LinkedIn-Aktie: Karriereportal mit hohen Verlusten vor Microsoft-Übernahme

Nicht nur Xing-Anleger schauen immer wieder gebannt auf die Geschäfts-Entwicklung des Konkurrenten LinkedIn.

Besonders der Microsoft-Konzern dürfte aber die Geschehnisse bei dem US-Karriere-Portal LinkedIn mit Argusaugen verfolgen.

Immerhin hat der Software-Riese im Juni angekündigt, die Internet-Plattform für 26,2 Mrd. Dollar bzw. 196 Dollar je Aktie schlucken zu wollen.

Bis zum Jahresende soll der Deal abgewickelt werden. Daher ist es spannend zu sehen, ob die teure Wette des Microsoft-Konzerns auch wirklich aufgeht.

Hohes Wachstum – hohe Verluste

Auf diese beiden Punkte lassen sich die jüngsten Zahlen wohl zusammenfassen. Glänzen konnte das Karriere-Portal mit einem anhaltend hohen Wachstum.

Die weltweite Nutzerzahl kletterte immerhin um weitere 18% auf 450 Mio. Dagegen wirkt der deutliche Xing-Konzern mit 11,1 Mio. Nutzern (davon 914.000 zahlende Abonnenten) geradezu winzig.

Dabei erzielte der US-Konzern im 2. Quartal einen Umsatz von 932,7 Mio. Dollar. Für Sie zum Vergleich: Das entspricht einer kräftigen Steigerung von 31% zum Vorjahres-Quartal.

Damit wächst das Unternehmen dynamischer als der deutsche Rivale Xing, der im 1. Halbjahr um 21% bei den Erlösen zulegen konnte.

Abstriche machen musste der Konzern allerdings bei der Gewinn-Entwicklung. Denn von Profiten fehlt, ganz im Gegensatz zu Xing, aktuell jede Spur.

Vielmehr geriet das Unternehmen noch tiefer in die roten Zahlen. Unterm Strich  weitete sich der Verlust sogar auf 119,3 Mio. Dollar aus (Vorjahres-Quartal: 67,7 Mio. Dollar).

Job-Inserate sorgen für Wachstum

Den größten Anteil des Geschäfts lieferten unterdessen die Inserate  von Jobs, die immerhin 63% der Gesamt-Erlöse ausmachen und abermals stark um 35% zugelegt haben.

Der Unternehmens-Zweig Marketing Solutions brachte hingegen 181 Mio. Dollar (+29%) und das Geschäft mit kostenpflichten Abonnements lediglich 155 Mio. (+21%) an Erlösen ein.

Übernahme durch Microsoft soll weiteres Wachstum bringen

Dabei soll der Deal mit Microsoft für zusätzliches Wachstum sorgen.

Die Präsenz sowie weiteres Wachstum dürften mit einer weltweiten Integration bei den in vielen Unternehmen verbreiteten Microsoft-Produkten wie beispielsweise Office365 gesichert sein.

Auch wer in Deutschland mit Microsoft-Software arbeitet, wird wohl zumindest über ein LinkedIn-Profil nachdenken.

Dabei will der Konzern insbesondere bei Firmen-Netzwerken punkten. Besonders für Projektleiter dürfte die Integration Vorteile bieten.

Wenn diese ein neues Projekt an den Start bringen. können sie sich die passenden Mitarbeiter mit Hilfe der LinkedIn-Profile schnell zusammenstellen.

Microsoft muss schnell den Schalter umlegen

Ohne Zweifel hat das Karriere-Portal eine beeindruckende Wachstums-Geschichte hingelegt.

Jetzt gilt es aber für Microsoft zu zeigen, dass der Software-Konzern die Früchte der größten Übernahme der Unternehmens-Geschichte ernten kann.

Immerhin war der Deal dem Software-Riesen das Neunfache der Umsätze wert und damit definitiv kein Schnäppchenpreis.

Jetzt gilt es daher abzuwarten, ob der Software-Konzern die Job-Plattform in ein rentables Unternehmen umwandeln kann.

8. August 2016

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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