Lenovo und IBM, zwei unterschiedliche Wege zum Erfolg

Dienstleistungen und Software gehen gut – Hardware bleibt ein mühsames Geschäft.

Auch wenn die Zahlen von IBM aus dem 1. Quartal stimmen, zeigten sich die Anleger schlecht gelaunt, weil der Umsatz nicht vom Fleck kommt. Er stieg im Auftaktquartal um mickrige 0,3% auf knapp 24,7 Mrd $.

Investoren haben Angst, dass IBM auf der Stelle tritt und befürchten, dass es schwierig wird, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Trotzdem verdiente IBM wieder mehr Geld.

IBM kann Gewinne steigern

Der Gewinn kletterte auf knapp 3,07 Mrd $, ein dickes Plus von 7%. Die Kasse klingelt vor allem beim Geschäft mit der Software und beim Service. Das hat IBM über so manchen Konjunktur-Knick gerettet.

Es zahlt sich für IBM aus, schon früh auf diese beiden Bereiche gesetzt zu haben. Seit einiger Zeit versucht der Konzern, sich von Geschäftsfeldern zu trennen, in denen er nur noch über scharfen Preiswettbewerb mithalten kann. Stattdessen will IBM verstärkt mit höhermargigen, komplexen Geschäften, wie beispielsweise der Unternehmensanalyse, Geld verdienen.

Schon vor 8 Jahren trennte sich IBM von seiner PC-Sparte, verkauft aber noch immer Großrechner und Server an Unternehmen und staatliche Behörden. Die verbliebene Hardware-Abteilung bleibt das Sorgenkind. Hier gab es rote Zahlen von 105 Mio $.

Hoffnungen macht sich IBM auf bessere Geschäfte in Europa. Die Aussichten für die alte Welt sind relativ stabil, auch wenn Südeuropa unter hohen Schulden ächzt. IBM ist für den Rest des Jahres optimistisch. Der Gewinn je Aktie soll 15 $ pro Aktie erreichen – vorher lag die Latte bei 14,85 $. Wir behalten die Timing-Einstufung von 5 Sternen bei.

Unternehmensporträt

IBM (International Business Machines) bietet als weltweit führender IT-Konzern eine breite Palette von Dienstleistungen (Outsourcing, Webhosting), Lösungen, Software und Technologien bis hin zu Finanzierungen.

Die Produktpalette umfasst Hardware (Workstations, Server, Mainframerechner, Drucker, Mikroelektronik, Speichersysteme, Netzwerke), Software (E-Commerce, Datenbanken) und Dienstleistungen im IT-Bereich.

Lenovo profitiert in den Schwellenländern

Lenovo bleibt auf der Überholspur und profitiert von seiner guten Marktstellung in den Schwellenländern wie dem heimischen Markt in China oder auch Indien. Dadurch kann der Konzern Wachstumsschwächen wie aktuell in Europa kompensieren.

Die in den reifen Märkten etablierten Konkurrenten HP und Dell sind davon stärker betroffen. Zusätzlich leiden sie unter der in den Industrieländern fortgeschritteneren Substituierung der PCs und Laptops durch Tabletcomputer wie das iPad.

Lenovo wächst rasant

Im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzplus von 37%. Auch der Gewinn und Cashflow wuchsen im hohen zweistelligen Bereich und markierten neue Rekordwerte. Wie wettbewerbsintensiv die Branche aber ist, zeigt ein Blick auf die Umsatzrendite von lediglich 1,6%.

Der Konzern dürfte von der Einführung von Microsofts neuem Betriebssystem Windows 8 überproportional profitieren, da er das Branchenwachstum von 6,3% deutlich übertrifft und sich neben dem organischen Wachstum durch kleinere Zukäufe Marktanteile sichert.

Lenovo startet weitere Wachstumsinitiativen

Nachdem Lenovo mit dem LePhone und dem LePad den Smartphone- und Tabletmarkt in Angriff genommen hat, wurden weitere Wachstumsinitiativen gestartet. Neben einem Cloud-Dienst wurde mit LeTV der Einstieg in den Smart-TV-Markt vollzogen.

Lenovo bleibt in der PC-Branche dank seiner dominanten Stellung auf dem chinesischen Markt ein Lichtblick. In diesem Jahr könnte das Unternehmen die Marktführerschaft von HP übernehmen. Mit einem 2012er KGV von 13,9 ist die Aktie angesichts des hohen Wachstumstempos nicht zu hoch bewertet. Wir belassen das Timing bei 4 Sternen.

Unternehmensporträt

Lenovo Group Ltd. ist der weltweit zweitgrößte Hersteller im Markt für Personalcomputer (PCs). Der Marktanteil liegt bei 13,5%. Es werden vor allem Desktops und Notebooks (ThinkPads) vermarktet. Im Heimatmarkt China ist Lenovo Marktführer mit einem Marktanteil von gut 32%. Lenovo ist auch im Markt für Smartphones und Tablets tätig.

26. Juli 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Volker Gelfarth. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt