Lebensversicherungen: Überschussbeteiligungen sinken weiter

Der deutsche Leitindex DAX 30 musste heute fast 2% abgeben und sackte auf 9.223 Punkte ab.

Auslöser waren (zu) gute Konjunkturdaten aus den USA. Jetzt haben einige Investoren Angst, dass in dieser Woche auch noch die US-Arbeitsmarktzahlen positiv ausfallen.

Das verrückte Börsenspiel kennen Sie bereits aus älteren Schlussgong-Ausgaben: Wenn die Konjunkturdaten schlecht ausfallen, steigen die Aktienkurse, weil die Investoren davon ausgehen, dass die Notenbank zur Konjunkturstützung noch mehr Geld in das System pumpt.

Fallen die Konjunkturdaten gut aus, lösen Investoren Positionen auf, weil sie ein Ende der Liquiditäts-Hausse befürchten. Erholt sich die Wirtschaft aus eigener Kraft, kann die US-Notenbank die Gelddruckmaschine langsam stoppen.

Die Renditen sinken immer weiter

Kurzzeitig fallende Aktienkurse wären für Anleger, die eine niedrige Aktienquote besitzen und jetzt noch in den Markt einsteigen wollen oder müssen, ein Geschenk. Denn: Die Anlagealternativen werden immer uninteressanter, wie das neueste Beispiel zeigt.

Die Überschussbeteiligungen für die Lebensversicherungskunden sinken weiter. Die genossenschaftliche R+V hat als erste große deutsche Lebensversicherungsgesellschaft die laufende Verzinsung für 2014 von 3,6 auf 3,4% gesenkt.

Daraus resultierend sinkt die Gesamtverzinsung, die zusätzlich die Schlussüberschussbeteiligung und die Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven umfasst, von 4,1 auf 3,9%.

Der Sinkflug wird sich fortsetzen

Die auf die Versicherungsbranche spezialisierte Ratingagentur Assekurata prognostiziert für 2014 einen weiteren Rückgang der durchschnittlichen Überschussbeteiligung bei Lebens- und Rentenversicherungsprodukten von 3,68 auf 3,64%.

Der Grund dafür sind die seit Jahren niedrigen Zinsen, über die ich hier im Schlussgong regelmäßig berichte – zuletzt übrigens gerade erst gestern.

Aufgrund der niedrigen Zinsen wird es für die Lebensversicherer immer schwieriger, den ursprünglich versprochenen Garantiezins zu erwirtschaften.

Zwar betrug der Garantiezins der Lebensversicherer, die noch hoch verzinste Altverträge in ihren Beständen aufweisen, im Jahr 2012 im Durchschnitt immerhin noch 3,15%, doch im Jahr zuvor lag dieser noch bei durchschnittlich 3,23%.

An diesen Zahlen wird der allgemeine Trend der sinkenden Garantieverzinsung deutlich. Und wenn die aktuelle Niedrigzinsphase – wovon ich ausgehe – noch eine Weile anhält, dann wird die durchschnittliche Garantieverzinsung noch weiter sinken.

Ein weiterer Grund (neben der Niedrigzinsphase) ist, dass immer mehr Altverträge mit höheren Verzinsungen fällig werden und dadurch die Verzinsung dieser Verträge aus dem errechneten Durchschnitt herausfallen wird.

Übersicht der Garantiezinsen

Im Jahr 1988 – also vor genau 25 Jahren – wurde Ihnen bei Abschluss einer Lebensversicherung ein Zins von 3,5% garantiert. Dieser Garantiezins galt bis ins Jahr 1994.

Von 1994 bis zum Jahr 2000 wurde bei Vertragsabschluss sogar ein Zins von 4% garantiert. Ein solch hoher Garantiezins ist heute unvorstellbar!

Von Juli 2000 bis zum Januar 2012 sank der garantierte Zins bei Abschluss neuer Verträge von 3,25 auf aktuell 1,75% – Tendenz weiter fallend.

Abschluss neuer Verträge oft nicht lukrativ – Alternative: Aktien

Der Abschluss neuer Lebensversicherungsverträge ist angesichts der Entwicklung der Garantiezinsen zumeist wenig lukrativ. Zumindest dann, wenn Sie wenigstens an dem Werterhalt Ihres Geldes nach Inflation etc. interessiert sind.

Wenn Sie über alte Verträge mit einer deutlich höheren Garantieverzinsung verfügen, sollten Sie diese im Regelfall nicht kündigen. Zum Abschluss eines neuen Vertrages gibt es allerdings eine sehr gute Alternative: Aktien.

Wenn Sie sich für Aktien interessieren, die eine deutlich bessere Wertentwicklung bieten, sollten Sie sich meine neue Sonderanalyse zu den besten deutschen Nebenwerten ansehen, die in dieser Woche veröffentlicht wird.

3. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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