Lichtblick im Bergbau-Sektor

Die Minenbranche liegt am Boden. Seit einigen Jahren wird diese Feststellung Mantra-artig wiederholt. Doch gibt es zwischen den einzelnen Rohstoffproduzenten gewaltige Unterschiede.

Einerseits haben viele Rohstoffförderer andere Schwerpunkte andererseits hat jedes Unternehmen andere Förderkosten und eine etwas andere Strategie, mit der Branchenschwäche umzugehen. Es kann also gut sein, dass es auch Lichtblicke gibt. Einer dieser Lichtblicke ist Rio Tinto.

Rio Tinto gehört zu den größten Bergbauunternehmen der Welt. Im Produktportfolio finden sich Eisenerz, Kupfer, Aluminium und Energie. Weitere Sparten sind Industriemineralien, Diamanten und Gold.

Das Unternehmen ist hauptsächlich in Nordamerika, Australien und Neuseeland sowie in Europa, Südamerika, Afrika und Indonesien tätig. Rio Tinto plc bildet zusammen mit Rio Tinto Limited eine doppelte Unternehmensstruktur.

Weiter auf Dividenden-Kurs

Rio Tinto konnte seinen Nettogewinn im 1. Halbjahr 2014 deutlich von 1,72 auf 4,4 Mrd $ steigern. Der bereinigte Gewinn belief sich sogar auf 5,1 Mrd $, wobei 92% des bereinigten Gewinns in der Eisenerzsparte erwirtschaftet wurden.

Der Gewinn im Kupfergeschäft stieg um 71% auf 594 Mio $, und das Aluminiumgeschäft sorgte für ein Gewinnplus von 74% auf 373 Mio $. Zudem konnten die Schulden durch Minenverkäufe gesenkt werden.

Die Eisenerzproduktion wurde erhöht, was die geringeren Preise ausgleichen konnte. Der Preisverfall liegt an den unsicheren Aussichten für die globale Konjunktur und an den Sorgen um das Wachstum in China, dem größten Eisenerzimporteur der Welt.

Die niedrige Nachfrage trifft dabei auf ein wachsendes Angebot. Viele Bergbaukonzerne haben in den vergangenen Jahren massiv in den Ausbau ihrer Förderung investiert. Rio lässt sich trotz des heftigen Preisverfalls nicht von seinem Kurs abbringen.

Der CEO versicherte, dass die Dividende wie zu Jahresbeginn angekündigt, steigen werde. Die Eisenerzpreise waren zuletzt auf den tiefsten Stand seit 5 Jahren gesunken. Das hatte bei Anlegern Sorgen ausgelöst, dass die Ausschüttungen kleiner ausfallen könnten.

Rio Tinto: Leider nur Durchschnitt

Die Zwischendividende hob der Konzern um 15% auf 96 Cent je Aktie an. Zudem macht der Konzern keine Anstalten, seine Förderung zu drosseln. In den ersten 9 Monaten steigerte Rio etwa seine Produktion um 11% auf 216 Mio Tonnen.

Im Gesamtjahr will der Konzern erstmals 300 Mio Tonnen Erz fördern. Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten erwarten wir eine durchschnittliche Entwicklung. Das liegt vor allem daran, dass Rio Tinto beim Schuldenabbau Fortschritte macht. Die niedrigen Eisenerzpreise wiegen diesen Vorteil aber fast auf.

 

31. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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