Lesen Sie, was der DAX-Index im 2. Halbjahr macht

In der vergangenen Woche habe ich Sie an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass in den Köpfen der Börsianer die Abnutzung des „Grexits“ bevorsteht. Das ging überraschend schnell.

Denn 1 Woche später ist es bereits so weit. Natürlich wurden auch leichte Hinweise auf ein Verbleiben der Griechen im Euro honoriert. Selbst, wenn es doch noch zum Austritt aus der Eurozone kommen sollte, wird der Aktienmarkt sich nur kurz erschrecken.

Das bedeutet für Sie, noch einmal fallende Kurse sollten Sie zum Einstieg nutzen.

Ich erwarte bis zum Jahresende deutlich höhere DAX-Stände.

Auch die charttechnische Situation hat sich eindeutig verbessert.

Dies analysieren wir zunächst im kurzfristigen 1-Monatschart des DAX-Index:

DAX 2406 1m

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Unterstützung hat gehalten, W-Bodenformation gelungen

In den zurückliegenden 2 Handelswochen hat der DAX-Index die Nerven der DAX-Investoren nicht gerade geschont. Die Chance auf einen Doppelboden schien am 16. Juni sogar zerstört.

Sie sehen am großen übergeordneten W (rote Linie), dass der DAX-Index den ersten Tiefpunkt am 16.06. sogar unterschritten hatte. Lediglich die aufwärtsgerichtete Tagesbewegung bis zum Handelsschluss konnte die charttechnische Situation noch retten. Das war knapp!

Nach einer kurzen Erholungsrally von +300 Punkten wurde anschließend dieser 2. Tiefpunkt erneut getestet. Das ist etwas ungewöhnlich, aber aufgrund des erfolgreichen Tests sogar sehr positiv für den DAX-Index.

Im Grunde genommen fabrizierte der DAX-Index eine interne W-Umkehr in der übergeordneten W-Umkehrformation. In der Charttechnik gelten W-Formationen als besonders stabile Bodenbildungsszenarien.

Der Rebound führte den Index schnell bis an die Widerstandszone heran (grün schraffierte Zone).

Gestern überwand er dann sogar mit einem Eröffnungs-GAP (schwarze Ellipse) diese Widerstandszone. Sie fungiert damit ab sofort als Unterstützungsbereich.

Damit ist der von einigen Analysten befürchtete Absturz des DAX-Index definitiv vom Tisch.

Das wird auch aus der mittelfristigen Analyse deutlich.

Betrachten wir den 8-Monatschart:

DAX 2406 8m

DAX-Chart 8 Monate (Tagesbalken)

Konsolidierung beendet, mittelfristige Unterstützung hat gehalten

Im mittelfristigen Chartbild des DAX-Index fällt sofort die untere Trendbegrenzung ins Auge (blaue Begrenzungslinie). Sie wurde in den vergangenen 8 Monaten ein paar Mal erfolgreich getestet.

Auch diesmal scheint sie der rettende Anker zu sein. (blaue Mulden). Denn genau an der Begrenzungsmarke schaffte der DAX-Index die Wende im Abwärtstrend der vergangenen 3 Monate (roter Abwärtstrendkanal).

Beim genauen Hinsehen können Sie am kleinen Zipfel rechts erkennen, dass der DAX-Index den Abwärtstrendkanal sogar leicht überwunden hat(roter Kreis).

Wenn er dies bis zum Wochenschluss durchhalten kann, dann wäre der Abwärtstrend abgehakt. Nächste Ziele liegen dann in der Widerstandszone 11.700 – 12.100 (grüne und schraffierte Zone). Hier hindurchzustoßen sollte allerdings nicht ganz so einfach von statten gehen.

Ich gehe davon aus, dass der DAX-Index sich hier ein paar Wochen ausruht, bevor er dann in einen weiteren Rallymodus mit Angriff auf die Jahreshochpunkte schaltet.

Gute Chancen auf neue Jahreshöchststände bis Jahresende

Im folgenden 10-Jahreschart sehen Sie, dass durchaus noch in diesem Jahr 13.000 Punkte möglich sind:

DAX 2406 10j

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Jahrzehnte-DAX-Bullenmarkt ist vollkommen intakt! Luft bis 13.000 Punkte

Die längerfristige Aufwärtsbewegung kann in 2 Kanäle geteilt werden. Beim übergeordneten Jahrzehntetrend (dunkelblauer breiter Trendkanal) ist der DAX-Index an die Oberseite angestoßen und erwartungsgemäß nach unten abgeprallt. Von der Unterseite ist er mehr als deutlich entfernt.

Das bedeutet, dieser Trendkanal wird noch sehr lange Bestand haben. Erst bei DAX-Ständen unterhalb von 7.500 Punkten gerät er in Gefahr. Doch dies ist selbst bei einem Crash eine schwer unterstützende und damit recht sichere Größe. Der Jahrzehnte-Bullentrend steigt übrigens um etwa 600 Punkte pro Jahr an.

Die Dax-Autobahn seit 2011

Wir erkennen in diesem längerfristigen Chartbild auch einen seit 2011 etablierten steileren und schmäleren Aufwärtstrendkanal (hellblauer Trendkanal).

Bei dieser „DAX-Autobahn“ fällt auf, dass die Mittellinie (punktierte Trendlinie) eine nicht unerhebliche Signalwirkung hat. Hier hat der Index seit 2012 mehrfach nach unten abgedreht und nach dem Durchbruch in diesem Jahr konnte er in der Nähe dieser Zone eine Wende vollziehen.

Vom übergeordneten Jahrzehntetrend ist ableitbar, dass das Maximalziel an der Obergrenze bis zum Jahresende durchaus in der Nähe von 13.000 Punkten liegt.

Jegliche DAX-Stände oberhalb dieser Grenzen sind Übertreibungen und führen mitunter über kurz oder lang zu einer Blase.

Fazit:

Absturz verhindert, Abwärtstrend ist so gut wie erledigt. So lautet das positive Fazit der zurückliegenden Handelswoche für den DAX-Index.

In den nächsten Wochen geht es für den DAX-Index um die Bestätigung der Wende und Kräfte sammeln für einen Durchbruch durch die genannte Widerstandszone und einem neuen Anlauf auf die Jahreshöchststände.

Sollte wider Erwarten ein „Grexit“ eintreffen, dann sollten Sie vorübergehende Rückschläge zum Kauf nutzen.

24. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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