichert die Geschäfte von Erst-Versicherungen. Die Munich Re ist durch Beteiligungen an der ERGO-Versicherungsgruppe (Victoria, Hamburg Mannheimer und DKV) auch im Erst-Versicherungsgeschäft tätig. Zudem verwaltet sie im Geschäftsfeld Asset- Management das Vermögen ihrer Kunden.  Munich Re hat 2017 nach vorläufigen Eckdaten einen Gewinn von 392 Mio € erzielt.

Dies entspricht nach den hohen Schäden durch die Wirbelstürme Harvey, Irma und Maria der angepassten Jahresprognose (kleiner Gewinn). Im 4. Quartal betrug der Gewinn 538 Mio €. Vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats und der Hauptversammlung soll wie im Vorjahr eine Dividende von 8,60 € pro Aktie gezahlt werden. Auf die Dividende ist Verlass. Denn dank der Kapitalstärke hat Munich Re die hohen Schäden aus Naturkatastrophen gut verkraftet.

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Digital-Offensive für die Zukunft

Munich Re erzielte 2017 ein operatives Ergebnis von 1,24 Mrd €, davon 864 Mio € im 4. Quartal. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen leicht auf 49,12 Mrd €. Die Sparte Rückversicherung Leben trug zum Gewinn 596 Mio € bei. Das versicherungstechnische Ergebnis lag bei 428 Mio €.

Dank eines starken versicherungstechnischen Ergebnisses im 4. Quartal wurden die für 2017 ursprünglich angestrebten 450 Mio € nur knapp verfehlt und dies obwohl das Ergebnis durch die Ablösung verlustreicher Portfolios in den USA im 2. und 3. Quartal belastet wurde. Das Ergebnis der Schaden- und Unfall-Rückversicherung sank aufgrund der hohen Schäden aus Naturkatastrophen auf -476 Mio €.

Die Schaden-Kosten- Quote stieg aus demselben Grund von 95,7 auf 114,1%. Das ERGO-Strategieprogramm hat 2017 wichtige Meilensteine genommen. 2018 soll die digitale Transformation entschieden vorangetrieben werden und Chancen für profitables Wachstum auch im traditionellen Geschäft entschlossen genutzt werden. Die Aktie ist zwar kein Überflieger, aber durchaus solide. Eine Dividendenrendite von 4,7% spricht eine deutliche Sprache!


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.