Letzte Hoffnung Bezahl-TV?

Es gibt sie noch, die Aktien mit hohen Dividendenrenditen.

Was würden Sie beispielsweise zu einer Rendite von 17% sagen? – Richtig: Sie würden nach dem Haken fragen.

Die Aktie des französischen Medienkonzerns Vivendi bietet derzeit rund 17% Dividendenrendite.

Wir haben das Unternehmen auf Herz und Nieren geprüft und erklären Ihnen, wo der Haken ist:

Vivendi S.A. war an Marken wie

  • SFR – zweitgrößter französischer Telekommunikations-Anbieter (zu 100%)
  • Maroc Telecom Group (zu 53%),
  • GVT, Canal+ Group und Zaoza (alle zu 100%)

beteiligt und ist seit der Umstrukturierung (seit 2011) v. a. im französischen Pay-TV-Markt aktiv. Der Umbau-Prozess ist aber noch nicht abgeschlossen.

Vivendi schrumpft sich gesund

Vivendi hat seinen Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 6,7% auf 10,7 Mrd. € gesteigert. Der Gewinn brach allerdings um fast 60% ein und betrug damit nur noch rund 1,9 Mrd. €.

Die Umstrukturierung des Konzerns verläuft schwieriger als gedacht. Hinzu kommt noch der harte Wettbewerb, der v. a. im digitalen Geschäft die Gewinne zum Schmelzen bringt.

Die härteste Niederlage musste Vivendi im Streaming-Geschäft einstecken:

Nach einem langwierigen und vor allem teuren Existenzkampf wurde der Streaming-Dienst Watchever endgültig geschlossen. Die Geschäfte liefen einfach nicht mehr.

Der Siegeszug von Netflix, Amazon Prime & Co. haben das Schicksal endgültig besiegelt. Das Streaming-Geschäft ist DER Zukunfts-Trend im Bereich der Unterhaltungs-Elektronik.

Doch spätestens seitdem Branchen-Größen wie Apple und Amazon oben mitmischen, wird es für kleinere Anbieter schwer, ihre Marktposition zu behaupten.

Die Lizenz-Gebühren haben den operativen Gewinnen das Wasser abgegraben, und die Kosten für Marketing und Infrastruktur sorgten für eine zusätzliche Belastung.

Die Schließung von Watchever ist ein weiterer Schritt im Rahmen der umfassenden Konzentrations-Strategie. Zuvor hatte Vivendi bereits den Spiele-Hersteller Blizzard Activision und eine Telekom-Tochter verkauft.

Vivendi bleibt eine Glaubensfrage

Jetzt möchte sich Vivendi wieder stärker auf das klassische Pay-TV-Geschäft konzentrieren. Das 2. Standbein bildet der Musik-Bereich.

Auf Sicht von 6 – 12 Monaten erwarten wir eine durchschnittliche Kursentwicklung. Auch die hohe Dividendenrendite reißt es bei Vivendi nicht raus. Vivendi sucht weiter nach einem lukrativen Geschäftsmodell.

Statt einer hohen Dividende zu zahlen, sollte man besser investieren. Doch geeignete Objekte zu finden ist schwer. Vivendi steckt in einem Dilemma.

Lassen Sie sich daher von der Dividende nicht blenden. Bleiben Sie der Aktie fern, es sei denn, Sie können einen dümpelnden Kurs ertragen und glauben an die Zukunft von Pay-TV.

8. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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