Lockheed Martin und Raytheon Technologies kommen gut durch die Corona-Krise

Lockheed Martin Symbolbild Kampfflugzeug_shutterstock_244391005_Everett Historical

Während die klassischen Flugzeugbauer stark unter den Reiseeinschränkungen leiden, laufen die Geschäfte bei diesen beiden Unternehmen weiter. (Foto: Everett Historical / shutterstock.com)

Lockheed Martin konnte auch 2019 seinen starken Wachstumskurs weiter ausbauen. Der Umsatz stieg um 11,3% auf 59,8 Mrd. $. Unterm Strich konnte der Konzern mit einem starken Wachstum von 23,5% einen Gewinn von 6,2 Mrd. $ einfahren. Auch das 1. Quartal sieht nach einem guten Einstieg in das Jahr 2020 aus. Der Umsatz stieg um 9% auf 15,65 Mrd. $, und der Gewinn pro Aktie konnte mit 6,08 $ pro Aktie auch etwas zulegen.

Auch die Auftragsbücher bei Lockheed sind voll

Dort wird aktuell ein Bestand im Wert von 144 Mrd. $ ausgewiesen. Die Auswirkungen durch die Corona-Krise sind bei Lockheed ausschließlich indirekt.

Die Verteidigungsetats, die hauptverantwortlich für die Umsätze von Lockheed sind, werden durch die Corona-Krise nicht gekürzt. Besonders die US-Regierung, von der immerhin 71% des Umsatzes kommen, wird unter Donald Trump die Etats weiter erhöhen als abbauen. Corona-Probleme für Lockheed kommen also allenfalls von indirekten Einflüssen wie Lieferkettenengpässen, die teilweise schon zu Verzögerungen geführt haben. Dadurch werden Produktionsprozesse verlangsamt.

Alles in allem bleibt Lockheed einer der sicheren Werte in der Luftfahrtbranche

Trotz der Auswirkungen von Corona zeigt sich Lockheed selbstbewusst mit einer Umsatzerwartung zwischen 62,25 und 64 Mrd. $. Auch eine Steigerung des Gewinns auf bis zu 6,7 Mrd. $ hält Lockheed für realistisch.

Unternehmensporträt

Lockheed Martin gehört neben Boeing zu den weltweit größten Rüstungskonzernen. Hauptgeschäftsfelder sind die Entwicklung von Raketen-, Flugabwehr- und Satellitensystemen sowie die Produktion von Kampfjets und Transportflugzeugen (F-16, F-22, F-35, C-130S). Die US-Regierung und die US-Armee sind mit einem Umsatzanteil von über 70% die bedeutendsten Vertragspartner des Konzerns. Ein zweites Standbein wurde im Energiegeschäft aufgebaut.

Raytheon Technologies ist ein Zusammenschluss aus United Technologies und Raytheon Company

Der Merger ging am 3. April 2020 über die Bühne. Hier wurden die Luftfahrt- und Rüstungssparten als Raytheon Technologies zusammengelegt, während gleichzeitig die restlichen Sparten ausgegliedert wurden. So wurde die Aufzugssparte als Otis Worldwide und die Sparte für Klimatechnik unter Carrier Global abgetrennt. Beide wurden von Raytheon Technologies abgekoppelt und jeweils eigenständig an die Börse gebracht. Beide Sparten waren zwar lukrativ, passen aber nicht mehr in die neue Unternehmensstruktur. Raytheon Technologies wird dadurch hinter Boeing zum weltweit zweitgrößten Luft- und Raumfahrtunternehmen.

Zukünftig teilt sich Raytheon in vier Geschäftseinheiten auf

Pratt & Whitney entwickelt und produziert weiterhin Flugzeugmotoren, während Collins Aerospace Luft- und Raumfahrtsysteme vertreibt. Raytheon Intelligence & Space und Raytheon Missiles & Defense kümmern sich jeweils im speziellen um die Bereiche Weltraum und Militär. Die Verbindung der Luft- und Raumfahrtbereiche von Raytheon Company und United Technologies verspricht langfristig positive Synergieeffekte.

Gleichzeitig sollte die Zusammenlegung auch Kostenvorteile mit sich bringen. Auch wenn sich die vollständige Entwicklung der Fusion erst mit der Zeit zeigen wird, deutet sich ein durchaus sinnvoller und erfolgreicher Zusammenschluss an.

Unternehmensporträt

Raytheon Technologies entwickelt und vertreibt eine Vielzahl von Produkten für den industriellen, zivilen und militärischen Bedarf. Hauptgeschäftsfelder sind Antriebe für die Raum- und Schifffahrt (Pratt & Whitney), sowie Komponenten für die Luftfahrtindustrie (Collins Aerospace). Raytheon Technologies ist seit der Fusion das zweitgrößte Unternehmen in der Luft- und Raumfahrt hinter Boeing. Zu den Großkunden gehören u.a. Airbus und die US-Regierung.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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