Legen Sie Ihren persönlichen Stundensatz fest!

Je mehr Immobilien Sie besitzen, desto mehr laufen Sie Gefahr, in Ihrem eigenen Hamsterrad zu strampeln. Der erste Schritt in die richtige Richtung? Ihr persönlicher Stundensatz. (Foto: Brian A Jackson / Shutterstock.com)

Vor ein paar Wochen hatte ich Ihnen bereits erläutert, dass es meiner Meinung nach kein 100-prozentig passives Einkommen gibt. Und dass man auf den Grad der Passivität der eigenen Immobilien aber immensen Einfluss nehmen kann.

Insbesondere am Anfang einer Investorenkarriere tut man sich erfahrungsgemäß schwer bei der Abwägung, ob man etwas selbst erledigen oder einen Dritten übernehmen lassen soll. Je eher Sie aber lernen, groß zu denken, umso einfacher tun Sie sich von Beginn an.

Auch wenn das folgende Beispiel auf den ersten Blick wenig mit Immobilien zu tun hat, bin ich mir sicher, dass Ihnen die Zusammenhänge im Anschluss schnell klar sein werden.

Beispiel: Erdbeeren für 4,99 Euro

Nehmen Sie an, Sie kaufen im Supermarkt ein Körbchen Bio-Erdbeeren für 4,99 Euro. Nachdem Sie zuhause angekommen sind, bemerken Sie, dass alle Erdbeeren bereits mit Schimmel versehen sind. Was ist Ihre natürliche Reaktion? Sie fahren nochmals zum Supermarkt und tauschen die verschimmelten Erdbeeren gegen ein Körbchen frischer Erdbeeren um, denn Sie hatten ja bereits dafür bezahlt. Statt einem Verlust von 4,99 Euro sind Sie nun wieder bei null.

Meine Rechnung und Reaktion wäre jeweils eine andere gewesen:

Ich hätte die Erdbeeren in die Tonne geworfen und somit nach der naheliegendsten Rechnung einen Verlust von 4,99 Euro gemacht. Mag sein. Seit ein paar Jahren wäge ich unfreiwillige, nicht gewinnbringende Tätigkeiten gegen meinen Stundensatz ab. Diesen habe ich mit 300 Euro festgesetzt. Soviel ist mir meine eigene, selbstbestimmte Zeit wert.

Somit wäre meine Rechnung:

Ungefähr 15 Minuten fahrt zum Supermarkt, die gleiche Zeitspanne für den Umtausch und auch wieder für den Weg zurück. Bei einem Stundensatz von 300 Euro hätten mich diese 45 Minuten 225 Euro gekostet. Selbst wenn alles zusammen nur 30 Minuten gedauert hätte, wären es immer noch 150 Euro. Deshalb wäre meine Lösung, das ersatzlose Wegwerfen der Erdbeeren mit einem Verlust von 4,99 Euro, die für mich deutlich günstigere Variante.

Mein Rat an Sie: Legen Sie ebenfalls Ihren persönlichen Steuersatz fest!

Dadurch können Sie viel klarer entscheiden, ob es für Sie sinnvoll ist, Fenster in einer Ihrer Wohnungen selbst nachzustellen, selbst zu vermieten oder eine Streitigkeit unter Mietern zu klären.

Denn bedenken Sie eines:

Sie können Zeit in Geld tauschen, aber in die andere Richtung funktioniert es nicht.

Nutzen Sie die gesparte Zeit für neue Investments, Weiterbildung oder – noch besser – einfach für sich und/oder Ihre Familie. Und wie Sie anhand des Beispiels gesehen haben, können Sie die Rechnung auch auf andere Bereiche des Alltags wunderbar anwenden.


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Von: Christian Marchner. Über den Autor

Christian Marchners Start in den Immobilienmarkt liegt nun fast 10 Jahre zurück. Heute konzentriert er sich vor allem auf Wachstumsmärkte. Dort setzt er vor allem auf eine langfristig positive Entwicklung in Bezug auf Miet- und Kaufpreise.

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