Leoni-Aktie: Betrugsfall abgehakt – Aktie nach starken Zahlen im Höhenflug

So schnell kann es manchmal an der Börse gehen:

Noch vor wenigen Monaten ließen die Anleger die Aktie des Kabel-Herstellers Leoni fallen wie eine heiße Kartoffel.

Problemen bei Projekten und einem Management-Wechsel folgte ein Betrugsfall mit einem Schaden von nicht weniger als 40 Mio. €.

Es kam also nicht von ungefähr, dass die Aktie in weniger als 1 Jahr mehr als die Hälfte ihres Werts verlor.

Bei knapp 24 € machte der Kurs in den Sommermonaten des vergangenen Jahres halt. Wer mutig war, kann sich mittlerweile wieder über kräftige Kursgewinne freuen.

Nach den starken Zahlen in der vergangenen Woche fackelte die Aktie ein wahres Kursfeuerwerk (+15% in den vergangen 5 Handelstagen) ab.

Bei einem Kurs von über 47 € beträgt der Zugewinn seit dem Sommertief bereits 100%.

Europas größter Bordnetz-Hersteller

Leoni ist ein weltweit tätiger Anbieter von Drähten, optischen Fasern, Kabeln und Kabel-Systemen für die  Automobil-Branche sowie weitere Industrien.

75% des Umsatzes entfallen auf die Automobil-Industrie.

Der Konzern hat sich mit mehr als 60.000 Mitarbeitern als globaler Entwicklungs- und System-Lieferant positioniert.

Und Leoni ist Europas größter Bordnetz-Hersteller; weltweit liegt das Unternehmen auf Platz 4.

Das Produkt-Spektrum im Bereich Bordnetze umfasst einfache Kabelsätze, elektronische Komponenten sowie einbaufertige komplette Bordnetze für PKW und LKW.

Ferner werden Hochvolt-Kabel für elektrische Antriebe angeboten.

Im Segment Wire & Cable Solutions entwickelt Leoni:

  • Drähte und Kabel für die Automobil-Industrie, den Maschinenbau sowie die Medizintechnik,
  • Kommunikations- und Infrastruktur-Projekte
  • sowie Haushalts-Geräte.

Leoni bedient mehr als 70% der globalen Automobil-Produktion

Die Nürnberger haben sich eine aussichtsreiche Position erarbeitet; immerhin werden mehr als 70% der globalen Automobil-Produktion mit ihren Produkten und Lösungen beliefert.

Die Firma verfügt über ein ausgesprochen hohes Entwicklungs- und Fertigungs-Know-How. Bordnetze sind „Null-Fehler“-Teile und dürfen nicht versagen.

Durch den frühzeitigen Fokus auf Niedrig-Lohn-Länder hat sich Leoni in einem wettbewerbsintensiven Markt bislang stabile Margen gesichert.

2016 von zahlreichen Faktoren belastet

Das vergangene Jahr können Sie bei dem Nürnberger Konzern schnell abhaken, denn gleich diverse Faktoren drückten die Ergebnisse:

Zum einen belasteten die Kosten für den harten Konzern-Umbau. Die Reduktion von 1.100 Jobs kostete immerhin knapp 29 Mio. €.

Zum anderen sorgte der Betrugsfall für ein Minus von 40 Mio. €.

Unbekannte Täter hatten gefälschte Identitäten und Kommunikationsmittel benutzt, um Geld der Firma ins Ausland zu transferieren – mit drastischen Folgen:

Während die Erlöse nur leicht 1,6% auf 4,4 Mrd. € zurückgingen, schmolz der Gewinn regelrecht dahin:

Nach 77 Mio. € in 2015 blieben im vergangenen Jahr gerade einmal 10,5 Mio. € übrig.

Die avisierte Dividende von 0,50 € je Aktie entspricht einer Auszahlungs-Summe von 16 Mio. € und muss damit aus der Substanz gezahlt werden.

Positive Aussichten für die Zukunft

Für die Zukunft ist Firmenchef Dieter Bellé hingegen ausgesprochen zuversichtlich:

Mittelfristig peilt er einen Anstieg der Erlöse von 4 – 5% pro Jahr an. Zugleich soll die Vorsteuermarge bis 2019 wieder auf einen mittleren einstelligen Wert verbessert werden.

Für Sie zum Vergleich: Im vergangenen Jahr erzielte Leoni gerade einmal 1,6%. Im Jahr 2012 lag die Marge noch bei 6,2%.

Rückenwind soll es auch durch den zunehmenden Trend zu elektrischen Antrieben und selbstfahrenden Autos geben:

Bei batteriebetriebenen Fahrzeugen könne Leoni etwa 10% mehr erlösen, bei Hybrid-Fahrzeugen etwa 2%.

Die Aussagen haben bei den Anleger schon einmal Erwartungen geweckt und für einen wahren Höhenflug der Aktie gesorgt.

27. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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