Lockheed Martin Top – Bombardier Flop

Im 1. Quartal erzielte Lockheed Martin einen Umsatz von 11,7 Mrd $. Das entspricht einer Steigerung von 15,8%.

Der hohe Anstieg ist zum einen auf die Übernahme des Hubschrauber-Herstellers Sikorsky im Sommer 2015 und zum anderen auf die gute Auftragslage zurückzuführen.

Gleichzeitig sank der Nettogewinn um 10% auf 794 Mio. $. Die Integration von Sikorsky ist noch nicht abgeschlossen und kostet zunächst Geld.

Für Lockheed Martin läuft derzeit alles nach Plan

Deshalb hat das Management bei Vorlage der Quartalszahlen die Umsatz- und Gewinn-Prognose erhöht. Lockheed Martin profitiert als amerikanisches Unternehmen von einem riesigen Heimatmarkt für Rüstungs-Güter.

Die US-Regierung steckt pro Jahr allein rund 600 Mr.d $ in neue Waffen-Systeme. Lockheed Martin erzielt knapp 80% der Umsätze mit der US-Regierung. Die Erfahrungen des Flugzeug-Bauers sind aber auch außerhalb der USA gefragt.

Die südkoreanische Schiffswerft Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering sicherte sich die Unterstützung bei der Entwicklung und dem Bau eines neuen Kriegsschiffes. Mit dem Frachtflugzeug LM-100J wird auch der zivile Bereich abgedeckt.

Die Weiterentwicklung des beliebten Militär-Transporters Hercules befindet sich seit April in Produktion. Der Erstflug ist für 2017 geplant. Erste Auslieferungen sind am Ende des Jahrzehnts zu erwarten.

Lockheed Martin profitiert in einer krisenanfälligen Welt von seiner Forschungsstärke. Zudem wird bei Waffen nicht gespart.

Unternehmens-Porträt

Lockheed Martin gehört neben Boeing zu den weltweit größten Rüstungs-Konzernen. Hauptgeschäftsfelder sind die Entwicklung von Raketen-, Flugabwehr- und Satelliten-Systemen sowie die Produktion von Kampfjets und Transport-Flugzeugen (F-16, F-22, F-35, C-130S).

Die US-Regierung und die US-Armee sind mit einem Umsatz-Anteil von 82% die bedeutendsten Vertrags-Partner des Konzerns. Ein 2. Standbein wurde im Energie-Geschäft aufgebaut.

Bombardier hat das Geschäftsjahr 2015 noch schlechter als von uns erwartet abgeschlossen

Auch der Start ins Jahr 2016 misslang gewaltig. Im 1. Quartal ging der Umsatz um 11% auf 3,9 Mrd. $ zurück.

Besonders die Flugzeug-Sparte steckt in einer tiefen Krise: Es wurden lediglich 51 Flugzeuge ausgeliefert – nach 68 Auslieferungen im Vorjahres-Zeitraum.

Unter dem Strich standen erneut rote Zahlen und ein Verlust von 138 Mio. $. Mittlerweile ist das Eigenkapital deutlich negativ. Als Beitrag zur Restrukturierung wurden bereits 30% der Transport-Sparte an einen staatlichen Fonds der Provinz Quebec verkauft.

Das Geschäft spült kurzfristig 1,5 Mrd. $ in die Kasse. Zudem besteht für den Fonds eine Kaufoption auf 105,9 Mio. Aktien zu einem festgelegten Preis.

Keine Aussicht auf Gewinne

Ein ähnliches Beteiligungs-Modell ist für das kriselnde C-Series-Programm geplant. Die Entwicklung des Mittelstrecken-Flugzeugs liegt Jahre hinter dem Zeitplan zurück und wird zudem deutlich teurer als geplant.

Die Provinz Quebec wird 49,5% der Anteile an dem Projekt für eine Einlage von 1Mrd. $ erwerben. Außerdem beinhaltet die Vereinbarung Kaufoptionen über 200 Mio. Aktien, die Quebec zu einem festgelegten Preis innerhalb der kommenden 5 Jahre kaufen kann.

Wir gehen davon aus, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen werden und eine weitere Kapitalerhöhung notwendig sein wird. Dadurch werden die Anteile der Altaktionäre verwässert. Es ist zudem nicht absehbar, wann Bombardier wieder in die Gewinnzone zurückkehren kann.

Unternehmens-Porträt

Bombardier ist der weltweit drittgrößte Hersteller von Zivil-Flugzeugen. In den Bereichen Regional- und Business-Jets ist der Konzern Marktführer. Learjet, Challenger und CRJ200 gehören zu den bedeutendsten Jet-Marken.

Bombardier ist seit der Übernahme von Adtranz auch der weltweit größte Anbieter von Schienenverkehrs-Technik. Die Bereiche Freizeit-Fahrzeuge und Bombardier Capital wurden verkauft.

29. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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