Leoni: Radikaler Umbau geplant

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Der deutsche Autozulieferer Leoni ist seit längerer Zeit im Krisenmodus. Nun soll eine Sparte verkauft oder an die Börse gebracht werden. (Foto: FabrikaSimf / shutterstock.com)

Gestern habe ich Ihnen an dieser Stelle von der Gewinnwarnung des Chemie-Riesen BASF berichtet und Ihnen geschrieben, dass die schwächelnde Automobilindustrie ganz wesentlich dafür verantwortlich ist, dass es bei dem DAX-Konzern derzeit nicht rund läuft.

Noch deutlich schlechter als bei BASF läuft es seit einiger Zeit bei dem Autozulieferer Leoni. Die Aktie des Bordnetz-Spezialisten hat einen rasanten Absturz hinter sich. Dabei konnte man früher auch mit dieser Aktie sehr gutes Geld verdienen. In meinem Börsendienst Depot-Optimierer haben wir die Leoni-Aktie bereits im Herbst 2017 zu knapp 60 Euro und mit einem Gewinn von 335% verkauft.

Im Anschluss daran ging es zwar noch gut 10% auf rund 65 Euro weiter nach oben, dann folgte jedoch ein steiler Absturz. Heute notiert das Papier gerade noch bei knapp 14 Euro und damit um gut 78% unter dem Höchstkurs von Anfang 2018. Ursächlich für den Absturz waren mehrfach schlechte Zahlen und Prognosekürzungen.

Leoni will Sparte verkaufen oder an die Börse bringen

Das in Nürnberg ansässige Unternehmen Leoni hat heute mitgeteilt, dass es eine Trennung von dem Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions (WCS) durch einen Börsengang oder einen Verkauf, einschließlich der Option eines Anteilsverkaufs, vorbereite.

Bislang, so heißt es, sei dazu aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden. Fest steht aber, dass sich Leoni nach einer möglichen Trennung in erster Linie auf die Entwicklung des Bordnetzbereiches (Wiring Systems Division; WSD) konzentrieren will. Aktionäre und Öffentlichkeit sollen zeitnah über relevante Entwicklungen informiert werden.

Die Entscheidung zur Vorbereitung der Trennung von dem Unternehmensbereich WCS wurde nach Angaben des Unternehmens infolge der Prüfung der bestehenden Konzernstruktur und der Strategie für die Divisionen unter Berücksichtigung des bereits angekündigten Value21-Programms (mehr dazu gleich) getroffen.

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Wie bereits kommuniziert, sieht der Leoni-Vorstand aktuell nur sehr geringe Synergien zwischen den Divisionen und beabsichtigt daher, die operative Unabhängigkeit zu erhöhen. Daher werden Zentralfunktionen von der Holding auf die beiden Divisionen übertragen.

Die Division WCS konzentriert sich laut Leoni vermehrt auf fortschrittliche und intelligente Kabellösungen und Dienstleistungen. Der Bordnetzbereich hingegen soll die Kompetenzen im Bereich Energie- und Datenlösungen und Dienstleistungen weiter ausbauen.

Hohe Kosteneinsparungen voraus

Das eben schon angesprochene Programm Value 21 verläuft weiter nach Plan. Im Rahmen des Programms sollen nachhaltige Bruttokosteneinsparpotenziale in Höhe von 500 Mio. Euro pro Jahr bis 2022 realisiert werden.

Dadurch soll die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) um 2 bis 3 Prozentpunkte pro Jahr gesteigert werden. Rund 75% der Einsparungen werden voraussichtlich im Bordnetzbereich WSD realisiert.

Bis sich beim Autozulieferer nicht deutliche operative Fortschritte zeigen, gibt es bessere Anlagen als die Leoni-Aktie. Auch wenn man mit der traditionell sehr schwankungsstarken Leoni-Aktie in der Vergangenheit immer wieder sehr gutes Geld verdienen konnte, sollte man aktuell mit dem Einstieg noch auf positive Comeback-Anzeichen warten.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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