Logitech: Profiteur des E-Sport-Booms

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Der E-Sports-Boom steigert nicht nur die Nachfrage nach Spiele-Software, sondern füllt auch die Auftragsbücher des Hardware-Produzenten Logitech. (Foto: Lester Balajadia / shutterstock.com)

Nachdem ich Ihnen an den vergangenen beiden Tagen hier im Schlussgong mit Electronic Arts und Activision Blizzard die beiden marktführenden Unternehmen im Bereich Videospielproduktion und E-Sport vorgestellt habe, präsentiere ich Ihnen heute ein Unternehmen, das ebenfalls von diesen Trends profitiert. Das Unternehmen verdient sein Geld jedoch nicht mit der Produktion von Videospielen, sondern mit der Herstellung von Zubehör und Hardware.

Vom Software- zum Hardware-Spezialisten

Logitech ist ein internationaler Computerzubehör-Hersteller und hat seinen Sitz in Apples (Schweiz). Die operative Hauptzentrale ist in Newark (Kalifornien/USA). Im vergangenen Geschäftsjahr 2017/18 konnte der Schweizer Konzern einen Umsatz von 2,57 Milliarden US-Dollar verzeichnen (das Unternehmen stammt aus der Schweiz, hat sich aber für die Abrechnungswährung US-Dollar entschieden).

Zu den bekanntesten Verkaufsschlagern von Logitech gehören Computermäuse und Tastaturen. Das Unternehmen beschäftigt rund 5.900 Mitarbeiter. Angesichts der Konzentration auf Computer-Zubehör (Hardware) ist interessant:

Ursprünglich wollte Logitech Software herstellen, daher auch der Name Logitech, der aus dem Französischen kommt und Richtung Software geht (logiciel). Der Erfolg des Geschäftsmodells zeigt, dass der Wechsel von Software zu Hardware in diesem Fall eine gute Idee war (viele andere Technologieunternehmen sind in den vergangenen Jahren genau in die andere Richtung marschiert und haben sich von Hardware- zu Software-Spezialisten entwickelt).

Die Unternehmensgründung

Das Unternehmen Logitech wurde 1981 vom Schweizer Daniel Broel und weiteren Kollegen an der Universität in Apples gegründet. Im selben Jahr stellte das Unternehmen die weltweit erste Computermaus vor, die in großen Serien produziert werden konnte.

1985 erschien eine neue Version dieser Maus. In den folgenden Jahren entwickelte Logitech diese Computermäuse immer weiter, sodass bereits im Jahr 1986 die 100-millionste Maus die Logitech-Produktionshallen verließ.

Das rasante Wachstum führte auch zu einer neuen Unternehmensstruktur: Im Jahr 1988 wagte Logitech den Gang an die Börse.

Neuer CEO, alter Erfolg

Im Jahr 1999 wurde Guerrino de Luca neuer CEO von Logitech, nachdem er vorher bei Apple als Marketingspezialist tätigt war. Eine Millionenmarke nach der nächsten fiel bei den Verkaufszahlen für Mäuse und Tastaturen.

Dann begann Logitech sein Angebot zu vergrößern und brachte 2001 den ersten Spielkonsolencontroller für die Playstation 2 raus. Logitech wurde schnell zum Marktführer in Sache Computermäuse, denn 2003 waren 55% aller verkauften PCs mit Logitechmäusen ausgerüstet.

Der nächste Meilenstein folgte mit der weltweit ersten kabellosen Maus und sorgte für einen Kassenschlager. Allein im Geschäftsjahr 2004 konnte Logitech 50 Millionen Mäuse verkaufen. Doch in den Folgejahren gab es auch mehrere Rückschläge.

Logitech heute: Der Video-Spiel-Gewinner

Logitech ist heute bekannt für das Zubehör von Gaming- und Videospielen. Diese Neuausrichtung machte das Unternehmen zu einem technologischen Vorzeigekonzern. Logitech gilt aktuell bei den Computerspielnutzern als beliebteste Marke. Vor allem, weil Logitech besonderen Wert auf Design legt und die Produkte immer modern aussehen. Beeindruckend: Mehr als 40% aller Spieler nutzen entweder eine Logitechmaus oder -Tastaur.

Mit dem Einstieg in die Videospielbranche ging Logitech ein großes Risiko ein, das sich jedoch wirtschaftlich ausgezahlt hat und die Logitech-Aktie zu einem interessanten Investment innerhalb der Branche macht.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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