Lindt & Sprüngli ist ein Weihnachtsprofiteur

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Heute und in den kommenden Tagen und Wochen stelle ich Ihnen einige Weihnachtsprofiteure vor. (Foto: Hadrian / Shutterstock.com)

Auch wenn die Kursverluste am deutschen Aktienmarkt heute ein Stimmungsdämpfer waren: Wir befinden uns seit einigen Tagen offiziell in der Vorweihnachtszeit. Geht man nach den Auslagen im Einzelhandel, startete das Weihnachtsgeschäft allerdings schon im Oktober, denn spätestens seit diesem Datum sind Spekulatius und Co. in den Supermärkten zu finden.

Ob das jedermann gefällt, sei dahingestellt. Allerdings ist eines sicher: viele Unternehmen machen in der Weihnachtszeit gute Geschäfte. Daher möchte ich Ihnen in einer kleinen Schlussgong-Serie einige börsennotierte Unternehmen vorstellen, die besonders vom Weihnachts- bzw. Jahresendgeschäft profitieren.

Darunter befinden sich Unternehmen, wie z.B. der Chocolatier Lindt & Sprüngli und der Online-Shop Amazon, bei denen es offensichtlich ist, dass sie vom Weihnachtsgeschäft besonders profitieren. Aber auch Dienstleister, wie z.B. die Deutsche Post, machen einen Großteil ihres Umsatzes im Jahresendgeschäft.

Zu Beginn meiner weihnachtlichen Serie möchte ich Ihnen die Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli AG (so lautet die offizielle Firmenbezeichnung) aus der Schweiz näher vorstellen.

Schokoladenhersteller mit großer Tradition

Die Ursprünge von Lindt & Sprüngli liegen im 19. Jahrhundert. Bereits 1845 gründeten David Sprüngli-Schwarz und sein Sohn, Rudolf Sprüngli-Ammann, eine Konditorei in der Altstadt von Zürich. 1859 eröffnete die Familie eine weitere Confiserie und gründete 1870 eine Schokoladenfabrik in der Züricher Werdmühle.

Nach dem Tode von David Sprüngli erbte der älteste Sohn, Johann Rudolf Sprüngli-Schifferli, die Schokoladenfabrik. 1899 baute Johann Rudolf eine neue, größere Fabrik in Kilchberg am Züricher See. Um diese Expansion zu finanzieren, wandelte er das Familienunternehmen in eine Aktiengesellschaft, der Chocolat Sprüngli AG, um.

Wenig später kaufte Sprüngli die kleine, aber sehr renommierte Schokoladenfabrik von Rudolphe Lindt aus Bern. Das neue Unternehmen nannte sich in Aktiengesellschaft Vereinigte Berner und Zürcher Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli um.

In den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts expandierte das Unternehmen insbesondere aufgrund der hohen Nachfrage aus dem Ausland. 1915 machte das Exportgeschäft dreiviertel des Umsatzes aus. Lindt & Sprüngli-Schokolade wurde bereits damals in 20 Länder exportiert.

Nach 1920 brachen die wichtigen Auslandsmärkte aufgrund des weltweit zunehmenden Protektionismus, der Weltwirtschafskrise und der Rationierung wichtiger Rohstoffe während des Krieges weg. Das Unternehmen musste seine Produktion daher deutlich zurückfahren und konzentrierte sich auf den nur langsam wachsenden Schweizer Markt.

Wachsende Nachfrage und Expansion nach 1945

Nach dem 2. Weltkrieg stieg die Nachfrage nach Schokolade wieder stark an. Die Schweizer bauten ihre Produktionskapazitäten durch Lizenzverträge mit Schokoladenproduzenten in Italien (1947), Deutschland (1950) und Frankreich (1954) aus.

In den 1960er und 1970er Jahren kaufte Lindt & Sprüngli mehrere Schokoladenfabriken in der Schweiz und integrierte diese in das Unternehmen. In den 1970er Jahren optimierte Lindt & Sprüngli auch das bereits im Jahre 1879 von Rodolphe Lindt erfundene Conche-Verfahren zur Produktion einer Schokolade mit besonders weicher Konsistenz.

Durch den 1972 entwickelten Lindt & Sprüngli Chocolate Prozeß (LSCP) konnte der hohe Zeit- und Energieaufwand beim Conchieren deutlich reduziert werden.

Ausblick: Lesen Sie morgen im zweiten Teil weitere Details zu Lindt & Sprüngli und erfahren Sie, wie ich die Lindt & Sprüngli-Aktie, einer der teuersten Aktien der Welt, aktuell einschätze.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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