Lenovo-Aktie nach Quartalszahlen unter Druck

Es gibt zahlreiche Branchen, in denen gilt vor allem der Leitsatz: Stillstand ist Rückschritt. Besonders deutlich gilt das für den Technologie-Sektor.

Der Verkaufs-Schlager von heute ist der Ladenhüter von morgen.

Diese schmerzliche Erfahrung mussten in den vergangenen Jahren vor allem Hardware-Hersteller machen, wenn sie den Sprung zu den neuen Mobile Devices nicht oder zu spät vollzogen.

Bestes Beispiel sind Handy-Hersteller wie Nokia oder Motorola:

Beide zählten noch vor gut 10 Jahren zu den Größen ihrer Zunft, beide kapitulierten kurz darauf vor dem Über-Nacht-Erfolg von Apples iPhone.

Die Parallelen setzen sich fort: Nokias Handy-Sparte wurde an Microsoft verkauft, Motorola ging an Google – beide Projekte floppten.

Auch Smartphone-Sparte kann Lenovo nicht helfen

Inzwischen gehört Motorola zu Lenovo. Doch der chinesische Konzern kämpft mit ganz ähnlichen Problemen.

Die Smartphone-Sparte ist hier kein Gewinnbringer, sondern – ganz im Gegenteil – ein belastender Kostenfaktor. Das hat die jüngste Quartals-Bilanz noch einmal unterstrichen.

Seit 2 Jahren versucht Lenovo Motorola zu sanieren. Noch immer schreibt die Sparte Verluste, wenngleich diese zuletzt eingedämmt werden konnten.

Doch auch das Kerngeschäft des weltgrößten PC-Herstellers schwächelt. Privatkunden kaufen so gut wie keine PCs mehr, auch das eine direkte Folge von Laptops, Tablets und Smartphones.

Der Markt ist massiv eingebrochen, Lenovo kämpft noch immer mit den Auswirkungen.

Schwache Bilanz für Q3

Im abgelaufenen 3. Geschäfts-Quartal verzeichnet das Unternehmen einen Gewinn-Einbruch um 67% auf 98 Mio. Dollar oder umgerechnet 93 Mio. €.

Die Umsatz-Entwicklung zeigte ebenfalls nach unten, hier steht unterm Strich ein Minus von 6% auf 12,2 Mrd. Dollar.

Die Smartphone-Sparte steht im Vergleich zum Vorquartal zwar etwas besser da; der Verlust konnte wie erwähnt begrenzt werden, während der Umsatz leicht zulegen konnte.

Dennoch bleibt das Smartphone-Geschäft eher Sorgenkind statt Erfolgsgarant: Mit Blick auf die Marktanteile stehen regionale Konkurrenten wie Huawei wesentlich besser da.

Lenovo-Aktie: Es gibt einen Lichtblick

Mit den Ergebnissen blieb der Konzern hinter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten zurück.

Diese hatten zwar schwache Zahlen vorhergesagt, dachten jedoch nicht, dass es ganz so schlecht um das Unternehmen steht.

Die Lenovo-Aktie brach nach Bekanntgabe der Quartals-Bilanz kräftig ein.

Auf Jahressicht hat das Papier inzwischen etwa 1/4 an Wert verloren; zuletzt kostete der Anteilsschein knapp 57 Euro-Cent.

Doch es gibt auch einen kleinen Lichtblick: So wurde in dieser Woche bekannt, dass Lenovo eine Kooperation mit SAP an Land ziehen konnte, um Cloud-Dienste in China anzbieten.

SAP liefert die Software, Lenovo die Rechenzentren. Beide Firmen arbeiten bereits seit einigen Jahren zusammen, die Infrastruktur ist also bereits aufeinander abgestimmt.

Inwieweit Lenovo von der ausgedehnten Zusammenarbeit wird profitieren können, muss sich aber erst noch zeigen.

2017-02-23 Lenovo

24. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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