Linde und Praxair arbeiten mit Hochdruck an Deal-Freigabe

Linde und Praxair müssen mehr Unternehmensteile verkaufen als angeommen. Der Deal ist Analysten zufolge jedoch nicht in Gefahr. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Im deutschen Leitindex DAX suchen Sie heute vergebens nach steigenden Kursen. Am frühen Mittag fällt der Leitindex unter 12.000 Punkte und keiner der 30 größten deutschen Unternehmen kann sich dem negativen Marktumfeld entziehen.

Auslöser der heutigen Verkaufswelle war die Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, auf Stahlimporte hohe Zölle zu verhängen. Trump macht also ernst mit seiner „America First“-Ankündigung und könnte damit einen weltweiten Handelskrieg lostreten.

Die EU hat bereits Gegenmaßnahmen angekündigt, um ihre Interessen zu wahren, wie scharf die jedoch ausfallen werden bleibt abzuwarten. An einem Handelskrieg dürfte keine Seite interessiert sein.

Vertiefte Prüfung durch die Europäische Wettbewerbskommission

Während auf wirtschaftspolitischer Ebene Europa und die USA auf Konfrontationskurs gehen, gehen Europas führender Industriegase-Konzern Linde und sein US-Branchenkollege Praxair gemeinsame Wege.

Die beiden Konzerne arbeiten mit Hochdruck an der im Vorjahr ausgehandelten Fusion, die spätestens bis zum 24. Oktober abgeschlossen werden soll. Da durch den Zusammenschluss der weltweit größte Industriegase-Konzern mit rund 24 Mrd. Euro Umsatz entsteht, schauen sich die Wettbewerbshüter den Deal ganz genau an.

Erst in der Vorwoche gab die Europäische Wettbewerbskommission bekannt, dass die Frist für die vertiefte Prüfung der Fusion bis zum 18. Juli verlängert wird.

Linde und Praxair planen Verkauf von Unternehmensteilen im Wert von 8 Mrd. Dollar

Im Vorfeld des Zusammenschlusses war bereits klar, dass einige Unternehmensbereiche für die Deal-Freigabe zum Verkauf gestellt werden müssen.

Nun sickern erste Details durch, wie umfangreich diese sein könnten. Dem in Übernahme-Sachen stets gut informierten Nachrichten- und Wirtschaftsdatenanbieter Bloomberg zufolge, planen Linde und Praxair den Verkauf von europäischen und US-Unternehmensteilen im Wert von bis zu 8 Mrd. Dollar.

Verkäufe stoßen auf großes Interesse

Über mangelndes Interesse können sich Linde und Praxair offenbar nicht beschweren. Neben bestätigtem Interesse der deutschen Messer Group, die zusammen mit dem Finanzinvestor CVC ein Angebot erwägt, sollen auch die beiden größten Konkurrenten Air Liquide und Air Products ein Auge auf die zum Verkauf gestellten Unternehmensteile geworfen haben.

Daneben werden die Finanzinvestoren Blackstone, Carlyle, Apollo und Onex als potenzielle Bieter gehandelt. Es heißt, dass Linde zwar den Verkauf einzelner Unternehmensteile anbietet, allerdings der Einfachheit halber einen Komplettverkauf bevorzugt.

Verkäufe umfangreicher als gedacht, doch kritische Grenze dürfte nicht erreicht werden

Linde hatte bereits Anfang Februar bekannt gegeben, dass voraussichtlich mehr verkauft werden muss, als ursprünglich angenommen wurde und der jetzt genannte Werte liegt auch über dem, was Analysten erwarteten.

In Abhängigkeit der letztendlich für die Freigabe benötigten Verkäufe kann der Wert die derzeit im Raum stehenden 8 Mrd. Dollar sogar noch übersteigen.

Dass der Deal aufgrund zu großer Verkäufe scheitert, ist vielen Analysten zufolge allerdings nicht zu erwarten. Im Fusionsvertrag ist geregelt, dass beide Seiten von der Vereinbarung zurücktreten können, sollten die Verkäufe 3,7 Mrd. Dollar Umsatz oder 1,1 Mrd. Dollar operativen Gewinn übersteigen.

Interessenskonflikt: Die Linde AG-Aktie ist Position in meinem Börsendienst „Der Übernahme-Gewinner“.


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