Lockheed Martin und Raytheon profitieren von globalen Unsicherheiten

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Sowohl Lockheed Martin als auch Raytheon erfreuen sich über seinen sehr hohen Auftragsbestand, der das Wachstum auf Jahre hinaus sichern wird. (Foto: Everett Historical / shutterstock.com)

Angesichts der weltweiten Tumulte und steigenden Spannungen meldete Lockheed Martin hervorragende Zahlen zu den ersten 9 Monaten.

Alle vier Geschäftsbereiche konnten sowohl den Umsatz als auch den Gewinn steigern

Insgesamt legte der Umsatz um 9,0% auf 39,3 Mrd. $ zu. Das Wachstum hat sich im 3. Quartal noch einmal beschleunigt. Der Gewinn stieg um 40,1% auf 3,8 Mrd. $. Dazu trug sowohl das überdurchschnittlich starke operative Ergebnis als auch die geringere Steuerbelastung bei. Dank der Steuerreform von US-Präsident Donald Trump konnte Lockheed in den ersten 9 Monaten den effektiven Steuersatz von 26,3 auf 12,9% halbieren.

Lockheed Martin mit hohem Auftragsbestand

Mit offenen Bestellungen von über 109 Mrd. $ ist die Produktion bereits für die nächsten zwei Jahre ausgebucht. Zum Kassenschlager entwickelte sich erneut der Kampfjet F-35. Mit 91 Auslieferungen verzeichnete Lockheed bereits nach 9 Monaten einen Anstieg von 40% im Vergleich zu 2017 und eine Verdoppelung der Auslieferungen verglichen mit 2016. Neben der US-Regierung finden sich zahlreiche Kunden in Europa.

Weiteres Wachstum verspricht die volle Produktpipeline. Allein im Dezember gelangen Lockheed mit dem Littoral Combat Ship 19, dem Langstrecken Schiffabwehrraketensystem LRASM und dem Aegis Kampfsystem drei hochkarätige Markteinführungen.

Lockheed Martin hat den Ausblick für 2018 konkretisiert und angehoben. Der Konzern rechnet jetzt mit einem Jahresumsatz von rund 53 Mrd. $. 2019 soll sich das Wachstum fortsetzen.

Unternehmensporträt

Lockheed Martin gehört neben Boeing zu den weltweit größten Rüstungskonzernen. Hauptgeschäftsfelder sind die Entwicklung von Raketen-, Flugabwehr- und Satellitensystemen sowie die Produktion von Kampfjets und Transportflugzeugen (F-16, F-22, F-35, C-130S). Die US-Regierung und die US-Armee sind mit einem Umsatzanteil von über 70% die bedeutendsten Vertragspartner des Konzerns. Ein zweites Standbein wurde im Energiegeschäft aufgebaut.

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Raytheon meldete hervorragende Zahlen für die ersten 9 Monate

Während der Umsatz um 6,1% auf 19,7 Mrd. $ zulegte, konnten die operativen Kosten im Zaum gehalten werden. Dank der US-Steuerreform ging die Steuerbelastung im Vorjahresvergleich um 0,5 Mrd. $ zurück. Als Folge kletterte der Gewinn um 27,4% auf 2,1 Mrd. $. Durch das laufende Aktienrückkaufprogramm stieg der Gewinn pro Aktie überproportional um 29,1% auf 7,23 $.

Die Dividende wurde um 8,8% auf 2,60 $ pro Aktie angehoben. Vor allem der Auftragseingang überzeugte mit einem Plus von 23,7%. Mit neuen Aufträgen im Wert von 23,7 Mrd. $ verzeichnete Raytheon ein neues Rekordhoch. Aufgrund des starken Auftragseingangs stieg der Auftragsbestand auf 41,6 Mrd. $.

Raytheon ist beinahe zwei Jahre im Vorhinein ausgebucht

Fortschritte konnten am Heimatmarkt USA, wie auch in Übersee erzielt werden. Raytheon wird unter dem Programmnamen Janus ein vollautomatisiertes Echtzeit-Informationssystem, das auf künstlicher Intelligenz beruht, für die US-Regierung aufsetzen. Der Auftragswert wird auf 600 Mio. $ geschätzt. Auch europäische Regierungen setzen auf die US-Verteidigungssysteme. Rumänien unterzeichnete einen Vertrag für drei weitere Patriot Raktenabwehrsysteme. Die meisten Patriot Verteidigungssysteme stehen nach den USA in den Niederlanden und Deutschland.

Raytheon revidierte die Ganzjahresprognose nach oben. Der Umsatz soll in einer Spanne von 27,0 bis 27,3 Mrd. $ liegen. Es wird mit einem besseren Zinsergebnis und einem Gewinn pro Aktie zwischen 10,01 und 10,11 $ gerechnet.

Unternehmensporträt

Raytheon Company zählt zu den weltweit größten Herstellern von Verteidigungssystemen. Das Unternehmen hat sich auf militärische Geräte mit komplexer Steuerung spezialisiert. Dazu zählt das Flugabwehrsystem Patriot und andere Raketen wie Torpedos und Marschflugkörper. Darüber hinaus produziert Raytheon die Radar-Systeme für beinahe jedes Kampfflugzeug der US Air Force. Seit der Fusion mit Hughes Aircraft im Jahr 1997 ist Raytheon auch in der Luftfahrt tätig.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.