Lebensversicherungen: Griechenlands Pleite mit Folgen für Deutschland

Die Pleiten von Lebensversicherungen in Griechenland haben auch hierzulande Auswirkungen. GeVestor hat die wichtigsten Tipps und Hinweise. (Foto: JPStock / Shutterstock.com)

Eine kleine Randnotiz. Scheinbar. Die erste Pleite eines Lebensversicherers in Griechenland („Aspis-Pronia A. E.G.E.).

Nur hat die Gesellschaft auch in Deutschland gewirkt. Wie Betroffene reagieren können und weitere Hinweise hat GeVestor.de aufbereitet.

Hintergrund: Seit 21.9. geht fast nichts mehr bei Aspis

Pleite: so kurz ist umschrieben, was dem Lebensversicherer „Aspis-Pronia A. E.G.E.“ in Griechenland passiert ist. Kein Geld mehr da – mit allen Konsequenzen. Noch weiß niemand, wann welche Auszahlungen erfolgen, wer die Verträge übernimmt und wie weit die Versicherungsleistungen überhaupt noch reichen.

Immerhin: seit dem 21.9. schon hat der Staat den Geschäftsbetrieb untersagt, weitere Schäden können nicht mehr entstehen. Klar ist auch: die Finanzkrise betrifft kleinere Versicherungskonzerne wie diesen.

Aktien-Empfehlung: Allianz

Versicherungen leben davon, Geld anlegen zu können. Rentabel, um Geld zu verdienen, Versicherungsleistungen bedienen zu können und um weitere Gelder einzuwerben. Derzeit aber verdienen die Lebensversicherungen kein Geld mehr. Auch in Deutschland nicht.

Konzerne wie Allianz (WKN: 840400) verdienen noch gutes Geld. Ein Nutzer fragte an, ob wir ein Ranking zu verschiedenen Versicherern und deren Qualität erstellen können. Dies werden wir in den nächsten Tagen gerne aufgreifen. Die Auswertung finden Sie dann hier.

Wer bei der „Aspis“ versichert war, kann sich hier melden: n.pavlopoulos@pisc.gr. Sie melden sich damit bei der griechischen Versicherungsaufsicht. Deutschsprachig.

Und überhaupt: Um die Lebensvericherung steht es im Allgemeinen nicht gut.

Zahlen zeigen: 12 Jahre eingezahlt – kaum die Inflation abgefangen

Eine Beispielrechnung bezieht sich auf einen 30jährigen Nichtraucher, der jährlich 1.200 Euro investierte und eine Police mit 12jähriger Laufzeit abgeschlossen hat.

Die durchschnittliche Ablaufleistung liegt bei 3,36 Prozent. Bei einer Inflationsrate von durchschnittlich 2,8 Prozent offiziell bleibt vom eingezahlten Geld kaum etwas übrig. Genau betrachtet, zahlten Sie sogar oben drauf:

Die Ablaufleistung bezieht sich auf den Teil des Investments, der nach Vertriebs-, Verwaltungs- und Versicherungskosten übrig bleibt. Bezogen auf den gesamten Kapitaleinsatz liegt die Ablaufleistung bei weniger als 3 Prozent – allerdings inklusive Versicherungsschutz.

Das ist zu niedrig, da die Ablaufleistung in den nächsten Jahren noch einmal geringer werden wird. Die Zinsen an den Finanzmärkten sind niedriger als im Durchschnitt des vergangenen Jahrzehnts. Teilen Sie daher die Zahlungen ein.

Eine Risiko-Lebensversicherung ist akzeptabel, wenn Sie Familie und Vermögen sichern wollen.

Investieren Sie den Rest nicht in eine Kapitallebensversicherung, sondern in Sparpläne auf Aktienindizes. Ein Beispiel ist der bereits empfohlene Vorschlag. einen ETF auf den Dax abzuschließen.

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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