Lassen Sie nicht zu, dass Emotionen Ihren Börsenerfolg verhindern

Lassen Sie sich bei Ihren Börsengeschäften regelmäßig von Emotionen leiten? Lassen Sie das nicht zu! Dann werden Sie dauerhaften Erfolg haben. (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Vor einiger Zeit sagte der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber sinngemäß in einer Fernseh-Talkshow, dass inzwischen in der Politik Gefühle bzw. Emotionen mit Fakten gleichzusetzen sind. Eine Entwicklung, die ich für mehr als bedenklich halte. Das aber nur am Rande.

Warum ich Ihnen davon berichte? Ganz einfach: An den Börsen spielt sich derzeit ähnliches ab. Hier ist im laufenden Jahr zu beobachten, dass Emotionen und Stimmungen sogar wichtiger sind als Fakten.

Dieses Beispiel verdeutlicht die Irrationalität an den Börsen

Ein Beispiel: Zwar gab die Aktie des US-amerikanischen Elektro-Autobauers Tesla in den vergangenen Tagen wieder etwas nach, dennoch liegt das Papier aktuell noch knapp 30% über seinem Jahrestief.

Die Aktien von Zulieferern, die massiv auf Elektromobilität setzen und von der Verbreitung dieser demzufolge stark profitieren (beispielsweise Aumann aus dem SDax oder das österreichische Unternehmen Polytec), notieren derzeit nur hauchdünn über ihren Jahrestiefs und haben im Vergleich zu den Höchstständen aus dem Vorjahr deutlich eingebüßt.

Wie das zusammenpasst? Es passt nicht zusammen! Es lässt sich rational nicht begründen! Denn die gute Kursentwicklung bei Tesla ist dem Umstand geschuldet, dass die Anleger auf eine weitere Verbreitung der Elektromobilität setzen. Kommt es dazu, würden Aumann und Polytec massiv davon profitieren. Dennoch sind diese Aktien nicht gefragt.

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Und es gibt noch zahlreiche weitere Beispiele, anhand derer ich Ihnen die derzeit hochgradige Irrationalität an den Märkten verdeutlichen könnte. Profis sprechen in dem Zusammenhang von Marktanomalien. Diese gibt es zwar im Prinzip in jeder Börsenphase – jedoch nicht in dem hohen Maße wie aktuell.

Woher kommt diese Entwicklung? Man hatte in der Zeit zuvor (insbesondere im Börsenjahr 2017) teilweise das Gefühl, dass Risiken größtenteils – oder sogar gänzlich – ausgeblendet werden. Genauso wie die Volatilität (also die Schwankungen) im vergangenen Jahr fast komplett abhandengekommen war, spielte auch die Betrachtung von Risiken eine geringe Rolle.

Jetzt ist die Volatilität umso stärker zurückgekehrt und plötzlich haben viele Anleger auch das Gefühl, dass das sprichwörtliche Glas im besten Falle noch halbleer ist, während es im vergangenen Jahr noch mindestens halbvoll war. Nervosität ist nun mal ansteckend – insbesondere dann, wenn man in der augenblicklichen Lage den Blick für die Fakten verliert.

Fazit: Wer sich von Emotionen leiten lässt verliert auf längere Sicht

Lassen Sie sich nicht verrückt machen und lassen Sie sich an der Börse nicht von Emotionen (egal ob Angst oder Gier) leiten. Denn mit emotional geprägten Entscheidungen machen Sie auf mittlere und längere Sicht einen schweren Fehler! Kurzfristig mögen Sie damit vielleicht Erfolg haben. Das ist dann jedoch reines Glück!

Die Börse ist aber kein Glücksspiel! Wenn Sie mit System agieren, sind Sie nicht auf Glück angewiesen und werden stattdessen so oder so auf längere Sicht Erfolg haben! Sicherlich schadet auch dann, wenn Sie mit System agieren, ein wenig Glück nie – aber Sie brauchen es nicht, um erfolgreich zu sein.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.