Leoni: Ein weiterer Autozulieferer kürzt Prognose

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Der im SDax notierte Autozulieferer Leoni hat heute seine Umsatz- und Ergebnisprognose für 2018 gekürzt. Lesen Sie jetzt die Details. (Foto: xiaoliangge/AdobeStock)

Mit dem im SDax notierten Autozulieferer Leoni hat heute ein weiteres Unternehmen aus der Branche seine Jahresziele zusammenstreichen müssen. Im Vorfeld hatten beispielsweise Continental und Grammer die eigenen Prognosen gekürzt. Am vergangenen Freitag erwischte es dann auch SHW und PWO.

Die genannten Unternehmen befinden sich in guter Gesellschaft. In diesem Jahr gibt es kaum ein deutsches Unternehmen, das mit der Automobilbranche zusammenhängt, das nicht die eigene Umsatz- und/oder Gewinnprognose zusammenstreichen musste.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Zuletzt wurde zumeist die Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP als Hauptproblem genannt. Die Autobauer brauchen zu lange, um alle Modelle neu zu zertifizieren. Das löst einen Stau in der gesamten Automobilbranche aus (die Hersteller rechnen damit, dass die Probleme bis Ende 2018 oder Anfang 2019 beseitigt werden).

Darüber hinaus hinterließen die internationalen Handelskonflikte Bremsspuren in den Zahlenwerken einiger Autobauer und Zulieferer. Schauen wir und nun an, was Leoni in der heutigen Meldung mitgeteilt hat.

Ursachen für die Prognosesenkung

Die Leoni AG hat heute entschieden, ihre Jahresprognose 2018 an aktuelle Markt- und Unternehmensentwicklungen anzupassen. Ursächlich dafür ist nach Unternehmensangaben im Wesentlichen ein volatiles Marktumfeld, das unter anderem auf eine schwächere Entwicklung des Automobilmarktes in China, internationale Handelskonflikte und die Auswirkungen des neuen WLTP-Prüfzyklus zurückzuführen ist.

Auf Basis vorläufiger Zahlen für das 3. Quartal des laufenden Jahres lagen der Umsatz mit 1,2 Mrd. Euro (damit auf dem Niveau des Vorjahres) und der operative Gewinn (EBIT) mit 38 Mio. Euro (nach 45 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum) unter den Erwartungen.

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Die neue Prognose im Überblick

Die neue Prognose sieht wie folgt aus: Der Umsatz wird leicht auf rund 5 Mrd. Euro steigen (nach 4,9 Mrd. Euro im Vorjahr und einem zuvor angepeilten Wert von mindestens 5,1 Mrd. Euro für das laufende Jahr).

Der operative Gewinn (EBIT) wird sich etwa auf dem Niveau des um die positiven Einmaleffekte von ca. 30 Mio. Euro bereinigten Ergebnisses des Vorjahres von 196 Mio. Euro bewegen. Zuvor wurde ein EBIT in der unteren Hälfte der Bandbreite von 215 bis 235 Mio. Euro erwartet.

Nachdem die Leoni-Aktie nach Veröffentlichung der Gewinnwarnung zunächst unter Druck geraten war, legte das Papier im weiteren Handelsverlauf sogar zu. Offensichtlich hat sich bei den Investoren die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Gewinnwarnung zuvor bereits ausreichend eingepreist war.

Schließlich hatte die Leoni-Aktie seit Jahresbeginn schon mehr als 50% an Wert verloren. Vor diesem Hintergrund war es rückblickend eine gute Idee, die Leoni-Aktie in meinem Börsendienst Depot-Optimierer im Herbst des vergangenen Jahres mit über 300% Gewinn zu verkaufen. Denn zu diesem Zeitpunkt hatte sich eine leichte Überhitzung angedeutet (während aktuell das Pendel zu weit in die andere Richtung ausschlägt).

Auf dem aktuell sehr gedrückten Kursniveau halte die Aktien deutscher Autobauer und Zulieferer aber wieder für attraktiv und aussichtsreich.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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