Lohnende Übernahmen: S&T dank Kontron-Kauf in der Erfolgsspur

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S&T ist nicht nur erfolgreicher Übernehmer, sondern auch potenzielles Ziel einer Übernahme. Hier erfahren Sie alle weiteren Details darüber: (Foto: NicoEINino / shutterstock.com)

Im November 2016 einigte sich der österreichische IT-Dienstleister S&T mit dem angeschlagenen ECT-Hersteller Kontron auf eine Übernahme.

Das Übernahme-Ziel war dabei für S&T kein Unbekannter.

Firmenchef Hannes Niederhauser leitete ebenfalls Kontron – und unter seiner Regie vervielfachte sich der Aktienkurs des Übernahme-Ziels.

Dementsprechend hoch waren die Hoffnungen, als Niederhauser 2016 nach dem S&T-Einstieg die Rückkehr an die Kontron-Konzernspitze bekanntgab.

1 Jahr später zeigt sich, dass die Hoffnung berechtigt war: Niederhauser und dem S&T-Management ist bei Kontron der Turnaround gelungen.

Turnaround nach Jahren roter Zahlen

Die Leistung des S&T-Managements ist ausgesprochen gut.

Viele Jahre schrieb Kontron rote Zahlen. Mehrere Manager versuchten den Turnaround herbeizuführen, mussten dann aber aufgeben.

Dementsprechend waren nicht alle Investoren von der Übernahme im Vorjahr begeistert; es wurde befürchtet, dass Kontron dem Bieter eher schaden als nützen könnte.

Doch die heute vorgelegten S&T-Geschäftszahlen fielen deutlich stärker aus, als angenommen wurde.

Dies liegt auch am Unternehmen Kontron, das dank des S&T-Know-hows und des besseren Netzwerks deutlich besser dasteht als vor Jahresfrist.

Starke Zahlen, optimistischer Ausblick

S&T hat den Umsatz nach 9 Monaten um 95% auf 587 Mio. € steigern können.

Die Profitabilität überstieg mit 15,8 Mio. € das Ergebnis des Vorjahres-Zeitraums um 151%. Unter dem Strich steht ein Gewinn-Plus von 40% auf 15,4 Mio. €.

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Das S&T-Management bleibt für das Gesamtjahr und darüber hinaus optimistisch:

In diesem Jahr soll der Umsatz bei mind. 860 Mio. € liegen, für das kommende Jahr wird ein Anstieg auf über 1 Mrd. € angepeilt.

Die Prognose für den operativen Gewinn (EBITDA) wurde sogar um 20% angehoben und liegt damit über der Konsens-Schätzung der Analysten.

Im Normalfall dürften die Kursziele jetzt steigen.

Aktie mit klarer Outperformance gegenüber dem TecDAX

Während bei Übernahmen die Aktionäre des Übernahme-Kandidaten so gut wie immer gewinnen, ist die Kurs-Entwicklung des Bieters nicht so eindeutig.

Hin und wieder entpuppt sich ein Zukauf im Nachhinein als zu teuer und die Aktie des Bieters verliert. Auf S&T-Aktionäre trifft das gleichwohl nicht zu:

Mit dem heutigen Plus von 3,3% auf  16 € steigt das Jahres-Plus auf fast 80%. Der Vergleichs-Index TecDAX schafft es im gleichen Zeitraum auf „nur“ 45%.

S&T nicht nur erfolgreicher Bieter, sondern auch selbst potenzielles Übernahme-Ziel

Zuletzt hat die Aktie zwar ein wenig nachgegeben, doch der Rücksetzer könnte eine gute Einstiegs-Chance sein.

S&T ist im Wachstumsmarkt „Internet der Dinge“ positioniert, und Analysten prognostizieren für die kommenden beiden Jahre hohe Gewinn-Steigerungen.

Zugleich könnte S&T auch selbst übernommen werden. Im Aktionariat fällt mit einer 29%-Beteiligung Ennocon auf, eine Tochtergesellschaft des Apple-Zulieferers Foxconn.

Es ist nicht schwer daraus ein strategisches Interesse abzuleiten…

Die Aktie ist einen Blick wert.


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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.