Leichte Erholung auf dem EU-Stahlmarkt

2015 entwickelte sich der globale Stahlmarkt rückläufig. In der EU wird es 2016 und 2017 aber wieder zu einer Erholung kommen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Der globale Stahlmarkt entwickelte sich im vergangenen Jahr rückläufig.

Damit dürften weltweit Rohstahlproduktion und Stahlnachfrage zum ersten Mal seit 2009 sinken. Dabei ging mit wenigen Ausnahmen die Produktion in wichtigen Erzeugerregionen zurück, besonders stark in der Türkei und den USA.

Auf dem chinesischen Stahlmarkt spitzt sich die Lage weiter zu: Fehlende Fortschritte bei der Konsolidierung der Industrie und eine stärker als erwartet rückläufige Nachfrage führten zu einem weiteren Anstieg der Überkapazitäten.

Auf dem EU-Stahlmarkt zeigte sich eine leichte Erholung

So rechnet Eurofer für 2016 und 2017 in der EU mit einer Erhöhung der Stahlnachfrage um jeweils 1,5%. Der Verband stützt seine Prognose auf das zu erwartende Wachstum in den stahlverarbeitenden Branchen wie der Bauwirtschaft, dem Maschinenbau und der Automobilindustrie.

Der massive Importdruck vor allem aus China belastete jedoch die Kapazitätsauslastung. Sollte China nicht aufhören seine Überproduktion zu exportieren, verlieren Europas Stahlwerke weiter Marktanteile. Zu Eurofer gehören Branchengrößen wie ThyssenKrupp, ArcelorMittal und voestalpine.

Schwacher Kupfermarkt

Die schwache Nachfrage nach Kupferprodukten setzte sich bei Aurubis im 1. Quartal fort. In scheinbar allen Bereichen hatte der Konzern in den vergangenen Monaten mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Eine geringere Edelmetallproduktion, geringeres Mehrausbringen von Metall bei niedrigeren Metallpreisen sowie schlechte Altkupfermärkte belasteten das Ergebnis.

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Stützend haben sich gute Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate, eine hohe Kathodenproduktion mit zufriedenstellenden Kathodenprämien sowie gute Absätze auf den Märkten für Gießwalzdraht ausgewirkt.

Alcoa spaltet sich auf

Alcoa leidet unter dem kräftigen Preisverfall. Die Preise für Aluminium liegen derzeit rund ein Viertel niedriger als ein Jahr zuvor. Im 4. Quartal fuhr der Konzern einen hohen Verlust ein. Der Umsatz sackte um mehr als ein Sechstel ab. Um die Produktion zu drosseln, wird eine große Aluminiumschmelze in Indiana geschlossen.

Alcoa will sich in diesem Jahr ohnehin in zwei Unternehmen aufspalten. Die klassische Herstellung von Rohmaterialien wird von technologisch anspruchsvolleren Produkten getrennt. Unter dem Namen Alcoa soll weiter das traditionelle Geschäft laufen.

Das meint die Börse

Der Lichtblick für die Stahlkocher hat sich an der Börse bisher noch nicht ausgewirkt. Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten notieren die Aktien aller Stahlkocher ausnahmslos im tiefroten Bereich. Mit teilweise zweistelligen Kursrückgängen sieht es bei den Stahlproduzenten in Übersee düster aus. Mit einem Kursverlust von zwei Drittel hat es U.S. Steel am schlimmsten getroffen.

Das ist auch nicht verwunderlich, denn 2015 war nicht nur der Umsatz stark rückläufig, sondern unterm Strich fiel ein Verlust von 1,5 Mrd $ an – der zweithöchste in der Firmengeschichte. Den geringsten Kursverlust verzeichnet Europas größter Stahlhändler Klöckner & Co.. Der Konzern profitiert davon, dass er selbst kein Stahl produziert. Er muss aber seine Lagerbestände unter Kontrolle haben, sonst drohen erneut hohe Abschreibungen auf Altbestände.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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