Lösungen für die Flüchtlingskrise

Neben den Lösungsvorschlägen zur Flüchtlingskrise gibt es jedoch auch Forderungen. Eine davon: die Vermittlung des deutschen Leitbildes. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Nach wie vor ist das Thema Nummer eins, das Europa und damit auch Deutschland am meisten beschäftigt, ungelöst: Die Flüchtlingskrise.

Dabei gibt Lösungen es durchaus, wie Sie bereits wissen: Bekämpfung der Fluchtursachen, Hilfe für die Nachbarländer und Unterstützung und Wiederaufbau, Geberländer & Wiederaufbau, Sukuk-Anleihen, Waffenverbot in den Nahen Osten und Auffanglager für Flüchtlinge.

Aber das ist noch längst nicht alles.

UNHCR-Resettlement-Programm

Vielleicht wissen Sie es: Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR betreibt ein sogenanntes Resettlement-Programm, das Kriegsflüchtlinge, Kranke und Kinder aus Transitländern in Aufnahmestaaten vermittelt.

So wurden alleine im Herbst 2015 für 400.000 syrische Schutzsuchende in besonderer Not Plätze gesucht. Die EU-Kommission wollte jedoch lediglich ein paar Zehntausend von ihnen aufnehmen. Über den Verteilungsschlüssel wird heute noch gestritten.

Auch dieses Programm könnte ausgeweitet werden, um Flüchtlingen mehr Schutz und Sicherheit zu bieten.

Innereuropäische Umsiedlungsprogramme

Doch es gibt noch andere Vorschläge. Beispielsweise von Stefan Keßler, der Lobbyarbeit für den Flüchtlingsdienst der Jesuiten betreibt.

Er meint, die EU solle in innereuropäische Umsiedlungsprogramme investieren. So könnten Flüchtlinge Botschaftsvisa erhalten und Schutz- und Asyl suchende aus Krisenstaaten von der Visumspflicht befreit werden.

Das heißt nichts anderes, als dass in europäischen Auslandsvertretungen die Möglichkeit geschaffen wird, Asyl zu beantragen. Dies würde dafür sorgen, dass viele Flüchtlinge gleich gar nicht die gefährliche Reise nach Europa antreten.

Vermittlung des deutschen Leitbildes

Das, was hierzulande vor allem konservative Politiker zum Besten geben, will auch Simon Jacob vom Zentralrat orientalischer Christen. Er fordert längst schon die Formulierung eines deutschen Leitbildes, indem die Grundwerte der Demokratie und einer pluralistischen Gesellschaft verankert sind.

Und zwar von Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, der Gleichheit von Mann und Frau. Dieses soll den Flüchtlingen als Orientierungshilfe dienen und ihnen helfen, sich gegen Extremisten abzugrenzen.

Für ein solches Leitbild spricht sich auch der Migrationsforscher und Historiker Klaus J. Bade aus. Das sei der Preis, den jeder Zuwanderer zahlen müsse, der in Deutschland leben wolle, sagt er.

Deutsche Muslime als Kultur-Dolmetscher und ein Integrationsgesetz

Vielleicht gerade deshalb wünschtet sich Ex-Vize-Kanzler Sigmar Gabriel, dass deutsche Muslime eine Art „Kultur-Dolmetscher“ werden. Diese seien oft näher dran und könnten den Flüchtlingen unser Land erklären.

Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes will ein Integrationsgesetz und leicht verständliche Spielregeln. Er appelliert, dass Flüchtlinge frühzeitig über Recht und Ordnung in Deutschland aufgeklärt werden.

Für diejenigen, die trotz eindeutiger Aufklärung nicht bereit seien, sich rechtstreu und gewaltfrei zu verhalten, solle die Prüfung von Asylbegehren unter Ausschluss weiterer Rechtswege im Eilverfahren erfolgen.

Nach negativem Bescheid müsse die sofortige Abschiebung erfolgen.

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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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